Oh, wie gut schmeckt Panama!

25.03.2015, 15.36 Uhr

Oh, wie gut schmeckt Panama!

Oh, wie gut schmeckt Panama – am liebsten wär’n wir jetzt noch da! Dabei sind wir ohne Absicht in Panama gelandet, und das kam so: Bei einer Reise durch die Nationalparks Costa Ricas wollten wir das schmale Land im Südwesten queren, um auch dessen Karibikseite kennenzulernen. Leider führte keine Straße durch die Berge dorthin und somit kein Weg an Panama vorbei. Wir reisten also im äußersten Süden Costa Ricas nach Panama aus, und noch ehe wir die Abzweigung zurück nach Costa Rica fanden, waren wir in Onkel Tom’s Hütte gestrandet. Ausgehungert nach gutem Essen, blieben wir dort. In Costa Rica hatten die Tage morgens mit Bohnen, Maisfladen und Fleisch begonnen – das ging nicht lange gut.

Nicht nur am Missisippi sondern auch auf der Insel Bastimentos in Panama gibt es einen Onkel Tom, auf spanisch heißt er: Tio Tom. Und wer keinen großen Luxus braucht, kann es sich bei Tom und Ina richtig gut gehen lassen. Kulinarisch und überhaupt: in der Hängematte baumeln, Cuba Libre schlürfen und gelegentlich von der Terrasse ins Wasser springen. Denn Tio Tom’s Guesthouse ist auf Holzpfählen in das Wasser des Insel-Archipels Boca del Toro gebaut.
Der deutsche Aussteiger Tom ist leidenschaftlicher Koch, und die schwarze Haushaltshilfe Minerva brutzelte seinerzeit ebenfalls nur Vorzügliches. ‚Hühnchen Minerva’ ist bis heute mein liebstes Gericht, wenn ich mich nach karibischer Sonne und dem dazugehörigen Lebensgefühl sehne. Auch die Fischgerichte waren ein Gedicht – ein Mix aus den Aromen von Karibik, Pazifik und deutschem Ideen-Reichtum.

„Esst Ihr heute Abend bei uns oder geht Ihr aus“, wurden wir morgens üblicherweise gefragt. Allen Ernstes, wir hätten kein einziges Abendessen jener Panama-Woche missen wollen. Die Steel-Drums der Jungs von Bastimentos konnte man ohnehin von der Terrasse aus hören und auch nach dem Abendessen noch eine Runde durch den kleinen Ort drehen, um in der Bar einen karibischen Drink zu schlürfen. „Whapp’n man?“, lautete die Begrüßung dort. In voller Länge heißt das: „What happen man“ und meint: „Wie geht’s?“ in jenem Englisch, das man in der Karibik spricht. „Me being fine“ konnte man da antworten oder wahlweise „Me belly full“, und das verstand ein Jeder.

Mojito

Zutaten für 6 Gläser:
4 Limetten, 1 Handvoll frische Minzeblätter (gibt’s im türkischen Lebensmittelgeschäft), 2 EL Rohrzucker, Eiswürfel oder zerstoßenes Eis, 600 ml spritziges Mineralwasser, 200–300 ml weißer Rum, Minze-Zweiglein zum Garnieren

• Limetten halbieren und jede Hälfte vierteln. Minze grob zerschneiden und zufügen, mit einem Stößel zerstampfen, Zucker zufügen und 60 Minuten ziehen lassen.
• Auf die 6 Gläser verteilen, 3–4 Eiswürfel (zerstoßen) und pro Glas nach Geschmack 20–50 ml Rum zufügen, mit je 100 ml Mineralwasser aufgießen.

Mango-Kokos-Cocktail

Zutaten für 4–6 Gläser:
2 Mangos (400 g Fruchtfleisch), 200 ml Kokosmilch, 2 Limetten, 1–2 TL Rohrzucker, Eis, spritziges Mineralwasser oder Prosecco

• Fruchtfleisch der Mango würfeln, mit Kokosmilch und dem Saft einer Limette pürieren, nach Belieben Zucker untermischen.
• In jedes Glas 2–3 Eiswürfel geben, den Saftmix darübergießen, mit einem Schuß Mineralwasser aufgießen und mit Limettenscheiben garnieren.
• Mit Prosecco aufgegossen, schmeckt der Drink besonders lecker.

Hühnchen Minerva

Zutaten für die Paste (4–6 Portionen):
Soße: 2 Knoblauchzehen, 1 Zwiebel, 1–2 Handvoll Koriander, 1–2 TL Curry, 1 Dose Kokosmilch, Salz Pfeffer; 1 Dose geschälte Tomaten, Saft ½ Zitrone
Außerdem: 1 Hühnchen- oder Hühnchenteile (Brust, Schenkel, ca. 600–1000 g),
2 EL Mehl, Kokosfett

• Hühnchen zerteilen, salzen und pfeffern, ohne Haut in Mehl wenden und in Kokosfett braten.
• Aus Zwiebel, Koriander, Knoblauch, Sellerieblätter, Sojasoße, Salz und Pfeffer, Curry und Kokosmilch im Mixer (Pürierstab) eine Paste herstellen.
• Restliches Bratfett von den Hühnchen und geschälte Tomaten zufügen,
30–40 Minuten sämig einköcheln, mit Zitrone, Salz und Pfeffer abschmecken.
• Die gebratenen Teile vom Huhn zufügen und erwärmen.
• Dazu gibt es Reis, Süßkartoffeln vom Blech oder ein Püree aus Süßkartoffeln.

Süßkartoffeln vom Blech

Zutaten für 4–6 Portionen:
750–1000 g Süßkartoffeln, 1 TL Salz, je 1 TL Koriander und Kreuzkümmel, je 2 TL Pfefferkörner und süßer Paprika, je 1 Messerspitze Nelken und Muskat, Cayennepfeffer und Piment, ½ TL Zimt, 6–8 EL Öl 

• Süßkartoffeln waschen, bürsten, in längliche Stücke oder Spalten schneiden und in eine Schüssel geben.
• Koriander und Kümmel rösten, zusammen mit dem Pfeffer im Mörser zerreiben und mit den anderen Gewürzen sowie dem Öl mischen, über die Kartoffeln gießen und diese gut mischen, bis sie rundum eingeölt sind.
• Kartoffeln auf ein Blech geben und bei 200 °C 30–40 Minuten backen, bis sie weich sind.
• Die Süßkartoffeln zum Hühnchen servieren. Sie eignen sich auch als leichte Mahlzeit mit Kräuterquark, Avocadocreme oder selbst gemachtem Ketchup und Blattsalaten.

Fischröllchen

Zutaten für 4 Portionen:
Farce: 2 Seezungenfilets, 1 Knoblauchzehe, 1 Zwiebel, ½ rote Paprika, 1 Tomate,
½ Handvoll Koriandergrün, je 1 Messerspitze Zimt, Kardamom und Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer
Röllchen: 8 Seezungenfilets, 1 Zitrone, etwas Mehl, 1–2 Eier, 4–6 EL Semmelbrösel, Butter, Kokosfett 

• Tomate und Paprika klein hacken, Knoblauch und Zwiebel feinwürfeln, Koriandergrün feinschneiden.
• Fischfilets unter kaltem Wasser abspülen, trockentupfen, mit Zitronensaft beträufeln.
• 2 Filets salzen und pfeffern, in Kokosfett auf jeder Seite fünf Minuten braten.
• Aus der Pfanne nehmen und feinhacken, mit Knoblauch, Zwiebel, Tomate und Gewürzen zu einer Farce vermengen, für eine festere Konsistenz noch Semmelbröseln zufügen.
• 8 Filets leicht salzen, Farce darauf verteilen, aufrollen und mit Holzspießchen zusammenhalten.
• Die Fischröllchen erst in Mehl, dann in Ei und zuletzt in Semmelbröseln wenden und im heißen Fett goldbraun braten.
• Die Fischröllchen zu gedünstetem Gemüse und Basmatireis servieren.
• Zu den Fischröllchen passt auch die Soße aus dem Hühnchen-Rezept, die man noch mit ein paar Shrimps aufmotzen kann.
• Wenn es schnell gehen soll: die ganzen Fischfilets salzen und in der Soße garen oder mit einer Knusperhaube aus 3 EL geriebenem Reibekäse, 3 EL Semmelbrösel, 30–40 g weicher Butter, 3 EL frisch gehacktem Koriandergrün 30 Minuten bei 200 °C überbacken.

Karibischer Kokosflan

Zutaten für 4–6 Portionen:
Karamell: 150 g Zucker oder 50 g Rohrzucker für Creme brûlée
Flan: 350 ml Sahne, 30–40 g Kokosraspeln, 1 Vanilleschote, 3 Eier, 1–2 EL Honig,
1 Limette

• Karamell: Zucker bei niedriger Temperatur erhitzen, bis sich ein dunkelbrauner Karamell bildet, diesen auf die 4–6 Förmchen verteilen.
• Flan: Sahne und Kokosraspeln mit dem ausgekratzten Vanillemark zum Kochen erhitzen.
• Eier mit dem Honig schaumig rühren, die heiße Sahne-Mischung unter stetigem Schlagen mit dem Schneebesen einrühren.
• Limettenschale abreiben, Kokos-Sahne mit Limettenschale abschmecken.
• Flüssigkeit in die Dessertförmchen füllen und im Backofen in einer mit heißem Wasser gefüllten Fettpfanne 40 Minuten bei 180 °C garen.
• Im Kühlschrank erkalten lassen und stürzen.
• Der Karamell hat sich im Ofen wieder teilweise verflüssigt und ergibt eine klare Karamellsoße.

• Kokoscreme brûlée: Wenn Sie über einen kleinen Flambierbrenner verfügen (gibt es für rund 30 Euro im Haushaltswarengeschäft), können Sie nach dem gleichen Rezept Creme brûlée zubereiten. Statt den Zucker zu karamellisieren, streuen Sie 50 g Rohrzucker über die fertige Creme, wenn sie aus dem Ofen kommt, und flammen sie diese mit dem Brenner ab.

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