Letzter Termin: Beerensträucher schneiden

Schnitt an Beerensträuchern
Für eine ertragreiche Ernte sollten Beerensträucher regelmäßig geschnitten werden. Foto: rodimovpavel/stock.adobe.com

Am besten verkraften Beerensträucher einen Schnitt eigentlich nach der Ernte im Sommer, weil dann die Wunden zügig verheilen. Wer diesen Termin versäumt hat, bekommt jetzt eine letzte Gelegenheit zum Nachholen.

Beerensträucher schneiden und auf das Frühjahr vorbereiten

Wer den Sommertermin verpasst hat, greift spätestens im Winter zur Schere. Dem Gärtner bietet dieser Termin den Vorteil, dass das blattlose Gehölz es ihm ermöglicht, schnell zu beurteilen, an welchen Zweigen er die Schere ansetzen muss. Wer auch den Wintertermin versäumt hat, hat in diesen Wochen noch eine letzte Gelegenheit zur Schere zu greifen, und zwar solange die Sträucher nicht ausgetrieben haben. Denn je weiter der Austrieb fortgeschritten ist, desto stärker bremst das Entfernen von Zweigen das Wachstum und schwächt die Pflanze.

Tipp: Ideal sind frostfreie Tage mit bedecktem Himmel. Ist es zu feucht, können Krankheitserreger über die Schnittstelle eindringen.

Beerensträucher schneiden – so geht’s:

  • dünne Zweige kappen, z. B. mit einer Rosenschere
  • dickere Zweige mit einer Astschere oder Säge schneiden

Wichtig: Arbeiten Sie immer mit scharfen und sauberen Klingen, damit die Schnittstellen nicht ausfransen. Fransige Stellen sind Nährböden für Krankheitserreger!

Jeder Beerenstrauch sollte nach dem Schnitt aus etwa 8–10 Trieben bestehen, und zwar 1, 2 und 3 Jahre alte. Alle anderen, überzähligen Triebe entfernt man bodentief und stummelfrei. Nach dem Schnitt erhalten die Sträucher frischen Kompost.

Tipps für das Schneiden unterschiedlicher Gehölzarten

Schwarze Johannisbeeren:
Entfernen Sie alle dunklen Zweige bodennah, die älter als 3 Jahre sind. Die Sträucher tragen hauptsächlich am einjährigen Holz. In der Regel bleiben dann etwa 7 bis 10 kräftige Triebe stehen.

Rote und weiße Johannisbeeren:
Anders als bei der schwarzen Johannisbeere, tragen die roten und weißen Johannisbeersträucher ihre Früchte vor allem an 2 – 3-jährigen Trieben. Deshalb sollten Sie hier alle Triebe schneiden, die älter als 4 Jahre sind.

Tipp: Ist der Strauch nach dem Schnitt noch zu dicht (weniger als eine Handbreit zwischen den einzelnen Trieben), kappen Sie jeden zweiten Trieb bis auf einen kurzen Zapfen. Dieser treibt dann im nächsten Jahr aus.

Stachelbeeren:
Bei Stachelbeeren sind die einjährigen Seitenäste der 2 – 3-jährigen Triebe besonders ertragreich. Schneiden Sie deshalb alle dunklen und älteren Hölzer mit rauer Rinde bodennah ab.

Kulturheidelbeeren:
Bei Kulturheidelbeeren sollten Sie bei ausgewachsenen Sträuchern (etwa 5 Jahre alt) mindestens 1 – 2 vergreiste, stark verzweigte Grundtriebe abschneiden. Auch sehr schwache Bodentriebe sollten gekappt werden.

Himbeeren:
Junge Triebe können Sie bis Winterende eingekürzt werden, krankes und schwaches Holz sollten Sie komplett und bodennah entfernen. Binden Sie die übrigen Zweige locker an.24

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