Obsthecke anlegen: Viel Obst auf wenig Raum

Spalierobst Apfelbaum für Obsthecke
Holz oder Edelstahl eignet sich als Rankhilfe für Spalierobst an der Obsthecke - Foto: progarten/stock.adobe.com

Eine Obsthecke ist eine pfiffige Methode, um auch im kleinen Garten verschiedene Früchte heranzuziehen. Zwar wird eine Reihe von Apfelbäumen oder Himbeerpflanzen nicht so dicht wie eine Thujahecke, doch Geborgenheit und Privatsphäre entsteht auch mit einer lockeren Bepflanzung. Außerdem können Sie jede Menge köstlicher Früchte ernten. Mit der Zeit wachsen die Äste der Bäume ineinander und bilden eine lichte Hecke, die im Sommer Sichtschutz bietet. So wird sie angelegt.

Obsthecke anlegen: Rankhilfen bauen

Himbeeren, Brombeeren und Spalierbäume brauchen einen festen Halt, der möglichst ebenso dauerhaft sein soll wie die Pflanzen selber. Deshalb eignen sich Rankhilfen aus Edelstahl. Sie sind langlebiger und wirken leicht und elegant. Sie können auch Rankhilfen aus Holz verwenden, um Ihrer Obsthecke Stabilität zu verleihen. Allerdings verrottet das Holz schneller. Um die Pfähle zu verbinden, benötigen Sie außerdem Draht.

So bauen Sie die Rankhilfen für ihre Obsthecke:

  • Alle 2 bis 3 m stehen die senkrechten Pfähle, die etwa 2,50 m hoch sein sollen. In kleinen Gärten sollte das Spalier aus optischen Gründen niedriger sein.
  • Im Abstand von 50 cm ziehen Sie die waagrechten Drähte von Pfahl zu Pfahl und befestigen sie an Drahtspannern.
  • Mit schräg gestellten Pfählen stützt man die beiden äußeren senkrechten Pfähle, damit diese nicht dem Zug der Drähte nachgeben.

Obsthecke anlegen: Diese Obstgehölze eignen sich

Als Obsthecke eignen sich nur klein bleibende Obstbäume, z. B. diverse Apfelsorten, auf schwach wachsenden Unterlagen, auch Spindelbüsche genannt. Sie werden je nach ihrer Wuchskraft im Abstand von 1 bis 2,5 m gepflanzt.

Himbeeren brauchen ein nur etwa 1,30 Meter hohes Spalier und werden im Abstand von etwa 40 bis 50 cm gepflanzt. Das Gerüst sollte robust sein, damit ihre Ruten daran Halt finden.

Aufrechte Brombeeren pflanzen Sie mit 50 Zentimeter Abstand, rankende stachelige Sorten mit über drei Meter Abstand, bei beiden sollte das Spalier etwa 1,70 Meter hoch sein.

So wird die Obsthecke richtig gepflanzt

Für die Spindelbüsche heben Sie einen Pflanzgraben aus mit 50 cm Tiefe und etwa 80 cm Breite und lockern Sie den Boden der Rinne.

Die Aushuberde wird mit Kompost, organischem Dauerdünger und Steinmehl verbessert und ein Drittel davon zurück in die Pflanzrinne geschaufelt.

Die Veredelungsstelle der Bäume, als Verdickung erkennbar, muss nach der Pflanzung 10 bis 15 cm über der Bodenoberfläche stehen.

Der restliche Aushub wird dann eingefüllt, angedrückt und mit reichlich Wasser eingeschwemmt.

Anspruchslos und bei Vögeln beliebt: eine Wildobsthecke

Wie wäre es mit einer Wildbeerenhecke? Selbst die gezüchteten Wildbeerensorten sind weniger anspruchsvoll, als beispielsweise Äpfel oder Birnen (Ausnahme: Zierquitten & Kartoffelrosen). Auch wenn die Wildobstgehölze weniger Früchte tragen, so punkten sie bei Vögeln als Futteroase. Allerdings brauchen Sie für eine Wildobsthecke doch etwas mehr Platz. Wenn man die Gehölze im Zick-Zack-Verband pflanzt, sollte man 4 m Breite einplanen.

Pflanzplan für eine Wildobsthecke:

Wildobsthecke anbauen
Vorschlag eines Anbauplans für eine Wildobsthecke Illustration: C. Faltermayr

1 Apfelbeere, ‘Nero’ oder ‘Aron’
2 Felsenbirne, bis 2,50 m hohe Sorten wie ‘Prince William’
3 Pillnitzer Vitaminrose (PiRo3)
4 Kornelkirsche, ‘Kazanlaker’
5 Scheinquitte ‘Cido’, auf sehr kalkhaltigem Boden das Pflanzloch mit gekaufter torffreier Moorbeeterde auffüllen
6 Scheinquitte ‘Cido’ oder eine andere großfrüchtige Zierquitte als Bestäuber
7 Holunder, bis 5 m hoch, ‘Haschberg’ oder ‘Sampo’
8 Kornelkirsche ‘Jolico’
9 Felsenbirne, bis 5 m hohe, schlanke Sorte wie ‘Leuk’, ‘Ballerina’ oder ‘Rainbow Pillar’
10 Kartoffelrose (Rosa rugosa), auf sehr kalkhaltigem Boden besser eine Apfelrose (Rosa villosa) pflanzen

 

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