Nicola und ihre Talente

Starköchin Sarah Wiener hat auf der Grünen Woche in Berlin die „Kartoffel des Jahres 2016“ verkündet.
 
Ein zehnköpfiges Gremium hat die Kartoffel „Nicola“ wegen ihrer besonderen Eigenschaften ausgewählt. Die Auszeichnung kürt Kartoffeln jenseits der Massensorten. Die „Kartoffel des Jahres“ soll damit auf die Vielfalt aufmerksam machen.
 
Alle lieben Nicola
 
Mit Nicola wurde eine Kartoffelsorte gekürt, die auf einen großen Freundeskreis zählen kann. Das liegt vor allem an ihren vielen Talenten.
 
Schön gelb und mild im Geschmack 
 
Sie ist festkochend, wie rund 70 Prozent der in Deutschland gekauften Kartoffeln. Und sie ist „schön gelb“.
 
Die Farbe und vor allem die Beständigkeit der Farbe beim Kochen sind begehrte Eigenschaften für eine Speisekartoffel. Außerdem schmeckt Nicola mild und hat eine sehr feine Konsistenz. In der Küche ist sie eine Allrounderin, die sowohl als Pellkartoffel als auch als Bratkartoffel eine gute Figur macht, weil sie nicht zerfällt.
 
 Anbau gelingt auch in Afrika
 
Zur „Kartoffel des Jahres“ 2016 wurde Nicola vom Gremium jedoch wegen ihrer Genügsamkeit gewählt. „Sie ist eine unkomplizierte Sorte, die auch bei schwierigen Wachstumsbedingungen, relativ zuverlässige Erntemengen und gute Qualitäten erreicht“, erklärt Wilfried Stegmann, Sprecher des „Arbeitskreis Kartoffel des Jahres“. Mit diesen Eigenschaften ist Nicola heute sowohl im Ökolandbau beliebt wie auch in Regionen, die nicht unbedingt für ihren Kartoffelanbau bekannt sind. Dazu zählt Nordafrika und dort besonders Ägypten, wo es größere Bestände gibt.
 
Nach ihrer Zulassung 1973 aber fanden zuerst die Niederländer Gefallen an Nicola. Dort ist sie auch heute noch außerordentlich beliebt. Die Anbaufläche wird mit 3500 Hektar angegeben.
 
In Deutschland wächst Nicola auf immerhin 500 Hektar. Das ist eine beachtliche Größe für eine so alte Kartoffelsorte. In Deutschland sind rund 150 Speisekartoffelsorten zugelassen.
 
Quelle:
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Bioland , Biolandhof Ellenberg, Freilichtmuseum am Kiekeberg, Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN), Slow Food, „Tartufflis erlesene Kartoffeln“, Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg (V.E.R.N.), Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN), www.blaue-kartoffeln.de
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