Kernobst: Fremder Pollen, volle Körbe

Apfelblüte
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Warum trägt mein Apfelbaum keine Früchte? Das fragen sich Gärtner, wenn die Ernte mal wieder mager ausfällt. Oft klemmt es bei der Befruchtung. Denn beim Obst ist es wie bei uns Menschen – auf den Partner kommt es an.

Äpfel mit Birnen zu vergleichen, ergibt beim Thema Befruchtung absolut Sinn. Beide Kernobst-Arten lassen nämlich nur dann reichlich Früchte reifen, wenn eine fremde Sorte ihren Pollen spendet. Zwar beobachten Obstgärtner gelegentlich, dass auch mal ohne Bestäubung von außen ein Apfel oder eine Birne wächst, aber das füllt keinen Erntekorb – sieht man von wenigen Most-Birnensorten aus der Ostschweiz ab. Weil dort raues Klima die Blüten bedroht, haben es sich diese Bäume antrainiert, auch ohne Befruchtung voller Früchte zu hängen.

Im Hausgarten gilt: Mindestens eine Befruchtersorte sollte im Umkreis von höchstens 100 m wurzeln. Bei guten Partnern überschneidet sich die Blütezeit wenigstens einige Tage. Manche Apfel- und Birnensorten können nicht befruchten (sie sind triploid). Zu ihnen zählen etwa die Äpfel ‘Boskoop’, ‘Jakob Fischer ’, ‘Gravensteiner’, ‘Jakob Lebel’ oder ‘Jonagold’ und Birnen wie ‘Alexander Lukas’, ‘Pastorenbirne’ und ‘Gelbmöstler’.

Gute Pollenspender beim Apfel sind ‘Alkmene’, ‘Berlepsch’, ‘Pilot’, ‘Pinova’, ‘Resi’, ‘Rewena’ und Zieräpfel wie ‘Everest’, ‘Golden Hornet’ und ‘Vielblütiger Zierapfel (Malus floribunda). Unter den Birnen gelten ‘Frühe von Trévoux’, ‘Gellerts Butterbirne’, ‘Conférence’, ‘Vereinsdechantsbirne’ und ‘Madame Verté’ als treue Befruchter.

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