Kleine Obstbäume für Garten und Kübel

Kleine Obstgehölze wachsen langsam, werden nicht so hoch und lassen sich gut beernten. Sie passen in die kleinsten Hausgärten.
 
Große alte Obstbäume sind in Würde, Ästhetik und ökologischem Wert kaum zu übertreffen. Doch in kleinen Hausgärten haben sie kaum mehr den nötigen Platz und die Erntearbeiten in luftiger Höhe sind zudem beschwerlich und gefährlich.
 
Als Alternative schlagen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie vor:
 
Pflanzen Sie doch Mini-Obstbäume!

Kleine Obstgehölze sind im erwerbsmäßigen Obstanbau schon gang und gäbe. Sie wachsen langsam, werden nicht so hoch und lassen sich gut beernten. Sie passen in die kleinsten Hausgärten.

 
Es gibt sie als kleine Kronen, Säulen oder sogenannte Spindeln. Das Geheimnis ist die schwachwachsende „Unterlage“. Das heißt, schwachwachsende Wurzeln bremsen den gesamten Baum im Wachstum.

Die Minibäume benötigen eine gute Bodenvorbereitung, ein großes Pflanzloch und lockere Pflanzerde. Bei Trockenheit sollte gewässert und im Frühjahr maßvoll gedüngt werden. Ein Pfahl ist für alle unentbehrlich. Äpfel und Birnen benötigen die Stütze ihr ganzes Leben lang. Während für Obsthochstämme ein Alter von sechzig bis siebzig Jahren nicht ungewöhnlich ist, werden die Minibäume im Durchschnitt nur fünfzehn Jahre alt.

Bei einigen Sorten ist der Zwergwuchs nicht nur auf die Unterlage zurückzuführen. Ihr schwaches Wachstum ist das Resultat von Züchtung oder spontaner Mutation. Schnittarbeiten fallen kaum an. Sie fruchten oft schon im zweiten Jahr. Diese Zwerge sind prädestiniert für das Leben im Kübel. Echte „Zwerge“ finden sich unter den wärmeliebenden Pfirsichen und Nektarinen. Ihnen ist ein geschützter Platz am Haus gerade recht. Säulenbäume, die unter der Bezeichnung „Ballerinabäume“ bekannt wurden, zählen ebenfalls zu den echten schwachwüchsigen Obstgehölzen.

Wer keinen Garten besitzt und sich ein Früchteparadies auf Balkon und Terrasse schaffen möchte, findet mittlerweile viele geeignete Sorten. Beerenobst wie Johannisbeeren, Stachelbeeren, Maibeeren und besonders Heidelbeeren können in mittelgroßen Kübeln eine reiche Ernte bringen. Wärmebedürftiges Obst wie Feigen und Zitronen lassen sich auf diese Weise sogar nördlich der Alpen anbauen.

Die Pfahlerziehung ermöglicht es, die wüchsigen Weintrauben in Kübeln aber auch im kleinen Garten im Zaum zu halten. Der verbliebene Haupttrieb wird zu einer Schlinge gebogen. Aus dieser „Schlinge“ wachsen drei bis fünf Triebe senkrecht nach oben, werden an den Pfahl gebunden und am Ende des Pfahls einfach abgeschnitten.

Obst im Kübel benötigt viel Beachtung. Wässern, Düngen und Schädlingskontrolle sind unerlässlich. Allerdings können ihnen Pilzerkrankungen, Hagel und Frost unter einem Dach weniger anhaben. Die Obstkübel sollten zur Überwinterung am besten an einem geschützten Platz im Garten eingegraben werden. Ist kein Platz oder kein Garten vorhanden, müssen die Gefäße gut eingepackt werden. Hier eignen sich eine zwanzig Zentimeter Schicht aus Laub und Stroh sowie eine Noppenfolie.

 
Quelle: Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie
 
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