Köstliches aus Schrumpel-Obst und -Gemüse

Kiste mit altem Gemüse
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Nur weil Äpfel und Karotten schrumpeln, müssen sie nicht auf den Kompost. Aber wenn sich erste Faulstellen zeigen, heißt es aufgepasst!

Äpfel schrumpeln manchmal schneller, als wir sie essen können. Spätestens wenn die ersten Exemplare kleine braune Stellen aufweisen, ist es an der Zeit, alles Obst zu verarbeiten, bevor die Patienten ihre Nachbarn anstecken.

Großzügig ausschneiden

Apfelmichel, Apfelstrudel und Apfelkücherl sowie Apfelkompott und -mus sind traditionelle Speisen, die zu Hutzeläpfeln und Lagerbirnen prima passen. Aromaverluste lassen sich mit einem Spritzer Zitrone, mit Vanille, Zimt, Nelke oder Anis ausgleichen.

Vorsicht Schimmelpilzgift!

Anfangs sind die Flecken auf Äpfeln, Birnen oder Quitten winzig. Doch innerhalb weniger Tage ist oft die gesamte Frucht vom Pilz durchsetzt. Einige Fäulniserreger geben zusätzlich einen giftigen Stoff ab, der sich auch im gesunden Gewebe verteilt. Vor allem auf Äpfeln schmarotzen Schimmelpilze (Aspergillus, Penicillium), die das Gift Patulin bilden. Auch in anderen Früchten (Aprikosen, Birnen, Beeren, Kirschen, Nektarinen, Quitten, Trauben) hat man es entdeckt.

Essen oder wegwerfen?

Bei Äpfeln genügt es, die fauligen Stellen großzügig (plus 1–2 cm) auszuschneiden, da das Patulin nicht in das gesunde Gewebe des Apfels einwandert. Gleiches gilt für Quitten und Birnen. Angefaulte Aprikosen, Kirschen, Zwetschgen, matschige sowie modrig riechende Trauben sollten Sie wegwerfen. Ist Patulin enthalten, durchsetzt es rasch die gesamte Frucht.

Der Wassergehalt macht’s

Ob Patulin in das gesunde Gewebe einer Frucht eindringen kann, hängt von deren Wassergehalt ab. Aprikosen, Beeren oder Trauben enthalten mehr Wasser als Äpfel, Birnen und Quitten.

Wie steht es um das Gemüse?

Auch Karotten, Sellerie, Pastinaken, Steckrüben und Kartoffeln schmecken noch, wenn das große Schrumpeln längst begonnen hat. Selbst mit kleinen Faulstellen, die man großzügig herausschneidet, dürfen sie noch verarbeitet werden.

Kürbissuppe liebt jeder

Die Entdeckung einer solchen Stelle kann beim Kürbis schon mal eine größere Kochaktion nach sich ziehen. Aber Kürbissuppe liebt schließlich jeder, und sie lässt sich gut einfrieren. Oder man gibt kleine Portionen Püree in die Tiefkühltruhe – das ist platzsparender –, und entscheidet später, welche Rezept-Kreation daraus entsteht.

Alles in einem Topf

Hutzelige Karotten lassen sich schälen, wenn man sie eine Weile in Wasser einweicht. Mit anderen Wurzelgemüsen ergeben sie leckere Eintöpfe (Pichelsteiner) und Suppen. Fein schmeckt eine Lasagne aus geraspelten Knollen und Gemüsebratlinge gehen weg wie warme Semmeln.

Haltbarer Salzmix

Aus sehr fein gehacktem Lauch, Sellerie, Karotten und Salz können Sie einen lange haltbaren Salzmix herstellen, der sich zum Würzen von Suppen und Soßen eignet – ähnlich dem Gemüsebrühpulver aus dem Bioladen.

Kohl bleibt frisch

Borrschtsch ist eine Delikatesse aus der russischen Küche, die überlagerte Rote Bete und Kohl anstandslos einbindet. Apropos Kohl: Wie bei allen anderen Gemüsen ist dessen Stoffwechsel auch nach der Ernte noch aktiv. Weißkohl oder Wirsing ernähren sich quasi von den äußeren Blättern, die nach und nach vergilben. Das Innere des Kopfes dagegen bleibt noch lange frisch.

 

 

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