Orchideen für den Garten

 
In der Natur sind Orchideen ausnahmslos geschützt und dürfen weder gepflückt noch verpflanzt werden. Doch zunehmend gibt es Orchideen für den Garten im Handel.
 
Zu den bedeutendsten Freilandorchideen im Handel gehören Tibetorchidee, Japanorchidee und Frauenschuh.
 
Berg- oder Tibetorchidee (Pleione limprichtii) – Blütezeit Mai – Juni
 
Die Tibetorchidee stammt aus Höhenlagen des Himalayagebietes. Sie wächst dort auf moosbewachsenen Felsen aber auch in humoser Erde.
 
Im Garten bevorzugt sie einen halbschattigen Standort. Eine gleichmäßige Bodenfeuchte ist im Sommer unerlässlich. Im Winter schadet die Feuchtigkeit, deshalb sollte der Boden mit einer Folie abgedeckt vor Nässe schützen. Die Tibetorchidee wächst auch ganzjährig im Topf, dann braucht sie aber einen Überwinterungsplatz in einem frostfreien Gewächshaus.
 
Achten Sie beim Pflanzen darauf, dass die Bulben (zwiebelähnliche Wurzelorgane) nur zu einem Drittel eingepflanzt werden.
 
Japanorchidee (Bletilla striata) – Blütezeit Mai-Juni
 
Seit dem 18. Jahrhundert wird die Japanorchidee in China kultiviert und gilt als wirksame Heilpflanze gegen Krebserkrankungen. In den letzten Jahren wird sie aufgrund ihrer schönen kräftigen Blütenfarbe auch hier im Handel angeboten.
 
Sie ist pflegeleicht und im Garten recht anpassungsfähig. Viele Wochen lang öffnen sich die Blüten. Die Japanorchidee bevorzugt einen halbschattigen Standort mit gleichmäßiger Bodenfeuchte und locker humosem Boden. Sie kann aber auch einen sonnigen Standort und trockenere Phasen überstehen. Das einzige Manko: die Japanorchidee ist nicht verlässlich winterhart. In milden Regionen können die Bulben mit einem Schutz aus Noppenfolie, Laub und Reisig auch im Winter im Boden bleiben.
 
Sicherer ist allerdings die Überwinterung im kühlen Keller. Dazu nehmen Sie im Herbst die Bulben aus dem Boden und lagern sie in einem Folienbeutel an einem kühlen Platz, beispielweise in einer Garage. Ab April können die Bulben wieder ins Freie gepflanzt werden.
 
Frauenschuh (Cypripedium calceolus) – Blütezeit April- Mai
 
Der Frauenschuh, auch Marienfrauenschuh oder Krimhilds Helm genannt, ist eine der prächtigsten, heimischen Orchideenarten. Diese Art ist sehr selten, äußerst schützenswert und darf in keinem Fall aus der Natur entnommen werden. Umso erfreulicher, dass der Frauenschuh auch in Gärtnereien kultiviert und verkauft wird.
 
Geben Sie dem Frauenschuh im Garten einen halbschattigen Platz. Wichtig ist, dass die Pflanze vor der Mittagssonne geschützt ist. Gleichmäßige Bodenfeuchte ohne Staunässe ist wichtig.
 
Der Frauenschuh liebt kalkhaltige Erde. Bei zu tonig festem Untergrund sollten Sie eine Drainageschicht aus Kies einbringen, damit das Wasser abfließen kann. Mischen Sie dem Boden Blumenerde und Perlite bei.
 
Achten Sie besonders im Frühjahr auf Nacktschnecken!
 
Quelle: Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie
 
Foto: arkadius neumann  / pixelio.de 
Teilen