Rote Bete ernten und lagern

Rote Bete ernten und lagern
Rote Bete frisch geerntet - Foto: Clickmanis / stock.adobe.com

Für den Tagesbedarf in der Küche sind junge und kleine Knollen ein Genuß. Zum Einlagern jedoch sollten die roten Rüben ausgewachsen sein.

Wann und wie wird Rote Bete am besten geerntet und gelagert?

Sobald die Blätter leicht fleckig werden, sind die Rüben erntereif. Viel länger sollten sie nicht auf dem Beet verbleiben. Jetzt schmecken sie am besten, später bilden sie weiße „Altersringe“ – und das Aroma verblasst. Spätestens wenn die ersten Fröste drohen holt man sie aus der Erde.

Man kann die Bete auch schon während des Sommers ernten. 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat gelten die kleinen Kugeln als zarte Delikatesse.

Runde Sorten sind letztlich nach 80 bis 100 Tagen ausgewachsen, stumpfe, zylindrische nach etwa 140 Tagen. Sehr lange Rübensorten brauchen bis zu 175 Tage.

An einem sonnigen Oktobertag und bei trockenem Boden startet man mit der Rübenernte.

Weil Rote Bete gerne Nitrat speichern, sollte man die Rüben morgens mit einer Grabgabel leicht anheben. So reißen die Feinwurzeln ab, und die Pflanze kann überschüssiges Nitrat abbauen, ohne Nachschub zu erhalten. Am Nachmittag, Abend oder am nächsten Tag erntet man die Roten Rüben endgültig.

Ist der Boden leicht und locker, lassen sich Bete mit der Hand herausziehen. Um die Rüben nicht zu beschädigen, greift man besser zur Grabgabel und hebelt sie aus dem Boden. Erdklumpen streift man mit den Fingern ab. Die Rüben nie aneinanderschlagen oder heftig schütteln.

Plattrunde Sorten lassen sich am leichtesten ernten. Denn solche Rüben sitzen nur oberflächlich auf der Erde. Dazu zählen die ‘Plattrunde Ägyptische’ oder die rot-weiß geringelte ‘Tondo di Chioggia’.

Etwas tiefer stecken kugelförmige Beten wie die ‘Rote Kugel’ im Boden und leisten ebenfalls kaum Widerstand.

Mit mehr Feingefühl heißt es, walzenförmige (‘Forono’, ‘Cylindra’) oder sehr lange Sorten (‘Rocket’, ‘Monorubra’) aus dem Boden zu hebeln. Sie stecken manchmal so fest, dass sie bei der Ernte brechen. Hier empfiehlt es sich, mit der Grabgabel rundherum in den Boden zu stechen und erst dann die Rüben herauszuheben.

Dass es neben der rot- auch gelb- oder weißfleischige Bete gibt, dürfen Gärtner erfahren, die ‘Burpee’s Golden’ oder ‘Albina Vereduna’ herangezogen haben. Diese schmecken süßer und milder als die roten mit ihrem säuerlich-süßen, leicht erdigen Aroma.

Wie bleibt die rote Rübe heil?

Anders als die Möhre ist die Rote Rübe keine verdickte Wurzel. Der unterste Teil des Sprosses dehnt sich als Speicherorgan im Laufe des Sommers aus. Ähnlich wie der Stamm eines Baumes wächst die Knolle dabei Ring für Ring in die Breite.

Die Rüben enthalten viel Saft, der bei der kleinsten Verletzung ausläuft. Deshalb ist schon bei der Ernte Vorsicht geboten, damit die Grabgabel keine Löcher in die recht dünne Haut sticht.

Auch die Blätter dreht man mit den Händen behutsam ab. Wichtig ist, dass das Herz, das innerste Blättchen, stehen bleibt. Schneidet man das Laub mit dem Messer ab, kann man die Knollen mit der Klinge so verletzen, dass sie bluten. Auch Fäulniserreger finden dann größere Eintrittspforten.

Rote Bete lagern – Tipps für die Aufbewahrung

Rote Bete bleiben lange frisch, wenn man sie richtig lagert.

Kurzfristig vertragen Rote Bete Temperaturen bis –5 °C. In milden Gegenden können die Rüben im Winter auf dem Beet bleiben und einzeln geerntet werden.

In der Regel aber bewahren Gärtner die Rüben frostfrei auf. Am besten lagert man sie bei 4 °C und hoher Luftfeuchtigkeit und schlägt sie dabei zusätzlich ein.

Zum Lagern verwendet man nur unversehrte Rüben und steckt sie ungewaschen so tief in eine Kiste mit feuchtem Sand, feuchten Sägespänen oder Kokosfasern, dass nur noch das Herz oben rausschaut.

So können die Bete in einem kühlen Keller, einem Schuppen oder in einer frostfreien Garage bis zum Frühjahr aufbewahrt werden.

Beste Bedingungen herrschen in einem Erdkeller, den man meist nur in alten Häusern findet.

Gärtner können auch im Freien eine Erdmiete anlegen: Dazu gräbt man eine Grube und kleidet sie zum Schutz vor Wühlmäusen mit Kaninchendraht aus. Auf ein Bett aus Sand schichtet man abwechselnd mit Sand die Rüben ein. Den Abschluss bildet wieder eine Lage Sand. Mit einem Holzbrett abdecken.

Manche Gärtner bewahren ihre Bete den ganzen Herbst über in der Miete auf und holen sie erst spät ins Haus. Die Rüben lassen sich leichter transportieren, wenn man sie von vornherein in einer alten Wanne mit Henkeln eingemietet hat.

Die Knollen halten bis zu 4 Wochen im Kühlschrank, in feuchtem Zeitungspapier eingeschlagen oder in einen durchlöcherten Gefrierbeutel gesteckt.

Rote Bete eignet sich auch gut zum Einfrieren. Dafür die Knollen 20 Min. dünsten, danach schälen und zerkleinern. Im Tiefkühlfach sind sie 10–12 Monate haltbar.

Noch länger haltbar bleibt die Rote Bete, wenn man sie erst kocht, schält und dann wie Gewürzgurken sauer einlegt.

Nitrat in Roter Bete reduzieren

• Etwas Kompost im Frühjahr genügt den Pflanzen, um sich zu entwickeln.
• 2 bis 3 Wochen vor der Ernte düngt man überhaupt nicht mehr, auch nicht mit Pflanzenjauchen.
• Gärtner ernten nur an sonnigen Tagen, am besten gegen Abend.
• Je wärmer das Gemüse gelagert wird, desto mehr der schädlichen Inhaltsstoffe entstehen.
• Vitamin C verhindert, dass sich im Darm aus dem Nitrat Nitrit bildet. Deshalb zu den Mahlzeiten Orangensaft trinken oder das Gericht mit frisch gepresstem Zitronensaft abschmecken.

Rote Bete – gesund und köstlich

Ob als Salat, Suppe oder Hauptgericht, mit Roten Rüben lässt sich viel anfangen. Vor allem in der kalten Jahreszeit stärkt das gesunde Gemüse das Immunsystem. Es enthält neben Vitamin B und Kalium besonders Eisen und reichlich Folsäure – ideal, um kränkelnde, blutarme Menschen aufzupäppeln. Rote Bete regt den Appetit an und fördert die Verdauung.

Auch ihr oft ansehnlicher Nitratgehalt spielt eine Rolle dabei, dass die Rüben das Wohlbefinden verbessern. Denn Nitrat hilft nachweislich dabei, den Blutdruck zu senken und die Leistung zu steigern. Weil zu viel Nitrat aber in schädliches Nitrit oder in krebserregende Nitrosamine umgewandelt werden kann, sollte man die Rüben nicht mit Stickstoff überladen.

Das klassische Wintergemüse durfte einst in keinem Gemüsegarten fehlen. Wer glaubt, dass man damals nur selbst eingemachte Rote Bete aus dem Glas auf die Teller legte, kennt all die köstlichen Rezepte nicht. Deftige Eintöpfe wie den russischen Borschtsch oder Gerichte wie den norddeutschen Labskaus gibt es in zahlreichen Varianten.

Modern wird’s, wenn man dünne Rübenscheiben wie Chips herausbackt oder gekochte Rüben dünn als Carpaccio aufschneidet und mit Zitronensaft und Öl beträufelt. Oder man hobelt frisch geerntete Rüben roh in den Salat.

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