NĂŒtzliche Schnecken

NĂŒtzliche Schnecken
Gelbe Hainschnecke - Fotot: Andrea Leiber / stock.adobe.com

Nicht alle Schnecken sind eine Plage. Diese gutmĂŒtigen Schneckenarten sind sogar nĂŒtzlich.

In einem Naturgarten, mit seinen vielfĂ€ltigen LebensrĂ€umen, stellen sich auch nĂŒtzliche Schnecken ein: Schnegel, HainbĂ€nderschnecken, ebenso Weinbergschnecken sind harmlos und ernĂ€hren sich von Flechten, Algen, Moosen und welken Pflanzenteilen.

Weinbergschnecke (Helix pomatia)

Die Weinbergschnecke ist die grĂ¶ĂŸte einheimische Landschnecke. Mit einem Alter von bis zu 20 Jahren und einem GehĂ€usedurchmesser von bis zu fĂŒnf Zentimeter können imposante Exemplare heranwachsen.

Weinbergschnecken findet man in Gebieten mit kalkreichen Böden. Die Weichtiere brauchen Kalk fĂŒr die Bildung des Schneckenhauses. Kalk wird ĂŒber die Nahrung, also ĂŒber die Pflanzen aufgenommen. Im Herbst wird besonders viel von dem Baustoff benötigt, bevor sich Weinbergschnecken zur Winterruhe begeben und ihr Haus mit einem Kalkdeckel verschließen.

Weinbergschnecken gelten nicht als GartenschĂ€dlinge und sind sogar geschĂŒtzt. Sie vertilgen zwar große Mengen Pflanzenmaterial, doch sie lassen zarte Jungpflanzen meist links liegen. Viel lieber fressen sie weiche, angewelkte oder angemoderte Pflanzenteile.

Falls in Ihrem Garten trotzdem die GehÀuseschnecken lÀstig werden, lassen Sie abgeschnittene Triebe und BlÀtter einige Tage im Garten liegen. Dort werden sich die Weinbergschnecken zum Festmahl einfinden.

Nichts fĂŒr sterile GĂ€rten!

• In aufgerĂ€umten und grĂŒndlich gepflegten GĂ€rten finden Weinbergschnecken kein Futter und machen sich an zarten Jungtrieben und SĂ€mlingen zu schaffen. Lassen Sie immer etwas Gartenabfall liegen, denn Weinbergschnecken schreddern ihn gerne klein.

Hainschnecke (Cepaea nemoralis) oder
Garten-BĂ€nderschnecken (Cepaea hortensis)

Man findet sie am alten Holzlattenzaun und unter Steinen. Die gebĂ€nderten GehĂ€useschnecken werden nur ein bis drei Zentimeter groß. Obwohl sie sich oft unter BlĂ€ttern und BlĂŒten verstecken, schĂ€digen sie die Pflanzen nicht. Sie ernĂ€hren sich von Algen und Moosen. Je nach Region unterscheiden sich Grundfarbe und Zeichnung des GehĂ€uses.

Lassen Sie SchneckenhĂ€user auf der Erde liegen. Im FrĂŒhjahr nutzen Wildbienen die leeren HĂ€user als Kinderstube fĂŒr ihre Nachkommenschaft. FĂŒr Molche, Kröten und LaufkĂ€fer sind sie eine wichtige Nahrungsgrundlage.

Schnegel (Limacidae)–

Auch Schnegel sind Nacktschnecken, sollten aber nicht mit den problematischen Nacktschnecken (siehe unten) verwechselt werden: Schnegel oder Egelschnecken sind im Gegensatz zu den Wegschnecken harmlos und sogar nĂŒtzlich.

Der Tigerschnegel (Limax maximus) greift sogar die Spanische Wegschnecke an und vertilgt sie.

NĂŒtzliche Schnecken
NĂŒtzlicher Tigerschnegel – Foto: abet / stock.adobe.com

Schnegel sind in einer vielfÀltigen Natur zu Hause, wie zum Beispiel im Naturgarten, wo sie auch ihre Nahrung finden. Denn sie fressen Algen, Flechten, Pilze, Aas und totes Pflanzenmaterial.

Sie vermehren sich langsamer und bauen nur kleine Populationen auf. Schnegel werden bis zu 20 cm lang. Je nach Art sind sie modisch schwarz bis getigert.

Von den Wegschnecken lassen sich Schnegel gut unterscheiden: Schnecken mit Kiel und einem Atemloch, das im hinteren Drittel des „Mantels“ liegt, sollten Sie gewĂ€hren lassen. Hier handelt es sich um Egelschnecken.

Problematische Schnecken

Nacktschnecken sind der Schrecken der GĂ€rtner. Sie fressen ĂŒber Nacht ganze Beete mit Jungpflanzen und SĂ€mlingen kahl.

Zu den schÀdlichen Schnecken im Garten gehören:

‱ die Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)
‱ die Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) 
‱ die Gartenwegschnecke (Arion distincuts)

Diese drei Nackschneckenarten machen sich ĂŒber gesunde Pflanzen her und gehören deshalb zu den Plagen im Garten.

Mittlerweile ist die Rote Wegschnecke (Arion rufus) durch die Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) weitgehend verdrÀngt worden und steht wegen ihrer Seltenheit auf der Roten Liste (Bayern). Beide Arten sehen sich sehr Àhnlich und werden leicht verwechselt.

Noch ein wichtiger Hinweis:
Bedenken Sie bei der Ausbringung von Schneckenkorn immer, dass auch Weinbergschnecken und Egelschnecken an dem Schneckengift zu Grunde gehen können.

Text: Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie

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