Die Möhrenfliege abwehren

Möhrenfliege abwehren
Junge Mohrrüben-Pflanzen – Foto: Petra Fischer / stock.adobe.com

Wer Karotten bereits im März aussät, hat gute Chancen gegen die Möhrenfliege. So schützen Sie Ihr Gemüse gegen einen Befall.

Frühe Sorten werden ins Frühbeet oder – bei offenem Boden – direkt ins Freiland gesät.

Der Nachwuchs der Möhrenfliege (Chamaepsila rosae) schöpft gerne aus den Vollen und frisst sich am liebsten kreuz und quer durch saftige Karotten. Sind die Gelben Rüben erst einmal von Gängen durchzogen, bleibt für die Küche nicht mehr viel übrig. Die beschädigten Möhren faulen leicht.

Außer Möhren mag die Fliege noch weitere Doldenblütler wie Sellerie, Dill, Fenchel oder Petersilie und richtet dort ihre Kinderstube ein.

Zwei Generationen pro Jahr

In unseren Breiten entwickelte die Möhrenfliege bisher zwei Generationen pro Jahr. Die Fliegen der ersten Generation ist von Mai bis Anfang Juli unterwegs, die zweite von Mitte August bis zum ersten Frost.

Inzwischen tritt sehr häufig noch eine 3. Generation im September, Oktober auf, während die 2. Generation bereits im Juli, August in den Gärten nach Möhren für ihren Nachwuchs Ausschau hält. In südlichen Gefilden wie in Italien ist eine 3. Generation Standard. Dort ist es deshalb üblich, Möhren im Herbst zu säen.

Am besten in die Mitte setzen

Die Möhrenfliege ist ein schlechter Flieger. Wind bringt sie vom Kurs ab. Deshalb sind Möhrenbeete in der Mitte des Gartens am besten aufgehoben, fernab von Mauern, Hecken, Büschen und Bäumen, die den Wind ausbremsen. Wenn sie nicht auf dem Möhrenbeet unterwegs sind, halten sich die Fliegen im lichten Schatten benachbarter Hecken auf. Je weiter diese Rastplätze von den Möhren entfernt sind, umso besser.

Aussaat im März oder im Juli

Maden mögen halbwüchsige Karotten am liebsten. Haben die Rüben eine gewisse Größe erreicht, legen die Fliegen dort keine Eier mehr ab. Wer Möhren früh (im März) oder spät (im Juli) sät, erreicht mit etwas Glück, dass die Fliege für ihren Nachwuchs keine geeigneten Rüben vorfindet.

Der Geruchssinn der Fliegen ist phänomenal. Möhrenduft lockt sie an, aber auch der Geruch von frischem Kompost oder Mist. Wer an seinen Möhren herumzupft, sei es um zu dicht gesäte auszudünnen oder um halbwüchsige für die Küche zu ernten, setzt bei jeder Berührung Duftwolken frei, die den Fliegen den Weg weisen. Deshalb ist es sinnvoll bei der Aussaat auf genügend Abstand zu achten, damit die Möhren unbehelligt wachsen können. Wildkräuter sollte man nur an windstillen Tagen aus den Möhrenreihen holen.

Resistente Sorten

Weitgehend madenfrei bleiben widerstandsfähige Sorten wie ‘Ingot F1’ und ‘Flyaway F1’. Diese bilden nur geringe Mengen an Chlorogensäure, einen Stoff, den die Möhrenfliegen-Larven für ihre Entwicklung brauchen. Stehen diese Sorten alleine auf weiter Flur, nehmen die Fliegen auch mit der einen oder anderen von ihnen vorlieb.

Wer auf Nummer sicher gehen will, umrandet das Karottenbeet mit einer schmalen Reihe herkömmlicher Möhrensorten als Lockpflanzen. Die Fliegen legen dort ihre Eier ab und lassen die widerstandsfähigen links liegen, da jene weniger verführerisch duften als die stark chlorogenhaltigen Sorten.

Zwiebeln halten die Möhrenfliege auf Abstand, oder?

Diese alte Biogärtner-Weisheit stimmt nur zum Teil. Die beliebte Kombination eine Reihe Möhren, eine Reihe Zwiebeln, wie sie auf vielen Beeten üblich ist, beeindruckt Möhrenfliegen überhaupt nicht.

Wie Versuche bewiesen, lässt sich die Möhrenfliege nur austricksen, wenn jeweils vier Reihen Zwiebeln jede Möhrenreihe begleitet. Das Schlottenaroma verwirrt der Fliege zudem nur die Sinne, während die Blätter wachsen. Sobald sich der Wurzelhals verdickt und die Pflanzen beginnen Zwiebeln anzusetzen, ist es mit der Duftbarriere vorbei.

Schutznetze sperren die Fliegen aus, oder?

Dies funktioniert nur, wenn auf dem Beet bisher keine Möhren angebaut wurden. Da die Puppen im Boden (5–8 cm tief ) überwintern, finden sie nach dem Schlupf unter dem Netz ideale Entwicklungsbedingungen. Befall im nächsten Jahr beugt vor, wer alle Möhren im Herbst restlos aberntet und im Frühjahr die Saat auf einem neuen Beet ausbringt. Frühestens nach 4 Jahren dürfen die Gelben Rüben wieder auf das selbe Beet.

Da Möhrenfliegen sich im Tiefflug auf die Suche nach einer Kinderstube machen, genügt es auch, einen Vorhang um das Möhrenbeet zu ziehen.

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