Rhabarber-Rezepte: Sirup, Kuchen, Chutney

Rhabarber-Rezepte: Sirup, Kuchen, Chutney
Frische, saftige Rhabarber-Stangen - Foto: nadin333 / stock.adobe.com

Wenn die Tage im April wärmer werden, geht es rasend schnell. Kleine rote Köpfchen recken sich keck der Sonne entgegen, entfalten die zusammengefalteten Blättchen und schießen in die Höhe. Vorsicht ist geboten! Mancher Gärtner mit Rhabarberpflanze hat seine liebe Not, die Ernte unter Dach und Fach zu bekommen. Da braucht es freundliche Abnehmer und passende Rezepte.

Direkt zu den Rezepten:
Rezept: Rhabarber-Sirup
Rezept: Rhabarber-Quark-Kuchen
Rezept: Rhabarber-Erdbeer-Grütze
Rezept: Rhabarber-Chutney 

Ach du dicker Rhabarber!

Wer ‚nur‘ einen Balkongarten sein eigen nennt – wie ich – braucht gute Freunde und Nachbarn. Solche mit einem großen Garten, in dem Rhabarber, Zucchini, Äpfel, Zwetschgen und Kürbisse gedeihen – allesamt Gemüse und Früchte, die sich im Laufe der Saison wie aus einem Füllhorn über den Gärtner ergießen und ihn damit oft genug an den Rand der Verzweiflung treiben. Dann schlägt die Stunde der Balkongärtner. Sie sind allzeit bereit, den Freunden Trost zuzusprechen, den Überschuss abzunehmen, diesen zu verteilen oder einen Teil der zu Marmelade und Kuchen verarbeiteten Rohware zurückzuschenken.

Beginnen wir die Saison mit dem Rhabarber. Pias Rhabarber-Pflanze ist eine Art Monsterpflanze, keine Monstera deliciosa wie Zimmergärtner sie kennen, sondern eine Monstera rheum rabarbarum. Sie lädt die neue Ernte überfallsartig – quasi von der Stange – vor der Haustüre ab. Wenn im April die Tage wärmer werden, geht es rasend schnell. Kleine, rote Köpfchen recken sich keck der Sonne entgegen, entfalten in Windeseile ihre zusammengelegten Blättchen, schießen in die Höhe, um dann ebenso schnell in die Breite zu gehen. Ach du dicker Rhabarber!

Rhabarber im Überfluss

Was ist zu tun? Rhabarber-Kuchen, Rhabarber-Kompott, Rhabarber-Crumble und Rhabarber-Auflauf sind eine feine Sache – aber wer bitte mag solcherlei Köstlichkeiten zwei Monate lang täglich essen? Und welch klägliche Mengen sind nötig, um ein Blech Rhabarberkuchen zu backen, verglichen mit den Mengen, die tagtäglich nachwachsen. Da braucht es einen klaren Kopf, am besten den der befreundeten Balkongärtnerin. Mit etwas Abstand kann man bekanntermaßen alles klarer sehen und kluge Entscheidungen treffen. In diesem Fall lautet diese: Rhabarber-Sirup kochen.

Ist Ihnen aufgefallen, dass es neben der alteingesessenen Apfelschorle und dem Shooting-Star Johannisbeerschorle in Gaststätten seit einiger Zeit immer öfter auch Rhabarberschorle gibt? Da sind wohl Gärtner mit einem Monster-Rhabarber vor mir auf eine neue Geschäfts-Idee gekommen. Wieder zu spät! Aber eine Genugtuung bleibt den Rhabarbersirup-Produzenten aus der zweiten Reihe: Bei uns gibt es Köstliches kostenlos. Und mit einer Flasche Rhabarber-Sirup können wir den Nachbarn im Spätherbst eine Freude bereiten, wenn das Monster schon im Winterschlaf liegt.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Meine Rhabarber-Rezepte:


Rezept: Rhabarber-Sirup
2 kg Rhabarber, 500 g Zucker, 2 l Wasser, Saft von 2–4 Zitronen oder 1–2 Päckchen Zitronensäure
• Den Rhabarber putzen, waschen und mit der Schale in Stücke schneiden.
• Mit zwei Liter Wasser in einem großen Topf aufkochen und den Rhabarber auf kleiner Flamme weichkochen, bis er ganz zerfallen ist (30–60 Minuten).
• Saft durch ein Sieb gießen. Dieses am besten mit einem Baumwolltuch auslegen, damit keine festen Bestandteile in den Sirup gelangen. Rhabarber im Tuch auspressen.
• Rhabarbersaft wieder in den Topf geben und mit Zucker und Zitronensaft
1 Stunde einköcheln.
• Je nach Lust und Laune kann man den Sirup mit Sternanis, Zimtstange, Vanilleschote aromatisieren.
• Den heißen Sirup in gut gereinigte oder sterilisierte Flaschen abfüllen.
• Verschlossen hält er bis zur nächsten Rhabarber-Ernte.
• Rhabarber-Sirup schmeckt als Schorle oder als Aperitif mit Prosecco und eignet sich zum Aromatisieren von Süßspeisen mit Vanille und Schokolade, Eis und Panna cotta.


Rezept: Rhabarber-Quark-Kuchen
Zutaten für eine Springform mit 26 cm-Durchmesser:
Mürbeteig: 200 g Vollkornmehl, 50 g Mondamin, 125 g Butter, 65 g Zucker, 1 Ei, Trockenerbsen zum Vorbacken
Auflage: 750 g –1 kg Rhabarber, 75 g Zucker
Guss: 375 g Magerquark, 3 Eigelb, 75–100 g Zucker, 25 g geschälte, geriebene Mandeln, abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone, 1 Vanillezucker
• Zutaten für den Mürbteig verkneten, zur Kugel formen und 1 Stunde kalt stellen.
• Rhabarber putzen, Schale abziehen und in Stücke schneiden, mit Zucker und einigen Esslöffeln Wasser 5 Minuten köcheln.
• Für die Quarkcreme Eier und Zucker schaumig rühren, abgeriebene Zitronenschale, geriebenen Mandeln und Vanillezucker zufügen, den Quark zum Schluss unterrühren.
• Mürbeteig ausrollen, in die gefettete Form geben, 2 cm Rand formen. Teig mit der Gabel mehrmals einstechen, mit Trockenerbsen bedeckt, 15 Minuten bei 175 °C vorbacken.
• Vorgebackenen Boden aus dem Ofen nehmen, Rhabarberkompott einfüllen, Quarkmasse darüber gießen, noch 30–40 Minuten backen.

Rezept: Rhabarber-Erdbeer-GrützeZutaten für 4 Portionen:
300 g Rhabarber, 300 g Erdbeeren, 150 ml Wasser, 2–4 EL Apfeldicksaft oder milder Honig, 2 EL Speisestärke, Mark einer ½ Vanilleschote 
• Rhabarber putzen, in kleine Stücke schneiden.
• Erdbeeren halbieren oder vierteln, gut die Hälfte der Früchte mit dem Stabmixer pürieren.
• Wasser aufkochen, Rhabarber und Apfeldicksaft zugeben, 3–4 Minuten köcheln lassen.
• Erdbeermus und Vanillemark zufügen und erneut aufkochen.
• Speisestärke mit Wasser oder Fruchtsaft sorgfältig anrühren, in den Früchtebrei einrühren und unter Rühren 1 Minute kochen lassen.
• Restliche Erdbeerstücke zufügen, Grütze in Schälchen füllen, 2 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.
• Mit Minze-Blättchen garnieren, mit Vanillesoße, Sahne oder Eis servieren.

Rezept: Rhabarber-Chutney

Zutaten für 3 kleine Gläser:
500 g–600 g Rhabarber, 1 gehackte Zwiebel, 1 Tasse Weinessig, 2 Tassen Zucker, je ½ TL Zimt und Nelken, gemahlen, 1 EL Salz

• Rhabarber putzen, schälen und in kleine Stück schneiden. Zwiebel hacken.
• Alle Zutaten und Gewürze in einen Topf geben, 2 Stunden auf kleiner Flamme simmern lassen, bis das Chutney dicklich eingekocht ist. Ab und zu umrühren. Vorsicht, es kann leicht anbrennen.
• Noch heiß in sterilisierte Gläser füllen, verschließen und 5 Minuten auf den Kopf stellen. Das Chutney hält sich an einem kühlen Ort Monate. Es schmeckt fein zu Ziegenkäse, Getreidebratlingen, Reisgerichten und Nudelauflauf oder als Alternative zu Preiselbeeren bei Sauerbraten und Wild.

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