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Microgreens und Sprossen anbauen

Auch im Winter muss man nicht auf frisches Grünzeug verzichten. Microgreens ist das Trendwort der Stunde. Das Großartige an ihnen ist, dass sie schon nach ein paar Tagen erntereif sind. Im Video zeigt Chefredakteurin Eva Puchtinger, wie Sie Keimsprossen, Grünsprossen und Microgreens ganz einfach selbst anbauen können.

Frisches Grün den ganzen Winter lang? Mit Microgreens und Sprossen! Wir erklären, wie sie anzubauen sind, was genau der Unterschied ist und welche Arten sich für dieses Mini-Gemüse ganz besonders gut eignen.

Umgangssprachlich wird häufig alles unter dem Begriff Microgreens zusammengefasst. Aber tatsächlich tragen die unterschiedlichen Stadien auch unterschiedliche Namen. Von Microgreens ist erst die Rede, wenn die Pflänzchen schon etwas länger gewachsen sind. Aber egal, wann Sie die Sprossen ernten: Sie sind wahre Vitaminbomben! So werden sie angebaut:

Die „Babys“: Keimsprossen ziehen in selbst gemachten Keimgläsern

Von Keimsprossen kann alles gegessen werden: der gequollene Samen, die Wurzeln und den ersten zarten Keim, noch bevor sich Blätter gebildet haben. Um Keimsprossen zu ziehen, benötigen Sie sogenannte Keimgläser. Man kann diese im Handel kaufen oder sie ganz einfach selbst machen.

Was Sie dafür brauchen:

  • Einmachgläser als Keimgefäß
  • Haushaltsgummis
  • Fliegengitter oder Gaze aus dem Verbandskasten
  • Ein Trinkglas, das etwas größer ist als das Einmachglas (als Auffangbehälter)

Gute Keimsprossensamen sind z. B. Radieschen, Mungbohnen, Alfalfa, Rote Bete oder Linsen. Und so können Sie Keimsprossen ziehen:

Geben Sie die Samen Ihrer Wahl in das Keimglas, bis der Boden gut bedeckt ist. Die Öffnung oben wir nun mit dem Fliegengitter oder den Gazen abgedeckt und mit einem Gummi befestigt. So bleiben die Samen beim Spülen im Glas. Anschließend füllen Sie zwei bis drei Fingerbreit mit lauwarmem Wasser auf und lassen die Samen über Nacht quellen. Am nächsten Tag gießen Sie das Wasser ab, füllen noch einmal auf und gießen erneut ab. Das ist der Spülvorgang, der ab sofort 1 bis 2-mal pro Tag durchgeführt werden soll. Tipp: Damit die Flüssigkeit jeweils gut abtropft, stellen Sie das Keimglas schräg kopfüber in das Trinkglas. Je nach Art können Sie die Keimsprossen nach 3 bis 7 Tagen genießen.

Die „Kleinkinder“: Grünsprossen säen – auf Watte oder Küchenkrepp

Grünsprossen sind schon etwas weiter in ihrer Entwicklung als Keimsprossen. Es werden nur die jungen Blättchen und Triebe gegessen, die vorab mit einer Schere geerntet werden. Um Grünsprossen anzuziehen, brauchen Sie nicht mehr als einen flachen Teller, Wattepads oder Küchenkrepp und die gewünschten Samen. Diese streuen Sie dicht aus. Wichtig: Zuvor Pads oder Küchenkrepp gut anfeuchten! Nun stülpen Sie eine Glasschüssel darüber, welche quasi als Mini-Gewächshaus dient. So halten Sie das Klima warm und feucht. Einmal am Tag sollten Sie lüften, damit sich kein Schimmel bilden kann.

Als Grünsprossen eigenen sich z. B. Sonnenblumenkerne, Brokkolisamen oder Rote Bete.

Die „Teenager“: Microgreens anbauen – Vitaminbomben auf der Fensterbank

Microgreens sind sozusagen die Teenager unter den Sprossengemüsen. Sie werden als ziemlich große Keimlinge geerntet. Dementsprechend dauert es auch ein bisschen länger, bis man sich an ihnen laben kann. Anders als Keim- und Grünsprossen werden Microgreens in richtige Erde ausgesät. Wir verwenden ganz normale Blumentöpfe zur Aussaat. Die Samen werden über Nacht in Wasser eingelegt, damit sie etwas vorquellen können. Dann werden sie im Abstand von ca. 2 cm in die Erde gesteckt und vorsichtig angegossen. Verwenden Sie am besten eine ganz feine Brause, damit die Samen nicht weggespült werden.

Auch hier wird anschließend eine Glasschüssel als Mini-Gewächshaus verwendet, um das Klima feucht und warm zu halten. Nach ein paar Tagen können die Microgreens geerntet werden. Entweder schneiden Sie die Triebe ab oder Sie zupfen einzelne Blätter ab. Zur Anzucht eignen sich dieselben Saaten wie auch für Keim- und Grünsprossen. Im Video haben wir Erbsen verwendet – eine ganz klare Empfehlung der Redaktion!

Vorsicht: Keine Nachtschattengewächse verwenden!

Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika, Chilis, Auberginen oder Paprika eignen sich nicht als Sprossengemüse. Denn sie tragen giftiges Solanin in sich, das auch beim Erhitzen nicht zerstört wird. Bohnen wiederum können zur Aussaat verwendet werden. Allerdings sollten Sie die Sprossen vor dem Verzehr erhitzen, damit das giftige Phasin unschädlich gemacht wird.

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