Minzen – aromatisch, dekorativ und artenreich

Minze im Beet
Minze ist robust, pflegeleicht und vermehrt sich rasend schnell. Foto: lzf/stock.adobe.com

Frische Minze im Garten oder auf dem Balkon zu ziehen, ist für jeden Kräuterliebhaber eigentlich ein Muss. Schließlich ist das frische Kraut robust, pflegeleicht und vermehrt sich quasi von selbst. Doch Minze ist nicht gleich Minze! Von scharf bis mild-fruchtig – in über 30 Sorten ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Warum es so viele verschiedene Sorten an Minzen gibt

Pfefferminze kennen und lieben wir alle. Aber diese ist bei weitem nicht die einzig nennenswerte Sorte unter den Minzen. Weit über 30 verschiedene Arten gibt es inzwischen. Doch woran liegt das? Dass es so viele Sorten, Formen, Farben und Geschmacksrichtungen gibt, verdanken wir dem Umstand, dass Minzen leicht bastardisieren. Das heißt, sie kreuzen sich von Natur aus gerne miteinander – ganz ohne Zutun von Gärtnern und Züchtern. Das Kraut ist so pflegeleicht, dass es fast überall gedeiht, im Garten wie auch im Topf auf dem Balkon.

Vielfältige Wuchsform der Minze

So artenreich wie Minzen sind, so unterschiedlich sind auch die Wuchsformen. Je nach Sorte wächst die Minze als 3 cm kleiner Bodendecker oder reicht bis zum 1 m hohen Busch. Auch die Blätter der Minze variieren: von länglich spitz, über rund und glatt bis hin zu kraus und haarig ist alles dabei.

Durch ihre Vielfalt im Aussehen peppen Minzen jeden Garten auf. Neben den dekorativen Blättern erfreuen sie uns auch mit hübschen Blüten. So sieht selbst ein Beet, das ausschließlich mit Minzen bepflanzt ist, nie langweilig aus, denn die Blätter warten mit den unterschiedlichsten Farben auf.

Diese Minzen verschönern den Garten mit schmucken Blättern:

  • Rossminze (M. longifolia): glänzt mit silbrig behaartem Laub, besitzt ein herbes, etwas strenges Aroma.
  • Ananas-Minze ‚Variegata‘ (M. suavenolens): hellt mit creme weißen Blatträndern den Halbschatten auf.
  • Krause Minze ‚Crispa‘ (M. spicata): bringt mit grünen „Rüschen“ Schwung ins Beet.
  • Kölnischwasser-Minze ‚Eau de Cologne‘ (M. x piperita): duftet, wie ihr Name verspricht.

Schon gewusst? Insekten freuen sich ebenfalls über viel Minze im Beet. Denn: die meisten Arten sind in Europa heimisch – und das schmeckt ihnen besonders gut!

Minze anpflanzen: So klappt es im Beet oder auf dem Balkon

Minze im Beet: Minzen wachsen am besten an einem halbschattigen bis sonnigen Platz. Der Boden sollte humos, wenig kalkhaltig und nährstoffreich sein. Wenn dann noch reichlich gegossen wird, fühlt sich die Minze pudelwohl. Da sich die Pflanzen schnell und einfach ausbreiten, ist es für den Schutz anderer Beetpartner wichtig, Grenzen zu setzen. Als Wurzelsperre eignen sich Pflanzgefäße, Eimer oder Wannen. Dazu einfach den Boden herausschneiden und das Gerüst in den Boden setzen. Tipp: Gelegentlich sollten die Ränder kontrolliert und überhängende Triebe geerntet werden, um die Ausbreitung einzudämmen.

Minze auf dem Balkon: Gute Nachrichten für alle Balkongärtner – Minze gedeiht wunderbar in Töpfen! Auch hier bevorzugt sie einen halbschattigen bis sonnigen Standort, wobei heiße Mittagssonne zu meiden ist. Da Töpfe weniger Erde beinhalten und damit auch weniger Wasser speichern können, ist es auf dem Balkon noch wichtiger, die Minze regelmäßig zu gießen. Außerdem sollte man die Pflanzen alle 1 – 2 Jahre in ein größeres Gefäß umtopfen (oder teilen), da das Wachstum durch den Topf zwar gehemmt aber nicht unterbunden wird.

Medizinische Wirkung der Minze

Minze ist nicht nur lecker, sondern fördert auch unsere Gesundheit! Die medizinische Wirkung der Minze ist auf das ätherische Öl ‚Menthol‘ zurückzuführen, das besonders gehaltvoll in der Pfefferminze (M. x piperita) vorkommt. Es lindert beispielsweise Erkältungssymptome, da es verstopfte Atemwege öffnet. Auch auf die Verdauung wirkt das Öl der Minze unterstützend, da es die Gallenproduktion fördert und bei Magen- und Darmkrämpfen erfolgreich Anwendung findet. Müde Beine? Auch hier wirken ein paar Minz-Stengel als Zusatz im Fußbad Wunder.

Einige Minzsorten mit einem höheren Mentholgehalt sind z. B.:

  • ‚Multimentha‘
  • ‚Agnes‘ (beide werden gerne in der Heilpflanzen-Produktion verwendet)
  • ‚Chocolate‘ – eher süß-mentholig

Wer Minze gerne in der Küche verwendet und den scharf-würzigen Geschmack lieber meiden möchte, sollte bei der Wahl seiner Pflanzen auf einen niedrigeren Mentholgehalt achten. Minzen mit niedrigem Mentholgehalt, sind z. B. sogenannte Fruchtminzen (M. x piperita var. Citrata), deren Minzgeschmack von anderen Geschmäckern wie Orange, Limone oder Grapefruit überlagert werden. Kaum oder gar kein Menthol findet man bei Ähren-Minzen (M. spicata), die auch ‚grüne Minzen‘ genannt werden. Dazu gehören auch die arabischen Minzsorten, die häufig für Kaugummi und Mundwasser verwendet werden.

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