Maiglöckchen pflanzen – Sorten für den Garten

Maiglöckchen pflanzen – Sorten für den Garten
Maiglöckchen betören mit ihrem unverwechselbaren Duft – Foto: c11yg / stock.adobe.com

Was wäre ein Frühling ohne Maiglöckchen? Die kleinen Stauden erweisen sich als große Parfumeure. Wann und wo kann man Maiglöckchen pflanzen?

Da Maiglöckchen (Convallaria majalis) ihre Schönheit meist in den Schatten stellen (im wahrsten Sinn des Wortes), sind sie oft gar nicht so leicht zu entdecken. Am besten geht man immer der Nase nach, dann wird man gewiss fündig. Die kleinen Dufter gelten hierzulande als der Inbegriff von Frühling und waren einst der germanischen Frühlingsgöttin Ostara geweiht. Die ersten blühenden Exemplare des Jahres werden als Glücksbringer begrüßt.

Wo wächst das Maiglöckchen im Garten?

Das Blümchen wirkt zwar zart und zerbrechlich, doch die Pflanze ist ganz schön durchsetzungsfähig. Im Schatten unter Bäumen und Sträuchern behaupten sich die Ausläufer des Maiglöckchens auch gegen starken Wurzeldruck. Mit Hilfe ihrer unterirdisch kriechenden, stark verzweigten Wurzelrhizome erobert es gern die Umgebung – sofern sie ihm zusagt.

Halbschattig auf humusreichem, am besten etwas kalkhaltigem Boden, da breitet sich die Staude gerne aus und weil sie so reizend dabei aussieht, lässt man sie mit ihrem Wandertrieb gewähren. Doch nicht selten hat es dann schon nach wenigen Jahren große Nachbarstauden dicht umzingelt und kleinere einfach überrannt.

Maiglöckchen pflanzen

Maiglöckchen können Sie jederzeit pflanzen – vom Frühjahr bis zum Herbst. Am günstigsten ist die Pflanzzeit allerdings im zeitigen Frühjahr ab März oder im Herbst. Die sogenannten Maiglöckchenkeime (die Enden der Wurzelausläufer) werden am besten zu mehreren in Gruppen mit etwa 20 cm Abstand gepflanzt.

Wegen seinem Ausbreitungsdrang setzt man das Maiglöckchen vorzugsweise in naturnahe Gartenecken, wo eine Wucherung nicht stört oder Sie graben eine Wurzelsperre in die Erde.

Die weichen grünen Blätter sterben im Herbst ab und im Frühling treiben die Stauden aus den Wurzelstöcken neu aus.

Maiglöckchen pflanzen: verschiedene Sorten für den Garten

Aus unserem heimischen Waldrandbewohner, der auch in Teilen Asiens zuhause ist, haben Gärtner zahlreiche Kulturformen entwickelt.

  • ‘Rosea’ blüht zartrosa und bevorzugt Plätze ohne direktes Sonnenlicht.
  • ‘Flore Pleno’ öffnet gefüllte Blüten mit weißen bis cremefarbenen Glöckchen.
  • ‘Prolificans’ wirkt gefüllt wegen verdrehter Blütenblätter.
  • ‘Albolineata’ (heißt auch ‘Albostriata’ oder nur ‘Striata’) trägt gelb gestreifte Laubblätter.
  • ‘Vierländer Glockenspiel’ entwickelt bis zu 18 Blütenglöckchen pro Stiel.
  • ‘Grandiflora’, die bekannteste unter den Gartenzüchtungen, blüht sehr reich und großblumig.
  • ‘Fortin´s Giant’ verblüfft mit Riesenblüten.
  • ‘Hardwick Hall’ wird mit 40 cm Höhe besonders stattlich und beeindruckt mit cremegelb gerandeten, blaugrünen Blättern.

Maiglöckchen sind giftig

Die lieblich weißen Glöckchen mit ihrem intensiven Duft eignen sich gut für die Vase. Aber achten Sie darauf, dass die ganze Pflanze giftig ist!

Noch heute dienen Maiglöckchen – dank hochwirksamer Glykoside – als Arzneipflanzen, die bei Bluthochdruck und Herzbeschwerden eingesetzt werden. Von Selbstmedikation ist jedoch dringend abzuraten.

Um das Maiglöckchen-Laub nicht mit dem zum Kochen begehrten Grün des Bärlauches zu verwechseln, prüft man am besten auch mit der Nase: Bärlauch-Blätter riechen beim Zerreiben streng nach Knoblauch.

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