Kröten als Nützlinge im Garten

Erdkröte auf allen Vieren unterwegs - Foto: TwilightArtPictures / stock.adobe.com

Kröten verzehren mit Vorliebe Schnecken und andere kleine wirbellose Tiere, die im Garten als Schädlinge auftreten können.

Ihr Nahrungsspektrum macht sie damit zu einem sehr effektiven Nützling.

Die Erdkröte Bufo bufo ist bei uns am häufigsten anzutreffen. Sie wird bis zu 11 cm groß, ist meist bräunlich, grau oder gelblich gefärbt, hat einen relativ breiten Kopf und waagerechte Pupillen mit einer kupferfarbenen bis goldenen Iris.

Beute wird verschluckt

Da sich die kleinen Zähne nicht zum Kauen, sondern nur zum Festhalten eignen, muss sie ihre Beute als Ganzes verschlingen. Um den Schluckvorgang zu unterstützen, schließt die Erdkröte die Augen, drückt sie durch die großen Augenhöhlen in die Mundhöhle und zerdrückt so mithilfe der Augen die Beute ein wenig, damit sie leichter in Richtung Schlund weitertransportiert werden kann.

Nur Beute, die sich bewegt, löst den Reiz zum Zuschnappen aus. Reglose Tiere werden nicht wahrgenommen. Wenn die Kröte ein Beutetier fixiert hat, schnellt entweder die Fangzunge hervor und befördert es in Sekundenbruchteilen in den Mund, oder – bei größeren Beutetieren – stößt der gesamte Körper vor und packt das Opfer mit den Kiefern.

Normalerweise bewegen sich Erdkröten auf allen Vieren schreitend vorwärts, sind sie unruhig, hüpfen sie auch. Die Tiere haben einen gedrungenen Körper, der auf der Oberseite mit warzigen Hautdrüsen übersät ist. An der Hinterseite des Kopfes befinden sich stark hervortretende bohnenförmige Drüsen, die Hautgifte zur Abwehr von Fressfeinden enthalten. Das Drüsensekret dient jedoch auch zum Schutz vor Infektionen.

Für den Menschen ist das Berühren der einheimischen Lurche – zu der die Erdkröte zählt – nicht gefährlich. Man sollte sich nur nach der Berührung die Hände waschen.

Unter Steinen oder in Erdlöchern

Um sich vor Austrocknung zu schützen, halten sich Erdkröten gerne an feuchten Stellen auf und sind nur bei Regen oder nachts aktiv. Tagsüber ruhen die Tiere unter Steinen, Totholz, Laub, Gebüschen oder in selbst gegrabenen Erdlöchern. Als wechselwarme Tiere überwintern sie in tieferen Bodenschichten. Sobald die Temperaturen ab etwa Mitte Februar ansteigen und es feucht genug ist, beginnen die Tiere bei Anbruch der Dämmerung ihre Laichgewässer aufzusuchen.

Jedes Weibchen legt rund 3.000 bis 8.000 Eier in 3 bis 5 Meter langen doppelten Laichschnüren an Wasserpflanzen oder Gegenständen ab. Die Entwicklung vom Ei zur Larve dauert etwa 2 bis 3 Wochen, die anschließende Entwicklung der Kaulquappen noch einmal circa 2,5 bis 3 Monate. Dann begeben sich die nun lungenatmenden, vierbeinigen Landtiere oft in großen Mengen gleichzeitig ans Ufer.

Lebensraum im Garten schaffen

Wer die Amphibienart in seinem Garten ansiedeln möchte, sollte ihnen einen naturnahen Gartenteich mit Pflanzenbewuchs sowie Stein- oder Totholzhaufen als Unterschlupf bieten. Da die Tiere sehr laichplatztreu sind, werden die Folgegenerationen mit großer Wahrscheinlichkeit wiederkommen.

Übrigens: Die Erdkröte darf als besonders geschützte Art nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.

Quelle: Heike Stommel, aid

 

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