Kräuterlust nach Winterfrust

Ausdauernde, mediterrane Kräuter sehen derzeit ziemlich mitgenommen aus. Nachfolgend Tipps zur Wiederbelebung.
 
Mit der Nase im frischen Frühjahrswind, merkt man schnell wie kalt es noch ist im Garten, selbst am sonnigen Kräuterbeet.
 
Dort kann es jetzt jämmerlich ausschauen: Graue, blasse, windzerzauste Sträuchlein von Salbei (s. Foto), Lavendel, Heiligenkraut, Ysop oder Dost.
 
Was lebt – was lebt nicht?
 
Das ist schwer zu sagen. Unter den mehrjährigen Kräutern finden sich allerlei Immergrüne und Immergraue, deren Laub über Winter, wenn auch nicht ansehnlich, so doch lebendig bleibt.
 
Es atmet, verdunstet, treibt Photosynthese und duftet sogar. Die Pflanzen wachsen zu horstigen Halbsträuchern heran, die nach und nach von unten her verholzen.
 
Nur wenn sie regelmäßig durch Schnitt verjüngt werden, treiben sie aus dem holzigen Teil frisch aus. Diese Regenerationsfähigkeit ist der beste Schutz vor dem Kältetod.
 
Dennoch ist es gewagt, zu behaupten, es gäbe frostharten Rosmarin (Rosmarinus officinalis). Doch das Gegenteil ist auch nicht immer richtig. Lebendige Beweise gibt es nach jedem Winter. Regelmäßiger Rückschnitt, ein geschützter Platz an der Südwand, Windschatten und Verdunstungsschutz sind die besten Voraussetzungen.
 
Wer dem Rosmarin dies nicht bieten kann, hält ihn besser im Topf und überwintert ihn entweder im Wintergarten oder an einem hellen, kühlen Platz im Haus oder Schuppen bei null bis zehn Grad.
 
Ähnliches gilt für die Stauden-Immortellen, besser bekannt als „Currykräuter” (Helichrysum angustifolium ssp. italicum, H. plicatum). Sie steht in der Frosthärte zwischen Rosmarin und Lavendel.
 
Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt
 
Solange noch strenge Fröste zu erwarten sind, ist es für Schere und Spatengabel im Kräuterbeet sowie fürs Ausputzen und Rausrupfen zu früh.
Achten Sie auf die Blüten vom Huflattich. Sie kündigen verläßlich den Frühling an. Anfang Mai zeigt sich was der Winter übriggelassen hat.
 
Schaben Sie mit dem Fingernagel die Rinde von den Ästchen. Ab dort, wo es grün schimmert, lebt die Pflanze. Bis hierhin und etwas tiefer erfolgt der Frühjahrs-Pflegeschnitt.
Besonders Salbeibüsche und Lavendel konzentrieren ihr Wachstum einzig auf die Triebspitzen, die unteren Bereiche verkahlen, wenn sie nicht regelmäßig um mindestens ein Drittel gestutzt werden.
 
Diese erste Ernte reicht sicher für ein duftendes Kräuterbad.
 
 
 
 
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