Linsen: Gesunde Hülsenfrüchte                                

trockene Linsen
Foto: gitusik/stock.adobe.com

Sie sind wieder gefragt wie lange nicht mehr. Das etwas altmodische Gemüse, das Arme-Leute-Essen von einst, wurde zum Trend-Nahrungsmittel in der modernen Küche. Kann man es im Garten anbauen?

Grün, braun, gelb, orange, oder schwarz – welche darf ́s denn sein? Die Auswahl an Linsen im Lebensmittelhandel ist derzeit riesengroß. Während Linsenmahlzeiten noch vor wenigen Jahrzehnten eher der Mief preiswerter Nachkriegsküche anhaftete, erfreuen sie sich wieder wachsender Beliebtheit.

Vollwertiger Energiespender

Nicht zuletzt weil vegane Ernährung immer populärer wird, erinnert man sich ihrer zahlreichen Vorzüge. Ein hoher Eiweißgehalt (25–30 Prozent in der Trockenmasse, gesunde Kohlenhydrate, reichlich Mineral- und Ballaststoffe sowie B-Vitamine bei gleichzeitig geringem Fettgehalt machen aus Linsen einen kalorienarmen, gesunden und vollwertigen Energiespender.

Von der Steinzeit bis heute

Schon vor rund 10.000 Jahren wurden Linsen angebaut. Man kannte sie im alten Ägypten und im Alten Testament der Bibel ist von ihnen zu lesen. Auch in Mitteleuropa standen Linsen schon auf dem Speisezettel der Germanen, Kelten und Alemannen. Auf der Schwäbischen Alb spielte der Linsenanbau bis ins 20. Jahrhundert hinein eine bedeutende Rolle. Linsen mit Spätzle gelten nahezu als Nationalgericht. Dennoch kam der Anbau auch im Ländle Ende der 1950er Jahre zum Erliegen. Erst Woldemar Mammel, ein Bio-Bauer, belebte ihn kurz vor der letzten Jahrtausendwende wieder und vermehrt inzwischen historische Sorten der alten Alb-Leisa (Alblinse).

Wenig Ansprüche an den Boden

Linsen wachsen gerne auf eher kargen, kalkreichen, sandigen oder steinigen Böden. Sie vertragen Trockenheit. Kalkmergel, Kalkschotter oder Muschelkalk bieten gute Voraussetzungen, fruchtbare Standorte dagegen weniger. Bei so viel Bescheidenheit fragt man sich, warum Linsen nicht häufiger angebaut werden. Doch für Landwirte gibt es einfach wirtschaftlichere Kulturen. – Und im Garten? Wachsen die Pflanzen problemlos, doch die Ernte erweist sich als recht aufwendig und der Ertrag als überschaubar. Liebhaber können sich jedoch durchaus daran versuchen.

Linsen: So baut man sie im Garten an

Wer es versuchen möchte, sät zwischen Ende April und Anfang Mai aus. So früh wie möglich, der Boden sollte jedoch gut abgetrocknet sein. Das Saatbett vorher gründlich von Wildkräutern befreien. Dann die Samen 4–5 cm tief in die Erde stecken. In der Reihe hält man etwa 5 cm Abstand, zwischen den Reihen so viel, dass man eine Hacke dazwischen durchziehen kann (15–35 cm). Anfangs immer wieder Beikräuter entfernen.

Linsen sind Rankpflanzen, wie Erbsen, und brauchen daher ein Stütze im Beet. Man steckt deshalb trockene Zweige als Halt zwischen die Pflanzen oder baut ein Rankgitter. Linsen blühen und reifen von unten nach oben nachfolgernd. Sind die unteren Hülsen braun und erntereif, befinden sich oben noch unreife, deshalb ist es nicht leicht, den richtigen Erntezeitpunkt zu bestimmen. 100 bis 140 Tage vergehen in der Regel von der Aussaat bis zur Ernte, die also zwischen Juli und September liegen kann. In jedem Fall müssen die untersten Hülsen braun verfärbt sein. Ist der richtige Zeitpunkt gekommen, schneiden Sie die Pflanzen ab und lassen die Wurzeln im Boden. Linsen gehören zu den Leguminosen (Stickstoffsammlern). Um die Linsen aus den Hülsen zu dreschen, legen Gärtner sie in ein Tuch und klopfen darauf. Die größte Herausforderung besteht darin, die Linsen von den Hülsenresten zu trennen.

 

 

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