Rezepte für Gemüse-Chips zum selber machen

Rezepte für Gemüse-Chips zum selber machen
Gemüsechips von Süßkartoffeln, Roter Bete, Karotten - Foto: vaaseenaa / stock.adobe.com

Plötzlich lagen sie in den Regalen. Chips, die nicht von Kartoffeln abstammen, sondern von Wintergemüsen wie Rote Bete, Petersilienwurzel oder Pastinake. Vielleicht haben Sie sich auch mal gedacht: Könnte man Gemüse-Chips nicht auch selber machen Ich kann meine Geschichte dazu beisteuern und ein paar Erfahrungen mit der eigenen Produktion.

Steckrüben, Pastinaken und Topinambur

Sind Sie auch schon mal verzweifelt, wenn die anfangs bejubelte Gemüse-Abo-Kiste in der sechsten Woche nacheinander Steckrüben enthielt? Oder Pastinaken? Oder Petersilienwurzeln? Oder Topinambur? Schluss damit, hab ich mir irgendwann gesagt. Das Gemüse-Abo wird abbestellt! Soll das Zeug doch essen, wer will.

Ganze 4 Wochen lang hat es gedauert, bis ich die Abo-Kiste wieder angefordert habe. Weil ich nicht noch mehr Einkäufe schleppen und mich nicht mit Plastikverpackungen belasten wollte. Und überhaupt: Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Ich weiß jetzt, was ich mit den Knollen und Wurzeln anstelle, wenn sie mir über den Kopf wachsen. Ich trockne sie und verarbeite sie zu Chips.

Püree und Suppe aus Gemüse auf Vorrat

Nicht alle, nein! Suppe oder Püree sind auch eine feine Sache und zur Verwertung von mittleren Mengen die effizientere Alternative. Ich koche das Wurzelgemüse, püriere es und gefriere es portionsweise ein. Später verfeinere ich das Steckrüben-Püree mit Sahne, Muskat sowie Petersilie und serviere es zu Braten oder Bratlingen. Oder ich verlängere das Petersilienwurzel-Püree zur Cremesuppe und bringe diese mit Petersilienwurzel-Chips auf den Tisch. Womit wir wieder zurück bei den Chips wären.

Gemüse-Chips zum Sattessen

Ob Pastinake, Petersilienwurzel, Topinambur, Steckrübe oder Süßkartoffel – aus allen mehr oder weniger stärkehaltigen Knollen können Sie für den Fernsehabend eine leckere Alternative zu Kartoffelchips zaubern. Sie werden sich wundern, wie rasend das aromatische Gemüse abends weggeht, während sich Ihre Lieben mittags noch mit Grauen davon abwandten. Und dabei haben Sie es in der Hand, wieviel Salz und Öl Ihre Familie zusammen mit jeder Portion Gemüse verknabbert.

Gedörrtes schmeckt schon deshalb besonders fein, weil die Aromastoffe konzentriert sind. Da lernt man seine Gemüse – ob geliebt oder ungeliebt – von einer ganz neuen Seite kennen. Plötzlich finde ich die Pastinake interessant, die getrocknete Steckrübe schmeckt mir besser als die gekochte, von der getrockneten Petersilienwurzel bin ich restlos begeistert, und die Rote Bete ist gebacken nicht nur ein Gaumen- sondern auch ein Augenschmaus.

Und noch etwas: Im Supermarkt um die Ecke gibt es seit einiger Zeit gedörrte und gesalzene Rote Bete, Karotten und gemischte Gemüse – den Beutel zu 100 g für 3.49 Euro. Das kriegen Sie und ich preiswerter und genauso schmackhaft auf die Reihe, wenn nicht sogar besser.

Und übrigens: Auch Kaninchen knabbern gerne Trockengemüse (ohne Öl und Würze), und die können doch nicht irren! Oder?

Viel Spaß beim Ausprobieren und Knabbern.

Meine Gemüse-Chips Rezepte

Rezept: Gemüsechips-Variationen

• Je nach Geschmack Öl, (Kräuter-)Salz, Paprika, Pfeffer und/oder Chili verrühren.
• Gemüse in 2–3 mm dünne Scheiben schneiden oder hobeln, einzeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und mit der Öl-Gewürz-Mischung bestreichen.

• 15 Minuten bei 175 °C backen und probieren, ob sie gar und knusprig sind.
• Auch wenn man sie knusprig aus dem Backofen holt – die Chips ziehen Feuchtigkeit an und werden schnell weich. Sie schmecken aber auch dann noch lecker.

• Ich habe viel herumprobiert, dies ist für mich die beste Lösung: Die Gemüse (2–3 mm dick gehobelt) hart trocknen – entweder im Backofen oder im Dörrgerät. So kann man sie luftdicht verschlossen lange aufbewahren.

• Eine Portion entnehmen und diese in der Würzmischung aus Öl, Paprika, Kräutersalz (siehe oben) wenden, die Gemüsescheiben oder Schnitze etwas durchziehen lassen.

• Das eingeölte und gewürzte Trockengemüse locker auf ein Backblech geben und im Backofen kurz aufbacken. Nach 5 Minuten bei 150 °C kommen aus meinem Backofen Chips, die diesen Namen verdienen. Beim Herausnehmen sind sie gut gebräunt und elastisch, das Öl brutzelt noch, nach ein paar Minuten Abkühlung werden sie schön knusprig. Und sie bleiben es einen Fernsehabend lang.

• Weil jeder Backofen anders ist, und es auf die Restfeuchte der getrockneten Chips ankommt, sollten Sie einige Versuche einplanen, bis die Produktion perfekt läuft.

• Neben den stärkereichen Wurzelgemüsen eignen sich auch Karotten, Sellerie und Rote Bete für Chips.

• Zu den Chips schmeckt z.B. ein Dip aus einer zerdrückten Avocado, abgeschmeckt mit Zitrone, Salz und Pfeffer.


Rezept: Petersilienwurzel-Cremesuppe mit Chips

Zutaten für 4 Portionen:
Suppe: 1 Zwiebel, 800 g Petersilienwurzel, 2–3 EL Öl, 800–1000 ml Wasser,
3–4 TL Gemüsebrühpulver, 100 ml Sahne, 1–2 Orangen, Salz, Muskatnuss, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, 1 Handvoll Petersilie
Chips: 250 g Petersilienwurzel (2–3 Stück) geschält, 2 EL Öl, Salz

• Backofen auf 175 °C vorheizen. Petersilienwurzeln schälen, in dünne Scheiben (2–3 mm) schneiden. Petersilienwurzelscheiben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, mit Öl bepinseln und für 15 Minuten in den heißen Backofen schieben, bis sie leicht braun und etwas gewellt sind.
• Für die Suppe Zwiebel und Petersilienwurzeln schälen und würfeln, in Öl andünsten, ½ l Wasser und Gemüsebrühpulver zugeben und 15–20 Minuten köcheln, bis das Gemüse weich ist.
• Orange auspressen, zum Gemüse Saft zum Gemüse gießen.
• Gemüse pürieren, Sahne und Orangensaft zugeben, je nach Konsistenz mit dem restlichen Wasser auffüllen, mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken.
• Petersilie fein hacken. Suppe erhitzen und in Suppenteller füllen.
• Mit Petersilienchips und gehackter Petersilie garnieren.


Rezept: Suppe aus Wurzelgemüse

Fast jede Suppe aus Wurzelgemüse gelingt nach diesem Rezept:
800 g Gemüse, 100 ml Sahne, 800–100 ml Wasser, Saft von 1–2 Orangen, Gemüse-Brühpulver, Muskat, Kräutersalz und Pfeffer (4 Portionen). 

• Andünsten, aufgießen, garkochen, pürieren, abschmecken, fertig!
Und dazu gibt’s die passenden Chips!

• Petersilienwurzel-Suppe schmeckt pur wunderbar würzig, bei anderen Gemüsen mische ich gerne bis zur Hälfte der Menge Kartoffeln bei. Pastinake schmeckt mir persönlich nur, wenn ein anderes Gemüse mindestens die halbe Menge bis zwei Drittel der Gemüsemenge beisteuert. Eine köstliche Kombination ergibt Pastinake und rote Spitzpaprika.

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