Kichererbsen-Rezepte: Hummus, Falafel, Polenta

Kichererbsen-Rezepte: Hummus, Falafel, Polenta
Aus Kichererbsen entstehen Köstlichkeiten wie Hummus – Foto: Vladislav Nosik / stock.adobe.com

Kichererbsen spielen in Indien, Marokko und anderen nordafrikanischen Ländern eine wichtige Rolle. Bei uns stehen sie noch immer im Schatten von Erbsen, Bohnen und Linsen. Dabei gibt es keine zweite Hülsenfrucht, die sich so vielfältig verwenden lässt. Aber lesen und probieren Sie selbst.

Immer wieder Kichererbsen!

Als ich zum ersten Mal Hummus gegessen habe, konnte ich mir nicht vorstellen, dass die orientalische Paste aus Kichererbsen gemacht ist, obwohl ich diese Hülsenfrücht schon in Gemüseeintöpfen verwendet hatte. Und als ich zum ersten Mal den frittierten Bällchen namens Falafel beim Marokkaner begegnet bin, ging es mit ebenso. Danach glaubte ich, die Talente der Kichererbse zu kennen. Ich hatte mich getäuscht.

In einer Ayurveda-Pension tischte man mir eine indische Süßigkeit mit dem Namen Besan Laddu auf, die das Zeug zum Suchtmittel hat. Sie schmeckt anders als alles, was ich je zuvor genascht habe. Die Gewürze konnte ich noch erahnen, die Hauptzutat nicht. Sie ahnen es – es sind Kichererbsen! Damit sind die Möglichkeiten der Hülsenfrucht aber noch nicht erschöpft. Obwohl die getrockneten und steinharten Samen bis zu drei Stunden Kochzeit erfordern, verwandeln sie sich innerhalb weniger Tage in knackige, leicht süßlich schmeckende Keimlinge, wenn man sie zuvor eine Nacht in Wasser einweicht. Die gekeimten Hülsenfrüchte sind eine feine, vitamin- und nährstoffreiche Zutat für Salate.

Kirchenerbsen zu allen Gemüsearten

Kichererbsen lassen sich mit beinahe allen Gemüsen kombinieren: Auberginen, Möhren, Tomaten, Paprika, Zucchini, Porree, Weißkohl, Kartoffeln. Sie vertragen sich mit Petersilie, Thymian, Koriandergrün und Minze ebenso wie mit Ingwer, Kümmel und Kreuzkümmel, Muskatnuss und Nelke.

Bleibt die Frage, warum Kichererbse? Die Römer nannten den Strauch cicer, gesprochen kiker, was soviel wie Erbse bedeutet. Über den Umweg des Alt- und Mittelhochdeutschen wurde das Wort Kichererbse daraus. Botanisch mit der Erbse (Pisum sativum) verwandt ist die Kichererbse (Cicer arietinum) jedoch nicht.

Schade, dass die fettarmen, eiweiß- sowie ballaststoffreichen Samen bei uns noch immer nicht in aller Munde sind. Wenn Sie sich mit ihnen anfreunden wollen, probieren Sie Kichererbsen als Suppeneinlage. Über Nacht in Wasser eingeweicht, verkürzt sich deren Garzeit auf 1–1 ½ Stunden. Es könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden.

Viel Spaß dabei!

Meine Kichererbsen-Rezepte

Rezept: Hummus

Zutaten für 4–6 Portionen:
200 g getrocknete Kichererbsen, 2 Knoblauchzehen, 1 TL Kreuzkümmel
1 TL Paprikapulver, süß, 1 Handvoll Petersilie, 5 EL Olivenöl, Salz, 3 EL Sesampaste (Tahin), 2 Zitronen

• Kichererbsen 12 Stunden einweichen.
• Etwa 1 Stunde weich kochen (5 Minuten im Schnellkochtopf), Wasser abgießen und beiseite stellen.
• Kichererbsen, Knoblauchzehen, Petersilie mit Öl, Kreuzkümmel und Paprka im Mixer pürieren. Es soll eine geschmeidige Masse entstehen. Ist die Masse zu trocken, können sie etwas vom Kochwasser hinzufügen.
• Zum Schluss mit Tahin, Zitronensaft und Salz abschmecken. Die Masse im Kühlschrank kalt stellen.
• Lecker als Brotaufstrich oder als Vorspeise mit gemischtem Salat und Oliven.

Rezept: Falafel

Zutaten für 4 Portionen:
200 g getrocknete Kichererbsen, 1 Scheibe altbackenes Toastbrot oder 2 EL Semmelbrösel, 1 Zwiebel, 4 Knoblauchzehen, ½ Handvoll Petersilie, je 2 TL gemahlener Koriander und Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer, 2–3 EL Semmelbrösel oder Mehl zum Binden, Öl zum Frittieren, 1 Zitrone

• Die Kichererbsen in einer Schüssel mit kaltem Wasser bedecken, 12 Stunden quellen und anschließend abtropfen lassen.
• Das Brot zerkrümeln. Zwiebel und Knoblauch schälen und grob zerkleinern. Petersilie waschen und die Blättchen abzupfen.
• Brot, Zwiebel, Knoblauch, Petersilie und Kichererbsen im Mixer fein zerkleinern.
• Das Püree mit Koriander, Kreuzkümmel, Pfeffer und Salz abschmecken und mit Semmelbrösel oder Mehl zu einem festen Teig verkneten.
• Aus dem Teig mit 2 nassen Esslöffeln Nocken ausstechen oder kleine Bällchen rollen.
• Die Falafel portionsweise in reichlich heißem Öl portionsweise goldbraun braten oder frittieren (5–8 Minuten) und auf einer dicken Lage Küchenpapier abtropfen lassen.
• Die Zitrone in Schnitze schneiden und die heißen Falafel damit servieren.

Rezept: Couscous mit Gemüse und scharfer Soße

Zutaten für 4–6 Portionen:
150 g getrocknete Kichererbsen, 400–500 g Couscous, ½ l Gemüsebrühe,
1kg gemischtes Gemüse wie Möhren, Weißkohl, Spitzkohl, Lauch, Broccoli, Blumenkohl, Romanesco, Auberginen, Zucchini, Tomaten, 1 große Zwiebel,
1 grüne Pfefferschote, 2 Knoblauchzehen, 2 EL Öl, 1 EL Butter, Schale von ½ Orange
Joghurt-Dip: 500 g Joghurt, 1 TL Kreuzkümmel, ½ TL Cayennepfeffer, Salz, einige frische Minzeblätter, 1 Handvoll Petersilie

• Kichererbsen einweichen und vorgaren oder zwei Tage ankeimen (siehe Rezept).
• Couscous in eine Schüssel geben, etwa 3/8 l der heiße Gemüsebrühe langsam darübergießen, den Couscous mit einem Holzlöffel durchrühren, bis er gleichmäßig befeuchtet ist und etwas zusammenklumpt. Es sollte keine Brühe in der Schüssel stehen.
• Den Couscous 30 Minuten quellen lassen. Dann die Klumpen zwischen den Fingern zerreiben, bis der Couscous wieder locker ist.
• Inzwischen die Gemüse putzen, waschen und zerkleinern: Die Möhren schälen und in Stifte oder Scheiben schneiden. Weißkohl gegebenenfalls vom Strunk und den dicken Blattrippen befreien und die Blätter in Streifen schneiden.
• Den Lauch in 2 cm lange Stücke, Broccoli und Blumenkohl in Röschen und Stiele teilen.
• Die Auberginen und die Zucchini in Scheiben schneiden. Die Tomaten würfeln.
• Die Gemüsezwiebel in Ringe schneiden. Die frische Pfefferschote von einem Teil der scharfen Kerne befreien. Die Knoblauchzehen hacken.
• Das Öl erhitzen, Gemüse, Knoblauch, Zwiebel, Pfefferschote darin unter Rühren anbraten.
• Kichererbsen und restliche Gemüsebrühe dazugeben, aufkochen und das Gemüse zugedeckt bis schwacher Hitze 5–10 Minuten bissfest garen.
• Inzwischen den Joghurt mit dem gemörserten Kreuzkümmel, dem Cayennepfeffer und etwas Salz verrühren. Die gehackten Pfefferminzblätter daruntermischen.
• Petersilie ebenfalls hacken und darüber streuen.
• Couscous vor dem Servieren mit Orangenabrieb abschmecken, mit 1EL Butter vorsichtig erwärmen und zum Gemüse servieren
• Oder in einer Tajine servieren: Couscous hineingeben, Gemüse in die Mitte häufen , kurz erwärmen. Man kann auch das angebratene Gemüses mit dem gequollenem Couscous in eine Tajine geben und im Backofen garen.
• Dazu den Joghurt-Dip servieren.

Rezept: Kichererbsen-Sprossen

• Kichererbsen im Sieb gründlich abspülen und mit Wasser bedeckt über Nacht
(12 Stunden) einweichen.
• Abgetropft maximal 2–3 Finger hoch in ein Glas geben und dieses mit durchlässigem Stoff (Gaze)verschließen, bei Raumtemperatur stehen lassen.
• Täglich 2–3 mal mit lauwarmem Wasser spülen und abtropfen lassen.
• Nach 2–3 Tagen sind die Keime einige Millimeter lang. Jetzt sollte man sie verbrauchen, bevor sie bitter werden.
• Da rohe Kichererbsen wie auch Bohnen Phasin enthalten, ein unverdauliches Eiweiß sollte man sie 2 Minuten über Dampf garen, wenn man sie im Salat verwendet.


Rezept: Kichererbsen-Polenta

Zutaten für 6 Portionen:
1 1/8 l Gemüsebrühe, 300 g Kichererbsenmehl, Öl für die Form, 4 Knoblauchzehen, 100 g Butter, Salz, Pfeffer aus der Mühle, 12 Salbeiblätter

• Gemüsebrühe zum Kochen bringen, Kichererbsenmehl unter kräftigem Rühren mit dem Schneebesen einrieseln lassen.
• Die Masse 5 Minuten bei milder Hitze unter Rühren garen. Eventuell nachsalzen.
• Eine Kastenform von etwa 1 ½ l Inhalt mit Öl ausfetten. Die Masse hineingeben und über Nacht fest werden lassen. Dann stürzen und in 12 Scheiben teilen.
• Butter in einer Pfanne aufschäumen lassen, Scheiben darin von jeder Seite 3 Minuten braten.
• Beim Wenden den in dünne Scheiben geschnittenen Knoblauch und die Salbeiblätter zugeben.
• Mit Gemüse (Karotten, Lauch, Broccoli, Paprika), geschmorten Pilzen oder Gulasch servieren.


Rezept: Besan laddu

Zutaten für 40–50 Stück:
250 g Butter oder Ghee, 250 g Kichererbsenmehl, 100 g Cashewnüsse (Hasel-, Walnüsse) oder Kokosraspel, ½ TL Zimt, ½ TL Kardamom, 1 EL Carob (Kakao), Schale ½ Zitrone , 175–200 g cremiger Honig

• Butter oder Ghee schmelzen, Kichererbsen-Mehl hineinsieben, 15 Minuten unter Rühren anrösten, bis es nussartig riecht.
• Nüsse mahlen, zufügen, einige Minuten mitrösten. Gewürze, Carob und Zitronenschale zufügen.
• Die Masse auf 40 °C abkühlen, Honig unterziehen.
• Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Tablett oder Blech streichen, evtl. mit Kokosflocken bestreuen, kalt stellen und fest werden lassen.
• Anschließen in kleine Rauten oder Rechtecke schneiden, in eine Dose schichten, kühl aufbewahren.

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