Keine Früchte am Baum

Foto: Karl Strebl / pixelio.de

Üppige Blüte und trotzdem entwickeln sich keine Früchte. Was sind die Gründe?

Die Enttäuschung ist groß, wenn kaum eine Frucht am Baum hängt.

Der Fruchtbildung geht die Befruchtung der Blütennarbe mit Pollen im Frühjahr voraus. Manche Obstarten sind mit dem eigenen Pollen zufrieden, andere sind wählerisch und brauchen bestimmte Partnersorten ihrer Pflanzenart.

Apfel, Birne und Reineclaude brauchen bestimmte Pflanzenpartner zu Befruchtung. In der Landschaft und in bestehenden Ortsstrukturen sind meist passende Äpfel- und Birnenpartner im Umfeld.

Wenn Sie Reineclauden ernten wollen, sollten Mirabellen in der Nähe stehen. Bei Kirschen und Zwetschgen gibt es selbstfruchtende Sorten. Die Kirschen ‚Sunburst‘, ‚Sweetheart‘ und ‚Lapins‘ brauchen keinen Partner. Bei den Zwetschgen sind fast alle neueren Sorten selbstfruchtbar.

So kann man nachhelfen

Wenn Ihrem Obstbaum der Bestäubungspartner fehlt, können Sie kurzfristig blühende Zweige eines passenden Befruchtungspartners in einen Eimer mit Wasser hinein hängen. Längerfristig sichern Sie die Obsternte, wenn Sie eine passende Befruchtersorte in den Baum hineinveredeln.

Ohne Bienen keine Früchte

Unverzichtbare Helfer bei der Befruchtung sind Honigbienen. Sie sichern die Befruchtung und den Massenertrag. Doch leider geht ihre Zahl zurück. Diese wichtigen Pollenboten wurden in den letzten Jahren durch Parasiten und Krankheiten geschwächt. Zudem geben immer mehr Imker – meist aus Altersgründen – ihre Aktivitäten auf und Nachfolger sind schwer zu finden. Wildbienen und Hummeln können die Arbeit der fleißigen Honigbienen nur teilweise ersetzen. Aber sie fliegen schon bei niedrigen Temperaturen. Dies kommt den frühblühenden Obstarten Pfirsich, Aprikose und Nektarine zugute.

Fördern Sie deshalb die Wildbienen durch geeignete Unterschlupfmöglichkeiten z. B. mit einem so genannten „Bienenhotel“.

Wenn Bäume nicht jedes Jahr tragen

Falls die Äpfel- und Birnbäume in einem Jahr viele und im darauffolgenden Jahr wenige Früchte tragen, so ist das nicht beunruhigend. Dieses periodische Fruchten wird Alternanz genannt und ist vor allem eine Sorteneigenschaft. Beliebte Apfelsorten, wie ‚Boskoop‘, ‚Cox Orange‘, ‚Elstar‘ und ‚Ontario‘, neigen zu diesen Ertragsschwankungen, die durch Pflegemaßnahmen ausgeglichen werden können.

Im Jahr des Massenertrags sollten die Früchte ausgedünnt werden. Kleine, deformierte oder beschädigte Früchte werden ausgepflückt. Von einem „Fruchtknäuel“ sollte nur eine Frucht hängen bleiben. In einem Jahr mit wenig Früchten wachsen meist viele neue Triebe im Sommer. Entfernen Sie diese großzügig.

Junifruchtfall und Witterungseinflüsse

Der sogenannte Junifruchtfall beginnt in manchen Jahren schon im Mai. Kleine Früchte fallen zu Boden. Dies ist eine natürliche Reaktion des Baumes auf ein Übermaß an Früchten aber auch auf Apfelwicklerbefall, Trockenheit oder nasskaltes Wetter.

Sammeln Sie das Fallobst in jedem Fall ein. Spätfrost ist der offensichtlichste Früchtekiller. Doch oft sind Frost- oder Kälteschäden nicht auf den ersten Blick erkennbar. Der empfindliche Stempel kann erfrieren, ohne dass die Blütenblätter verbräunen. Damit ist eine Befruchtung unmöglich. Wärmeliebende Obstgehölze wie Aprikosen oder Pfirsich sind ohnehin gefährdet, da sie sehr zeitig im Frühjahr blühen. Pflanzen Sie diese Arten generell an geschützte Standorte.

Quelle: Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

Foto: Karl Strebl / pixelio.de

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