Kräuter auf der Fensterbank im Winter

Kräuter auf einer Fensterbank
Kräuter lassen sich gut auf einer Fensterbank ziehen - Foto: Pixel-Shot / stock.adobe.com

Würziger Schnittlauch, sattgrüne Basilikumblätter oder gehackte Petersilie verleihen schlichten Gerichten und grünem Salat Aroma und ein wenig „Sommerlaune“. Wer im Supermarkt oder im Bioladen Kräuter im Topf kauft, sollte zu Hause die Blätter und Triebe möglichst rasch ernten, denn die Pflänzchen wurden auf die Schnelle im Gewächshaus angetrieben und sind sehr verwöhnt. Am Fenster herrschen aber nie (schon gar nicht im Winter) optimale Bedingungen. Daher machen diese Kräuter rasch schlapp.

Wie bleiben gekaufte Kräuter länger frisch?

Wer etwas länger Freude an den Pflänzchen haben will, topft sie erst einmal in einen Tontopf um, der zwei Finger breiter ist als das Plastikgefäß. Dann stellt man die Kräuter an einen sehr hellen, aber nicht allzu warmen Platz – z. B. in einen frostfreien Wintergarten. Aber auch auf der Fensterbank an Ost-, Südost-, West- und Südwest-Fenstern gedeihen die Kräuter in der Regel sehr gut. Dort erholen sich die Pflanzen und können maßvoll geerntet werden

Kräuter auf der Fensterbank selbst ziehen

Kräuter selbst zu ziehen ist auch nicht schwierig: Wenn es draußen nicht gerade Stein und Bein friert oder eine dicke Schneedecke liegt, können Sie mit dem Spaten einen Ballen Schnittlauch abstechen oder Petersilienwurzeln aus der Erde heben. Setzen Sie den Ballen, beziehungsweise die Wurzel, in einen Topf mit Erde. An der Fensterbank treiben bald zarte Blätter aus.

Wer keine Petersilienwurzeln im Garten hat, kauft sie beim Gemüsehändler als Suppengrün. Suchen Sie sich Wurzeln aus, bei denen der Blattansatz gut zu erkennen ist. Schneiden Sie den oberen Teil der Wurzel 4 cm dick ab (den unteren verwenden Sie zum Kochen), und drücken Sie ihn in lockere Erde. Am sonnigen Fenster wachsen bald neue Petersilienblätter.

Zwiebeln, die schon austreiben, werfen Sie nicht fort. In ein Töpfchen mit sandiger Gartenerde gesteckt und am hellen Fenster aufgestellt, treiben sie zarte Schlotten. Diese können Sie wie Frühlingszwiebeln verarbeiten.

Rauke und Kerbel wachsen rasch und wandern grundsätzlich jung in den Kochtopf oder in die Salatschüssel. Säen Sie die Samen in ein Töpfchen mit lockerer, nährstoffarmer Erde, wobei der Kerbel kaum mit Erde bedeckt wird. Ein sonniger, möglichst kühler und luftiger Platz wäre ideal. Aber wenn Sie zwischen kühl/dunkel und sonnig/warm entscheiden müssen, wählen Sie sonnig/warm.

Kräuter auf der Fensterbank: Basilikum gedeiht besonders gut

Basilikum ist ein wunderbares Gewürz, sein warmer Duft erinnert uns an den Süden und warme Sommertage. Es gibt die typischen einjährigen Sorten (‘Genovese’), die Sie im Supermarkt kaufen können. Diese aromatische Sorte, aber auch andere einjährige Züchtungen lassen sich hervorragend auf der Fensterbank anziehen. Wichtig dabei: Säen Sie alle zwei bis drei Wochen erneut aus – in der Regel genügen ein bis zwei Töpfchen voll frischem Grün für den täglichen Bedarf. So haben Sie stets junge Basilikumblätter zur Hand.

Als besonders praktisch haben sich Saatscheiben mit Basilikumsamen erwiesen. Das sind runde Vlies-Stücke mit Samenkörnern darin, die in einen Blumentopf passen. Sie legen die Scheibe auf die Erde, gießen an, bedecken den Topf mit Frischhaltefolie – fertig. Basilikum braucht viel Sonne und verträgt Zimmerwärme. Ernten Sie Ihre Aussaaten, sobald die Pflänzchen fingerhoch sind. Tipp: Manche Basilikumsorten wie ‘African Blue’, ‘Cubanisches Strauchbasilikum’ und andere wachsend ausdauernd.

Ab Mai sollte ausdauernder Basilikum an die frische Luft gestellt werden, an einen sonnigen Platz, der vor Wind und Regen geschützt ist. Es ist übrigens nicht üblich, Strauchbasilikum uralt werden zu lassen: Alle ein bis zwei Jahre nimmt man Stecklinge und trennt sich von den Vorfahren. Die Jungen sind vitaler und wachsen besser!

Exotische Kräuter fühlen sich auf der Fensterbank wohl

Wer gerne asiatisch kocht, kann sich an die Kultur von exotischen Gewürzen heranwagen. Sie gedeihen das ganze Jahr über am Fenster oder im warmen Gewächshaus. Diese Kräuter der Tropen und Subtropen vertragen die Wärme des Zimmers weit besser als die aus dem Mittelmeerraum stammenden wie Rosmarin oder Zitronenverbene. Sogar im Sommer fühlen sich viele der Exoten im Gewächshaus oder im Wintergarten wohler als an der frischen, bei uns sehr oft kühlen Luft.

Überlegen Sie sich, welche Geschmacksrichtungen Sie wirklich mögen und in der Küche gebrauchen können. Für Gewürze, die man nie einsetzt, weil sie unserem Gaumen dann doch zu fremd sind, ist der knapp bemessene Platz am sonnigen Fensterbrett zu schade. Zitronenkräuter wie Kaffernlimette, Pelargonien mit Zitrusduft, Zitronengras und das Afrikanische Zitronenkraut schmecken dagegen in allen möglichen Salaten und Gerichten – nicht nur in der Asia-Küche! Auch Kräuter mit Thymian- oder Oregano-Aroma sind vielseitig einsetzbar. Sie stehen auf der Beliebtheitsskala von Gärtnern und anderen Genießern ganz oben.

Wir wünschen gutes Gelingen bei der Kräuter-Anzucht!

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