Kirschessigfliegen in die Falle locken

Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) - Foto: Foto: Bernd Halle / pixelio.de

 

Die Fliege aus Asien ist weiter auf dem Vormarsch. Ihre Larven befallen Früchte und vernichten oft einen großen Teil der Ernte.

Unser Tipp: Fangen Sie möglichst viele Fliegen einfach weg!

Sie wirkt völlig unscheinbar, dennoch bereitet sie Gärtnern Verdruss. Die nur 2-3 mm winzige Kirschessigfliege trat 2011 erstmals in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf, seitdem vermehrt sie sich rasant und breitet sich in Windeseile aus.

Bis zu 90 % Ernteverlust

Im Gegensatz zur heimischen Essigfliege, die überreife Früchte bevorzugt, legt die aus Asien stammende Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) ihre Eier in gesunde, unverletzte. Ihre Larven fressen die Früchte dann von innen auf. Das Ergebnis ist eingefallenes, wässriges, madiges Obst, das schnell fault. Der Ernteausfall ist beträchtlich, je nach Obstart und Region beträgt er bis zu 90 %.

Befällt nicht nur Kirschen

Außer Kirschen nutzt die aus Asien stammende Fliege viele andere Früchte als Kinderstube wie Erdbeeren, Himbeeren, Holunder, Stachelbeeren, Aprikosen, Mini-Kiwi oder Johannisbeeren. Besonders gefährdet ist spät reifendes Obst wie Brombeeren, Heidelbeeren, Zwetschgen, Trauben und vor allem Herbsthimbeeren, die bislang als sicher madenfrei galten.

Sie vermehrt sich rasant

Jedes Weibchen legt bis zu 400 Eier, aus denen schon nach 10 Tagen neue Fliegen hervorgehen, die 2 Monate lang leben und ebenfalls bald Eier legen. Die winzigen Fliegen schlüpfen durch die meisten Schutznetze, Spritzungen mit Rainfarnbrühe oder anderen Kräutertees hindern sie nicht an der Eiablage. Es wird zwar heftig geforscht, doch bislang gibt es kein Mittel, das sie auf Abstand hält.

Fallen selber machen

Einzig mit Fallen lässt sich der Schaden zumindest begrenzen. Diese gibt es zu kaufen, man kann sie aber auch einfach selber machen.

Wenn Sie unsicher sind, ob die Asia-Fliege Ihre Region schon erobert hat, hängen Sie einige Fallen in Ihre Himbeeren, und prüfen Sie später mit der Lupe, ob die gefangenen Fliegen schwarze Punkte auf den Flügeln tragen.

1. Die Falle: Sie benötigen kleine Plastikflaschen und eine Nadel von 3 bis 4 mm Durchmesser. Schmelzen Sie mit der erhitzten Nadelspitze 10 bis 20 Löcher in den oberen Bereich der Flasche. Sind die Öffnungen kleiner, passen die Fliegen nicht hindurch, sind sie größer, gehen viele andere Insekten in die Falle. Eine Flaschenseite lässt man lochfrei, so kann man die Flüssigkeit später auskippen, ohne zu kleckern.

2. Der Köder: naturtrüben Apfelessig (keinen klaren verwenden!) 1:1 mit Wasser mischen. Damit die Fliegen versinken, 1 bis 2 Tropfen Spülmittel zugeben. Deutlich mehr Fliegen fängt man, mischt man mindestens 10 % Rotwein unter. Ganz wild sind die Essigfliegen, wenn der Köder Zucker oder Hefe enthält. Allerdings kostet das auch viele unbeteiligte Insekten das Leben.

3.  Befüllen Sie die Köderflaschen 2 bis 4 cm hoch mit der Flüssigkeit. Damit Regenwasser sie nicht verdünnt, schrauben Sie den Deckel auf.

Schlingen Sie unterhalb der Verschlusskappe eine stabile Schnur mehrmals um den Flaschenhals, oder biegen Sie einen Draht mit 2 Bügeln als Aufhänger zurecht.

Sobald sich die ersten Früchte färben, hängt man die Fallen in die Obstbäume oder an die Himbeer-Spanndrähte.

4. Die Kontrolle: In einer Himbeerreihe bringt man alle 1-3 m eine Flasche an, am besten an beschatteten Stellen und in Fruchthöhe. Haben Sie mehrere Reihen gepflanzt, hängt man sie außen dichter, um das Vordringen der Fliegen ins Innere zu bremsen.

Spätestens alle 2 Wochen erneuert man die Köderflüssigkeit. Leeren Sie den Inhalt nie vor Ort aus oder auf dem Kompost. Entsorgen Sie das Ganze über den Abfluss in die Kanalisation.

Die männlichen Kirschessigfliegen  tragen dunkle Punkte auf den Flügelspitzen. Daran kann man sie mit einer Lupe von anderen Obstfliegen unterscheiden. Sobald sich die ersten Früchte rot färben, hängt man die Fallen in die Zweige, am besten an leicht beschattete Stellen.

Foto: Bernd Halle   / pixelio.de

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