Mähroboter

Foto: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de

Laut LBV halten die Geräte vor kleinen Tieren nicht an; der Betrieb in der Nacht ist besonders gefährlich.

Mähroboter können Igel und andere Gartentiere töten
Die in Gärten immer häufiger eingesetzten Rasenmähroboter stellen nach ersten Erkenntnissen des LBV*-Projekts „Igel in Bayern“ eine erhebliche Verletzungsgefahr für Igel dar.
*) LBV Landesbund für Vogelschutz
Hinzu kommt, dass die Geräte beim Einsatz insbesondere in der Nacht auch viele weitere Gartentiere wie Blindschleichen, Amphibien und Insekten töten.

Zunehmend verletzte Tiere

Da die Bedienungsanleitung der Hersteller darauf hinweist, dass das Gerät nicht unbeaufsichtigt im Beisein von Kindern und Haustieren arbeiten darf, lassen die meisten Besitzer ihren Mähroboter nachts laufen. „Dies kann jedoch tödlich für Igel und viele andere nachtaktive Tiere ausgehen“, so Martina Gehret, die LBV-Projektbeauftragte für „Igel in Bayern“. Das zeigt auch die Nachfrage des LBV bei vielen Igelstation, deren Zulauf stark verletzter Tiere durch elektrische Gartengeräte parallel zu den Verkaufszahlen der Mähroboter angestiegen ist. „Da Igel bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich zusammenrollen, sind sie besonders gefährdet“, erklärt die LBV-Expertin.

Nackter Rasen statt bunter Garten

Mähroboter sind auf dem Vormarsch und liegen im Trend. Doch durch die automatisierte tägliche Pflege eines scheinbar perfekten Rasens haben Blühpflanzen, Insekten, Amphibien, Spinnentiere und auch kleine Säugetiere keine Chance in unseren Gärten mehr. „Rasenmähroboter machen das Leben vielleicht kurzzeitig bequemer, doch die Artenvielfalt hat in Robotergärten keine Chance mehr. Die Geräte sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Igel und andere Gartentiere“, erklärt Martina Gehret.

Nahrung fehlt

Bestätigt werden die Naturschützer des LBV durch Zahlen aus der Schweiz. „Im vergangenen Jahr wurden zu uns 20 durch Rasenroboter verletzte Igel gebracht“, so Erika Heller, die Leiterin der Igelstation in Winterthur, gegenüber dem LBV. Darüber hinaus entziehen die Mähroboter dem Igel zusätzlich seine Nahrungsgrundlagen. So ist er auch noch gezwungen, längere und gefährlichere Wege auf der Suche nach Nahrung zurücklegen oder er kann sich nicht genügend Fettreserven für seinen Winterschlaf anfressen.
„Anstatt diesen Teufelskreislauf mit Mährobotern zu befeuern, sollte jeder Gartenbesitzer lieber auf Artenreichtum achten und auf die elektrischen Helfer verzichten“, fordert die LBV-Expertin. Jeder Garten ist Teil einer großen Privatgartenfläche. Diese riesige, nicht versiegelte Fläche mitten in unseren Siedlungsgebieten ist oft der einzige Rückzugsort für Tiere wie den Igel, die jenseits des Gartenzaunes kaum noch einen Lebensraum finden. „Zwar sind Mähroboter nicht neu, wohl aber das Tempo des Naturverlustes in seinem Einsatzbereich. „Die Natur vor unserer Haustür droht vielerorts immer weiter zu verarmen und dazu tragen die Geräte bei“, so Gehret.

Ein Igel so groß wie ein Apfel

Einige Verkaufsexperten gehen davon aus, dass Mähroboter 2016 ihren Durchbruch erleben, da die Geräte immer preiswerter werden. Seit der Markteinführung 1995 steigen die Verkaufszahlen jährlich an. Bekannte Sicherheitsmängel werden jedoch von den Herstellern nur nebenbei erwähnt oder heruntergespielt. In einem Test der „Stiftung Warentest“ überfährt und schreddert ein Mähroboter problemlos einen Apfel. „Ein kleiner Igel ist zusammengerollt auch nicht größer als ein Apfel“, weiß Martina Gehret. Und auch die Tester des Verbrauchermagazins Öko-Test kritisieren an den Rasenroboter: „Kein Gerät hält die Normvorgaben ein.“
Mehr zum Thema auch unter dem Blog der LBV-Igelexpertin auf www.igel-in-bayern.de
Quelle: LBV

Foto Mähroboter: Wolfgang Dirscherl  / pixelio.de

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