Rosenbegleiter: Natürliche Nachbarn

Rose mit Kazenminze
Foto: Natalie/stock.adobe.com

Erst die richtigen Partner setzen die Königin der Blumen perfekt in Szene. Manche schmeicheln dabei nicht nur ihrer Majestät, sondern laden zugleich Insekten zum Bankett.

Die Rolle einer Königin hat sich gewandelt. Heute nimmt sie hauptsächlich repräsentative Aufgaben wahr und zur zeitgemäßen Inszenierung gehört weniger der standesgemäße Hofstaat, sondern eher Volksnähe. So umgibt man auch die Königin der Blumen nicht mehr mit Prachtstauden allein. Viele Gärtner setzen auf ein naturnahes Ambiente und erwarten von den Rosenbegleitern einen Nutzen für Bienen und andere Insekten.

Klassische Kavaliere

Schon unter den traditionsreichen Partnern befinden sich jedoch viele, die der heimischen Tierwelt Nahrung bieten. Bereits in den Bauerngärten standen Rosen zusammen mit Fingerhut (Digitalis purpurea) und Stockrosen (Alcea rosea) in den Beeten. Sie teilen sich nicht nur die Hauptblütezeit mit ihrer Majestät, sondern qualifizieren sich auch durch ihre langen Blütenlanzen als attraktive Kavaliere. Diese kontrastieren wirkungsvoll mit den runden Rosenköpfen. Ebenso gelungen konterkarieren Stauden mit duftigen Blütenwolken die wuchtigen Hauptdarsteller, Frauenmantel (Alchemilla mollis) etwa oder Katzenminze (Nepeta x faassenii).

Blaublütige Gesellschaft

Katzenminze überzeugt nicht nur durch ihre Blütenform, sondern auch durch die Blütenfarbe. Blau kommt als einzige Farbe im Rosensortiment nicht vor. Es stellt daher zu jeder Rosensorte einen dekorativen Kontrast her. Kein Zufall, dass die beliebtesten Gesellschafter der Rose standesgemäß blaublütig sind. Während vom Rittersporn nicht jede Sorte Bienen, Hummeln und Schmetterlingen Futter bietet, brummt und summt es über Katzenminze und Lavendel ausgiebig. Zum Bankett laden außerdem:

  • Ab Juni Glockenblumen (Campanula persicifolia), Flockenblumen (Centaurea montana), Lupinen (Lupinus podophylla), Jakobsleiter (Polemonium caeruleum)
  • Ab Juli Kugel- und Edeldisteln (Echinops bannaticus und Eryngium), Anis-Ysop (Agastache foeniculum) und Ysop (Hissopus officinalis), Natternkopf (Echium vulgare), Ehrenpreis (Veronica)
  • Im Herbst leisten Astern (Aster) und Bartblumen (Caryopteris x clandonensis) öfterblühenden Rosen Gesellschaft bis zum Frost.

Stauden in anderen Farben

Kein Blau erwünscht? Sie bevorzugen Ton-in-Ton-Kombinationen? Kein Problem, aus der Fülle dekorativer Beetstauden würden Bienen z.B. diese wählen:

  • in Rosa und Purpur: Moschus-Malven (Malva moschata), Phlox (Phlox paniculata), Spornblume (Centranthus ruber), Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea)
  • in Weiß: Schafgarben (Achillea millefolium), Glockenblumen (Campanula), Phlox (Phlox)
  • in Gelb: Sonnenbraut (Helenium), Sonnenblumen (Helianthus), Gold-Felberich (Lysimachia punctata), Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Auf den Standort achten

Der ideale Rosenstandort ist sonnig, der Boden tiefgründig, nährstoffreich und gut wasserversorgt. Viele Bienennährpflanzen lieben eher magere, trockenere Plätze, etwa Lavendel, Katzenminze, Natternkopf, Bartblume, Blauraute. Diesen Stauden gibt man etwas groben Sand oder Kies mit ins Pflanzloch.

Auf guten Rosenböden eignen sich auch Sommerblumen als Begleiter. Sie haben ähnliche Ansprüche wie die Königin. Borretsch (Borago officinalis), Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus), Bechermalven (Lavatera trimestris), Ringelblumen (Calendula officinalis) und Tagetes (Tagetes tenuifolia) locken auch Insekten an.

Mehr zu Rosenbegleitern, die auch Bienen lieben, erfahren Sie im Juni-Heft von kraut&rüben.

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