Larven in Topf und Kübel – was tun?

Larven in Topf und Kübel – was tun?
Ein ausgegrabener Engerling – Foto: bilderhexchen / stock.adobe.com

Beim Neubepflanzen von Kübel, Kästen und Töpfen werden immer mal wieder Larven (Engerlinge) entdeckt, oft in großer Anzahl. Wie kommen die Larven in die Töpfe, sind sie schädlich und was kann man tun?

Larven in Topf und Kübel – was tun?

Leser Stefan Schließler schreibt:

Hallo liebes Kraut & Rüben Team, seit etwa vier Jahren habe ich immer wieder große Pflanzgefäße, in welchen ich „pfundweise“ Engerlinge finde. Erst heute habe ich einen großen Pflanztrog mit etwa 120 Liter zur Bepflanzung vorbereitet, wobei ich wieder fast 100 (!) große Engerlinge gefunden habe. Anbei ein Bild, sichtbar ist hier aber nur ein Teil davon ist. Auf Grund der Fortbewegung tippe ich auf die Engerlinge des Rosen- oder Junikäfers. Wenn ich Jungpflanzen setze, gehen diese innerhalb kürzester Zeit ein, da mir die Engerlinge (vermutlich mangels organischer Pflanzenreste) die Wurzeln auffuttern. Einen Teil der „Täter“ siedle ich meist auf meinen Kompost um, dort ist ja genug Futter für sie vorhanden. Habt Ihr einen Tipp für mich, wie ich mit befallenen Gefäßen umgehen bzw. dem Ganzen vorbeugen kann? Chemische Mittel etc. kommen für mich keinesfalls in Frage, wobei ich natürlich auch nicht Jahr für Jahr die Erde aller meiner Gefäße vorsorglich durchsieben möchte.

Stefan Schließler findet massenweise Engerlinge in seinen Pflanztöpfen – Foto: Schließler

Die Experten von kraut&rüben antworten:

Sind Larven im Kübel schädlich?

Solange die Larven in den Gefäßen genügend abgestorbenes Pflanzenmaterial und Holzreste finden, schaden sie den Wurzeln nicht. Je mehr Larven aber pro Topf auftreten, desto eher geht die Nahrung zur Neige und dann fressen die Engerlinge womöglich auch die Wurzeln an. Um das auszuschließen, sollten Sie die Larven absammeln und in den Kompost oder in eine Gartenecke mit einem Totholzhaufen geben.

Wohin mit den Larven?

Larven bevorzugen von Natur aus ein humusreiches Substrat, zum Beispiel am Fuß von Bäumen, wo sie sich von abgestorbenen Holzresten sowie verrottenden Pflanzenteilen ernähren. Sie halten sich deshalb auch gerne im Kompost auf und erweisen sich dort als ausgesprochen nützlich, weil sie darin den Humusaufbau fördern.

Der Rosenkäfer

Der grünlich-bronze schillernde Rosenkäfer (Cetonia aurata) aus der Familie der Blatthornkäfer zählt normalerweise nicht zu den Schädlingen im Garten. Er steht sogar unter Artenschutz und war im Jahr 2000 Insekt des Jahres. Ausgewachsene Käfer werden bis 2 cm groß und ernähren sich ausschließlich von Nektar, Pollen, Pflanzensaft und reifen Früchten. Sie richten dabei aber in der Regel keine größeren Schäden an.

So kann man Larven in Töpfen vorbeugen

Wenn Sie für Ihre Kübelpflanzen Erde vom Kompost verwenden oder dem übrigen Substrat beimischen, ist es natürlich möglich, dass Rosenkäfer-Eier oder -Larven auf diese Weise in die Töpfe gelangt sind. Dies können Sie ausschließen, indem Sie abgepacktes und steriles torffreies Kübelpflanzen-Substrat aus dem Gartenfachhandel verwenden. Treten dennoch Rosenkäferlarven in Ihren Blumentöpfen auf, haben die Käfer ihre Eier, aus denen sich später die Larven entwickeln, wahrscheinlich direkt in die Topferde abgelegt.

Um zu verhindern, dass die Käfer ihre Eier direkt in die Topferde legen, können Sie ab April – da beginnt die Zeit der Eiablage – geeignete Maßnahmen ergreifen. Hilfreich ist zum Beispiel, wenn Sie auf die Erdoberfläche eine Schicht Steine oder Sand geben oder sie mit einem Vlies abdecken.

Gute Erfahrungen haben einige Gärtner mit einem Vergrämungsmittel gemacht: Sie besprühen im Frühling vor der Eiablage die Erde in den Töpfen mit einem Sud aus getrocknetem Rainfarn. Ein großflächiger Einsatz im Garten ist in der Regel nicht notwendig, da die Larven der Tiere in den Beeten keinen nennenswerten Schaden anrichten.

 

 

 

 

 

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