Maiglöckchen: So duftet der Wonnemonat

Maiglöckchen
Foto: c11yg/stock.adobe.com

Was  wäre ein Frühling ohne Mai? Und was wäre dieser ohne Maiglöckchen? Die kleinen Stauden erweisen sich als große Parfumeure. Ihr sinnlicher Charme geht direkt zu Herzen.

Da Maiglöckchen (Convallaria majalis) ihre Schönheit meist in den Schatten stellen (im wahrsten Sinn des Wortes), sind sie oft gar nicht so leicht zu entdecken. Am besten geht man immer der Nase nach, dann wird man gewiss fündig. Die kleinen Dufter gelten hierzulande als der Inbegriff von Frühling und waren einst der germanischen Frühlingsgöttin Ostara geweiht. Die ersten blühenden Exemplare des Jahres werden als Glücksbringer begrüßt.

Sehr durchsetzungsfähig

Das Blümchen wirkt zwar zart und zerbrechlich, doch die Pflanze ist ganz schön durchsetzungsfähig. Mit Hilfe ihrer unterirdisch kriechenden, stark verzweigten Wurzelrhizome erobert es gern die Umgebung – sofern sie ihm zusagt. Halbschattig auf humusreichem, am besten etwas kalkhaltigem Boden, da breitet sich die Staude gerne aus und weil sie so reizend dabei aussieht, lässt man sie mit ihrem Wandertrieb gewähren. Nicht selten hat es dann schon nach wenigen Jahren große Nachbarstauden dicht umzingelt und kleinere einfach überrannt. Besser man pflanzt es in naturnahe Gartenecken, wo seine Ausbreitung nicht stört oder setzt es mit Wurzelsperre in die Erde.

Etliche Gartensorten

Aus unserem heimischen Waldrandbewohner, der auch in Teilen Asiens zuhause ist, haben Gärtner zahlreiche Kulturformen entwickelt.

  • ‘Rosea’ blüht zartrosa.
  • ‘Flore Pleno’ öffnet gefüllte Blüten.
  • ‘Prolificans’ wirkt gefüllt wegen verdrehter Blütenblätter.
  • ‘Albolineata’ (heißt auch ‘Albostriata’ oder nur ‘Striata’) trägt gelb gestreifte Laubblätter.
  • ‘Vierländer Glockenspiel’ entwickelt bis zu 18 Blütenglöckchen pro Stiel
  • ‘Grandiflora’ blüht sehr reich und großblumig.
  • ‘Fortin´s Giant’ verblüfft mit Riesenblüten.
  • ‘Hardwick Hall’ wird mit 40 cm Höhe besonders stattlich.

Die inneren Werte

Noch heute dienen Maiglöckchen – dank hochwirksamer Glykoside – als Arzneipflanzen, die bei Bluthochdruck und Herzbeschwerden eingesetzt werden. Von Selbstmedikation ist jedoch dringend abzuraten, denn alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Um das Maiglöckchen-Laub nicht mit dem zum Kochen begehrten Grün des Bärlauches zu verwechseln, verlässt man sich am besten auf die Nase: Bärlauch-Blätter riechen beim Zerreiben streng nach Knoblauch.

Mehr Geschichten und Wissenswertes rund ums Maiglöckchen lesen Sie in der Mai-Ausgabe von kraut&rüben. Jetzt am Kiosk oder hier.

Teilen