Pflanzzeit im Winter

Gebrauchsanleitung für die richtige Pflanzung in der kalten Jahreszeit. 
 
Generell können Obstgehölze, Sträucher und Bäume ganzjährig gepflanzt werden – also auch in frostfreien Witterungsperioden im Winter. Sorgen Sie in jedem Fall für gute Startbedingungen!
 
 
 
Vorplanung
 
Vor der Pflanzung steht immer eine wohlüberlegte Planung. Erkundigen Sie sich, wie groß Ihr Gehölz werden kann und wie lange es dazu braucht. Bemessen Sie einen entsprechend ausreichenden Standraum, beachten Sie Versorgungsleitungen in der Erde und berücksichtigen Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzabstände.
 
So geht’s
 
Das Pflanzloch wird bei guten Böden circa 20 cm tiefer als die Ballen- oder Wurzelhöhe und bei schlechten Böden 60 cm und tiefer ausgehoben. In der Regel ist die doppelte Breite des Ballendurchmessers ausreichend. Verdichtungen am Grund des Pflanzloches sollten gelockert werden. Auf feuchten Böden führt allein schon das Herumtreten in der Pflanzgrube zu Verfestigungen. Entfernen Sie außerdem Steine und Unkrautwurzeln.
 
Achten Sie auf die Wurzeln
 
Vor dem Setzen stellt man ballenlose Pflanzen am besten zwei bis drei Stunden in Wasser, damit sie sich voll saugen können. Bei Ballenpflanzen mit Ballentuch ist dies ungeeignet. Topfballen werden circa zehn Minuten getaucht. Beschädigte und zu lange Wurzeln von ballenlosen Pflanzen werden abgeschnitten bzw. eingekürzt. Alle größeren Wurzeln können leicht angeschnitten werden, bevor sie sich im Wasserbad voll saugen können. Entfernen Sie nicht zu viele Wurzeln, da generell gilt: je mehr Wurzeln desto leichteres Anwachsen.
 
Gehölze anbinden
 
Größere Gehölze und Obstbäume benötigen einen Halt. Verwenden Sie imprägnierte, nicht zu schwache Pfähle. Sie müssen lang genug sein, damit sie kurz unter der Krone enden, wenn sie eingeschlagen sind. Der Pfahl wird ins offene Pflanzloch eingeschlagen. Er sollte auf der Seite eingeschlagen werden, von der meistens der Wind kommt. Eine weitere Möglichkeit bei kleineren Gehölzen ist das Einschlagen schräg in Windrichtung. Ein Brett zwischen Hammer und Pfahl verhindert, dass der Pfahl beim Einschlagen aufspaltet und verlängert so die Lebensdauer. Binden Sie den Stamm mit einem Kokosstrick oder Baumanbinder so an den Pfahl, dass die Rinde nicht verletzt oder aufgerieben wird. Kontrollieren Sie jedes Jahr und lockern Sie gegebenenfalls die Verbindung, damit der Stamm nicht eingeschnürt wird.
 
Pflanzhöhe
 
Maßgeblich für einen guten Anwachserfolg ist die Standfestigkeit, ohne dass der Boden verdichtet wird, und die richtige Pflanzhöhe. Zuerst füllen Sie einige Zentimeter gute Pflanzerde oder Mutterboden in das Loch. Jetzt halten Sie das Gehölz gerade ins Pflanzloch und schütten lockere Erde auf die Wurzeln. Bewegen Sie dabei die Pflanze ruckartig auf und ab, so dass die Erde zwischen die Hohlräume fallen kann. Bei Gehölzen mit Erdballen wird das Ballentuch im Pflanzloch geöffnet und Verknotungen gelöst. Das Tuch muss nicht ganz entfernt werden. Generell werden die Gehölze so tief gepflanzt, wie sie auch in der Baumschule standen. Langjährige Erfahrungen zeigen, dass viele Gehölzballen ein paar Zentimeter aus der Erde ragen können, vor allem auf schweren lehmigen Böden. Durch das Einschlämmen bzw. Angießen nach der Pflanzung sackt die lockere Erde überdies zusammen.
 
Wässern nicht vergessen
 
Bilden Sie mit Erde einen kleinen Wall um das Pflanzloch, dadurch kann das Wasser beim Angießen langsam in der Pflanzgrube versickern und fließt nicht auf umliegendes Gelände ab. Angießen ist unerlässlich. Dadurch verschwinden Hohlräume und der Boden umschließt die Wurzeln, so dass die Feuchtigkeit besser aufgenommen werden kann.
 
Sonnenschutz im Winter für Jungbäume und Immergrüne
 
Junge Bäume haben eine empfindliche „Haut“. Ihnen setzt besonders im ausgehenden Winter die zunehmende Sonneneinstrahlung zu. An der sonnenzugewandten Seite nach Süden entstehen oft Frostrisse. Durch einen Weißanstrich oder einen Mantel aus einer Strohmatte können Sie Schäden vermeiden und beugen Wildverbiss vor. Immergrüne Gehölze können bei einer Pflanzung im Winter keine ausreichenden Wurzeln mehr bilden. Sie brauchen einen Verdunstungs- und Sonnenschutz. Ein Schutzvlies schattiert und schützt vor starken Frösten.
 
Quelle: Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie
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