Krautfäule Tomaten – muss man die Erde austauschen?

Krautfäule Tomaten – muss man die Erde austauschen?
Kraut- und Braunfäule an Tomaten – Foto: lastfurianec / stock.adobe.com

Die Krautfäule an Tomaten war in diesem Jahr ein häufiges Problem. Am Lesertelefon wurden wir oft gefragt, ob man bei Krautfäule die Erde austauschen muss. Hier unsere Tipps.

Dauerregen und hohe Luftfeuchtigkeit haben dazu geführt, dass sich die Krautfäule in diesem Jahr besonders stark ausbreiten konnte. Leserinnen berichten, dass sie kranke Tomatenstauden entsorgt hatten, obwohl die Früchte noch grün waren. Für viele war 2021  ein enttäuschendes Tomatenjahr. Sie fragen sich nun, muss mit den Tomatenstauden auch die Erde entsorgt werden. Kann man die Samen der Früchte für die nächste Saison verwenden?

Was tun nach der Krautfäule an Tomaten?

  • Wichtig ist jetzt eine gute Hygiene. Desinfizieren Sie alle Gegenstände, die mit den Pflanzen in Berührung gekommen sind.
  • Desinfizieren sollten Sie beispielsweise Messer, Gartenscheren und anderes Werkzeug.
  • Rankhilfen und Stützen für die Tomaten sollten Sie desinfizieren, zum Beispiel mit kochendem Wasser oder mit einem Dampfstrahler.
  • Im Gewächshaus: Waschen Sie auf jeden Fall die Wände im Gewächshaus nach dem Entfernen der Tomatenstauden gründlich ab.

Saatgut gewinnen

Von befallsfreien Früchten können Sie durchaus Saatgut gewinnen, allerdings vererben Sie damit eventuell die mangelnde Resistenz dieser Sorte gegen Krautfäule weiter. Man muss aber leider sagen, dass heuer auch die resistentesten Sorten befallen waren.

Erde austauschen nach der Krautfäule an Tomaten?

Die Erde muss man nicht zwingend austauschen. Geben Sie am besten bei der Neupflanzung eine Schicht frisches Substrat oben drauf und: mulchen, mulchen, mulchen!

Für alle Kulturen, die nicht zu den Nachtschattengewächsen zählen, können Sie die Erde selbstverständlich ohne Bedenken weiterverenden, denn die werden nicht von den Krautfäule-Erregern infiziert.

Krautfäule an Tomaten vermeiden

Krautfäule-Pilze werden meistens durch den Wind übertragen. Bei den kleinsten Anzeichen sollten Sie befallene Blätter entfernen. Auf keinen Fall dürfen die infizierten Pflanzenteile auf den Kompost, da die Sporen sehr robust und langlebig sind.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, auf resistente Sorten zurückzugreifen und die Tomaten nicht zu dicht zu setzen. Auch auf eine nicht zu stickstoffreiche Düngung sollte geachtet werden.

Oft werden die Sporen aus der Erde auch beim Gießen durch Spritzwasser auf die unteren Blätter übertragen, dagegen hilft eine Mulchschicht (z.B. Rasenschnitt, Beinwellblätter etc.) sowie die Entfernung der unteren Blätter.

Zur Bekämpfung des Pilzes können Sie Schachtelhalmtee einsetzen. Beginnen Sie die Behandlung im nächsten Jahr vorbeugend ab Mai. Die Spritzung muss wöchentlich wiederholt werden. Auch ein dünnes Bestäuben der Pflanze mit Gesteinsmehl kann helfen.

Bei Tomaten in Gewächshäusern lassen Sie Tag und Nacht die Türen und Fenster offen. Falls Sie eine Lüftungsautomatik besitzen, deaktivieren Sie diese.

Leider hatten heuer aufgrund der anhaltenden Regenphasen sämtliche Tipps und Tricks versagt, da die Luftfeuchtigkeit zu lange extrem hoch war.

siehe auch: Pilzerkrankungen im Garten vorbeugen

 

 

 

 

 

 

 

 

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