Orchideen – 10 Tipps zur Pflege

Orchideen - 10 Tipps zur Pflege
Mit der richtigen Pflege blühen Orchideen (Phalaenopsis) immer wieder neu - Foto: Jakub / stock.adobe.com

Wie pflege ich meine Orchidee richtig? Wie oft brauchen Orchideen Wasser und welche Temperaturen vertragen sie? Hier erhalten Sie Antworten auf häufige Fragen.

Wann blüht meine Orchidee wieder?

  • Mit einem kleinen Trick animiert man blühfaule Orchideen (Phalaenopsis) dazu, neue Blüten anzusetzen. Halten Sie die Pflanzen 6 Wochen lang nachts bei 16 °C, tagsüber etwas wärmer. Beginnen Sie damit jedoch frühestens 3 Wochen nach der vorangegangenen Blüte. Diese Erholung sollten Sie den Pflanzen gönnen, obwohl sie grundsätzlich das ganze Jahr über wachsen und blühen können.
  • Das tun sie allerdings nur, wenn Standort und Pflege stimmen. Denn in freier Natur wie im Zimmer blühen Orchideen nur dann, wenn das Lichtangebot und die Temperatur ihren Vorlieben entsprechen und sie Wasser und Nährstoffe nach ihren Bedürfnissen erhalten.

In welche Erde setzen?

  • Orchideen brauchen Luft an ihren Wurzeln. Sie leben in freier Natur in Astgabeln auf Bäumen ohne jeden Kontakt zum Boden. In normaler Blumenerde würden die Wurzeln ersticken. Der Fachhandel bietet daher Orchideenerde an, die Wasser rasch abfließen lässt. Sie enthält viele grobe Bestandteile wie Rindenstücke, Kokosfasern oder Blähton. Das untere Drittel des Topfes befüllt man stets mit einer Drainageschicht (etwa Blähton oder Glaskugeln).

Die Pflanze düngen – wann und womit?

  • Hier gilt: Weniger ist mehr. Bei Orchideen gibt man während der Wachstumsphase (meist Frühjahr bis Herbst) am besten bei jedem dritten Mal Gießen etwas Dünger ins Wasser, im Winter etwas seltener.
  • Besonders praktisch und einfach zu handhaben ist flüssiger Orchideen-Dünger. Sie können nichts verkehrt machen, wenn Sie die Dosierungsanleitung beachten. Andere Flüssigdünger (z. B. für Grünpflanzen) enthalten zu viele Nährstoffe und dürfen höchstens in halber Menge verwendet werden.

Mag sie Sonne oder Schatten?

  • Orchideen fühlen sich im Halbschatten am wohlsten, bei Temperaturen von 18–25 °C. Direkte Sonneneinstrahlung vor allem am Mittag mögen sie gar nicht, Dunkelheit aber ebenso wenig. Ideal eignen sich Plätze an Ost- oder Westfenstern. Nordfenster kommen nur in Frage, wenn sie hell und unverbaut sind. Stehen die Orchideen an einem Südfenster, brauchen sie zumindest im Sommer mittags eine Schattierung, sonst entstehen schnell braune Sonnenbrandflecken. Befinden sich Heizkörper unter den Fensterbrettern, rücken Sie die Pflanzen im Winter so, dass die trockene warme Luft nicht über die Blätter streift.

Die Blätter kleben – wieso?

  • Wenn Orchideen unter Stress leiden, scheiden sie klebrige Tropfen an den Blättern ab. Auch wenn die Temperaturen zwischen Tag und Nacht zu stark schwanken, reagieren sie so. Der Unterschied sollte nie mehr als 3–6 °C betragen.
  • Auch Schmier- und Wollläuse verursachen klebrige Blätter. Sie verstecken sich unter einem weißen Wachsgespinst, das winzigen Wattebäuschchen ähnelt und sitzen meist in den Blattachseln sowie an den Unterseiten der Blätter. Auch Schildläuse befallen Orchideen gelegentlich. All diese Läuse saugen Pflanzensaft. Mit ölhaltigen Mitteln lässt sich der Befall eindämmen.

Die Wurzeln quellen aus dem Topf: Soll ich sie abschneiden?

  • Nein, viele Wurzeln zeugen von gutem Wachstum. Kappen Sie beim Umtopfen so wenig wie unbedingt nötig, damit sie in den nächst größeren Topf passt. Einige der Luftwurzeln kann man dabei in die Erde stecken.

Wann umtopfen?

  • Topfen Sie Ihre Orchidee erst um, wenn der Topf zu klein wird oder die Erde verbraucht ist, also schmierig und vermoost aussieht. Das ist etwa nach 2–3 Jahren der Fall.
  • Wählen Sie einen Termin zwischen Frühjahr und Sommer, warten Sie jedoch stets ab, bis die Pflanze völlig abgeblüht ist.

Mag sie viel oder wenig Wasser?

  • Die meisten Orchideen gehen ein, weil der Gärtner zu viel gießt. Sie stammen zwar aus regenreichen Regionen, doch da sie auf Bäumen leben, trocknen sie auch schnell wieder ab. Wässern Sie also reichlich oder tauchen Sie die Pflanzen, lassen Sie aber überschüssiges Wasser stets komplett abfließen (Vorsicht mit Übertöpfen!). Orchideen vertragen keinerlei Staunässe, dürfen aber auch nie völlig austrocknen.
  • Wie oft man wässert, hängt vom Standort, der Topfgröße und der Größe der Pflanze ab. Die Fingerprobe verrät, ob Nachschub nötig ist: Stecken Sie den Zeigefinger in die Erde. Fühlt sie sich kühl an, verdunstet Wasser und man braucht noch nicht zu gießen. Auch das Gewicht des Topfes gibt Aufschluss: Ist er sehr leicht, ist die Erde trocken. Einmal alle 7–10 Tage zu gießen, genügt in der Regel.
  • Gießen Sie morgens, die Blätter dürfen nachts nicht nass sein, verwenden Sie abgestandenes, zimmerwarmes Wasser.
  • Feuchte Luft lieben Orchideen mehr als nasse Füße. Besprühen Sie sie deshalb gelegentlich. Gerne stehen sie auch in einer mit Wasser gefüllten Schale (erhöht, den Topf nicht eintauchen) und genießen die Verdunstung.

Darf man den verblühten Stängel abschneiden?

  • Kappen Sie den Blütenstängel erst, wenn er vollständig vergilbt und abgestorben ist. Häufig wächst er weiter oder verzweigt sich, und es erscheinen weitere Blüten. Wer ihn kompakt halten will, schneidet ihn im unteren Drittel 1 cm über einer Knospe ab.

Durchsichtige Töpfe – warum?

  • So lässt sich auf einen Blick erkennen, ob die Erde noch feucht ist oder ob es Zeit zum Gießen ist.
  • Außerdem kommt Licht an die Wurzeln. Davon profitieren die Pflanzen. Denn Orchideen, die in der Natur auf Bäumen leben, gewinnen nicht nur mit den Blättern, sondern auch mit ihren Wurzeln Energie aus Sonnenlicht.
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