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Steckbrief Kohlrabi: Anbau und Ernte des Einsteigergemüses

Kohlrabi zählt zu den Gemüse-Arten, die sich ideal für den Einstieg in die Bio-Selbstversorgung eignen. Erfahren Sie, wie Sie Kohlrabi pflanzen und eine große Ernte einfahren.

Ob weiße oder blaue Knolle: Kohlrabi ist gut geeignet für den Einstieg in die Bio-Selbstversorgung.
Ob weiße oder blaue Knolle: Kohlrabi ist gut geeignet für den Einstieg in die Bio-Selbstversorgung.

Kohlrabi ist das perfekte Gemüse für Gartenstarter, die erstmals eigenes Gemüse anpflanzen möchten, aber auch bei erfahrenen Gärtnern steht das köstliche Knollengemüse hoch im Kurs. Es zeichnet sich nicht nur durch einen recht einfachen Anbau aus, sondern steckt voller Vitamine und Nährstoffe. Unter optimalen Anbau-Voraussetzungen wächst Kohlrabi zu voller Größe und feinster Qualität heran.

Pflanzensteckbrief Kohlrabi

  • Botanische Bezeichnung: Brassica oleracea var. gongylodes
  • Pflanzenfamilie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
  • Weitere Bezeichnungen: Oberrübe, Kohlrübe, Rübkohl, Stängelrübe
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: nährstoffreich, tiefgründig, feucht, leicht basisch
  • Wasserbedarf: regelmäßig gießen, bei Trockenheit kleine Gaben
  • Wuchs: Verdickung des Stängels zur oberirdischen Knolle
  • Aussaat: ab Januar Vorkultur im (Gewächs-)Haus, ab Mitte Mai Direktsaat
  • Pflanzzeit: Setzlinge ab Februar ins Frühbeet, ab März ins Freiland
  • Blütezeit: Blüte im zweiten Jahr bei nicht geernteten Knollen
  • Erntezeit: Frühsorten von Ende Mai bis Oktober, Herbstkohlrabi von August bis Oktober
  • Winterhärte: ja
  • Lebensdauer: zweijährig
  • Befruchtung: durch Insekten im zweiten Jahr
  • Essbare Pflanzenteile: Knolle und Blätter
  • Lagerfähigkeit: ohne Laub im Kühlschrank eine Woche; Herbstsorten 4 bis 5 Monate im Erdkeller
  • Gute Nachbarn: Salat, Spinat, Rote Bete, Lauch, Sellerie, Fenchel, Gurken, Radieschen, Kartoffeln, Erbsen, Borretsch, Dill.
  • Schlechte Nachbarn: alle Kohlarten
  • Inhaltsstoffe: Eiweiß, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Natrium, Provitamin A, B-Vitamine, Vitamin C

Kohlrabi hat viele Vorteile

Kohlrabi sollte in keinem Gemüse- oder Hochbeet fehlen, denn das Kohlgemüse hat viele Vorteile:

  • Schnell erntereif: Oft dauert es bis zur Ernte nur 8 bis 12 Wochen
  • Für den Balkon interessant: Kohlrabi gelingt im Gartenboden, im Hochbeet, aber auch in kleineren Pflanzgefäßen
  • Schlanker Partner im Beet: Frühe Sorten sind schmal und passen gut zu langsam wachsendem Gemüse, das erst nach der Kohlrabi-Ernte in die Breite geht

Kohlrabi vorziehen oder Direktsaat?

Mit den ersten Aussaaten beginnen Kohlrabi-Fans bereits ab Anfang Januar, um früh in den Genuss der gesunden Knollen zu kommen. Dies geschieht noch nicht im Freiland, sondern im Haus. Im ungeheizten Gewächshaus oder im Frühbeet können Sie ab Februar mit der Pflanzung starten.

Die Anzuchttemperatur sollte nicht unter 12 °C liegen, ideal sind 16–20 °C. Ist es in während der Anzucht zu kühl, setzt Kohlrabi später keine Knollen an, auch wenn die Pflanzen noch so kräftig wirken. Er kann stattdessen vorzeitig blühen. Härten Sie Jungpflanzen vor dem Auspflanzen ab! 

Kohlrabi-Setzlinge auspflanzen

Im März dürfen die jungen Setzlinge mit einem Schutz aus Vlies ins Beet umziehen. Zum Schutz vor Kälte bleibt das Beet bis Mai schützenden Vlies abgedeckt. Nun können Sie fortlaufend bis Anfang Juli immer wieder säen, um vom Frühjahr bis zum Spätherbst immer wieder Knollen ernten zu können. Selbstverständlich lohnt es sich auch, erstmals im April, Mai oder Juni mit der Aussaat zu starten.

Beim Auspflanzen von Kohlrabi gibt es zwei goldene Regeln:

  1. Verwenden Sie nur Setzlinge mit maximal 4 Laubblättern, denn überständige Pflanzen neigen zum vorzeitigen Blühen.
  2. Die Setzlinge kommen nur so tief in die Erde, wie sie im Kulturtopf gestanden haben. Geraten die Keimblätter unter die Erde, stockt das Wachstum und die Knollen können bei Erdkontakt schnell faulen.
Kohlrabi pflanzen: Verwenden Sie Setzlinge mit maximal 4 Laubblättern,
Kohlrabi pflanzen: Verwenden Sie Setzlinge mit maximal 4 Laubblättern.

Kohlrabi-Pflege: Hinweise zu Boden, Fruchtfolge und Beetgröße

Kohlrabi bevorzugt einen humosen und lehmigen Untergrund. Saure Böden eignen sich für das Kohlgewächs nicht. Lockern Sie Ihr Beet tief auf und arbeiten vor dem Pflanzen oberflächlich reifen Kompost ein.

Bei Kohlrabi-Sorten mit längeren Kulturzeiten hält man zu anderen Kohlgewächsen wie Brokkoli, Rosenkohl oder Grünkohl und auch zu Kreuzblütlern wie Raps und Rettich eine Anbaupause von mindestens 4 Jahren ein. Bei schnell reifenden Sorten können Sie über eine strenge Fruchtfolge hinwegsehen, wenn der Standort nicht vorbelastet ist, z. B. mit Kohlhernie (mehr dazu weiter unten).

Ein Beet-Platz in der vollen Sonne ist immer gut, aber auch ein wenig Schatten verhindert die erfolgreiche Kohlrabi-Ernte nicht. Früh- und Sommersorten benötigen haben einen Platzbedarf von etwa 25 x 30 cm im Beet, Riesenkohlrabi benötigen 40 x 50 cm. Bei zu geringem Pflanzabstand würden sich Knollen im Zylinder-Format ausbilden, außerdem hätten Schädlinge bessere Chancen.

Kohlrabi düngen und gießen

Für ein gutes Wachstum braucht Kohlrabi schnell verfügbare Nährstoffe und Wasser. Düngen Sie deshalb direkt nach der Pflanzung und nach 6 Wochen mit Brennnessel- oder Beinwelljauche. Wie Sie Brennnesseljauche herstellen, erfahren Sie hier.

Versorgen Sie Ihr Beet gleichmäßig mit Wasser. Ausgetrocknete Knollen, die auf einmal zu viel Wasser bekommen und solche, die grundsätzlich zu viel gegossen werden, saugen sich wie ein Schwamm voll und platzen auf. Bekommen die Knollen zu wenig Wasser, werden sie holzig.

Kohlrabi pflanzen: Schädlinge erkennen

Junge Kohlrabi-Pflanzen sind äußerst beliebt bei hungrigen Schnecken, deshalb sollten sie bei frischen Pflanzungen am besten täglich die Schnecken absammeln. Außerdem schlagen bei zunehmendem Wuchs auch die typischen Kohlschädlinge zu. Dazu gehören

  • Kohlfliegen: die Maden schädigen die Wurzeln
  • Erdflöhe: fressen Löcher in die Blätter
  • Raupen des Kleinen und Großen Kohlweißlings: ebenfalls Lochfraß an den Blättern

Gegen diese Kohlschädlinge kann ein Kulturschutznetz helfen. Es hält die Insekten davon ab, ihre Eier an die Pflanzen zu legen. Breiten Sie es am besten direkt nach der Pflanzung möglichst lückenlos über dem (Hoch-)Beet oder Pflanzsack/-kübel aus.

Ein weiteres Schadbild wird durch die Kohlhernie verursacht. Dies ist ein Schleimpilz, der die Wurzeln befällt und schnell die ganze Pflanze absterben lässt. Konsequente Fruchtfolge ist die beste Vorbeugung. Eher selten treten Weißfleckigkeit und Falscher Mehltau auf.

Wie bei allen anderen Kohlarten auch sind die Raupen die Raupen des Großen Kohlweißlings ein typischer Schädling und hinterlassen Lochfraß an den Blättern.
Wie bei allen anderen Kohlarten: Die Raupen des Großen Kohlweißlings sind beim Kohlrabi ein typischer Schädling und hinterlassen Lochfraß an den Blättern.

Kohlrabi vermehren

Kohlrabi besitzt zwittrige, jedoch selbstunfruchtbare Blüten. Im Normalfall bildet die Pflanze erst im zweiten Jahr Blüten aus. Die Bestäubung erfolgt im Spätfrühjahr/Frühsommer durch Insekten beim Anbau mehrerer Pflanzen, die so gegenseitig befruchtet werden. Die Kohlrabi-Knolle ist nach der Blüte nicht mehr genießbar.

Dann reifen die Samen heran, die von Juli bis August abgesammelt werden können. Die Samen müssen anschließend getrocknet und über den Winter bis zur nächsten Aussaat kühl und trocken gelagert werden. 

Kohlrabi ernten und genießen

Sie können sowohl die junge wie auch ausgewachsene Knollen ernten. Je nach Sorte und Aussatzzeitpunkt erstreckt sich der Erntereitraum von ausgewachsenen Knollen von Juni bis Oktober. Die Blätter können auch genutzt werden, dafür dreht man sie bei der Ernte einfach ab.

Frisch geerntet schmeckt Kohlrabi am leckersten. Gerade junge, kleine Knollen sind besonders zart, können als Salatbeilage verwendet oder als Kohlrabi-Sticks mit Dip gegessen werden. Bei größeren Kohlrabi sollten Sie die Schale entfernen. Gedünstet oder als Rahm-Kohlrabi ist die Knolle eine ideale Beilage.

Die Kohlrabi-Knolle ist schon ein wahres heimisches Superfood. Die Kohlrabi-Blätter haben aber noch mehr drauf. Sie enthalten besonders viel Vitamin C enthält und ein Vielfaches mehr an Carotinen als die Knolle. Blauer Kohlrabi enthält außerdem Biophenole und Anthocyane, die das Immunsystem stärken.

Einziges Manko ist die Lagerung von Kohlrabi. Früher und im Sommer geernteter Kohlrabi hält nur etwa eine Woche im Kühlschrank. Am besten sollte er zeitnah nach der Ernte verwertet werden. Die Herbstsorten können hingegen rund vier bis fünf Monate im Erdkeller lagern.

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