Rote Bete Rezepte: Suppe, Mus, Backofengemüse

Rote Bete Rezepte: Suppe, Mus, Backofengemüse
Rote Bete als Ofengemüse – Foto: istetiana / stock.adobe.com

Wie Kohl und so manche Winterknolle oder -rübe galten Rote Bete einst als Arme-Leute-Gemüse. Inzwischen wissen Hobbyköchinnen und -köche, dass die Knollen mehr auf dem Kasten haben, als gekocht und in Essig eingelegt zu werden. Manche Zubereitungen können auch beim Weihnachtsmenü glänzen. Also ran an die Rote Bete.

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Rote Bete Rezepte für das Weihnachtsmenü

Als ich kürzlich eine Borschtsch-Suppe kochen wollte, fand ich das Rezept nicht mehr im Karteikasten. Ich musste es aus dem Internet holen. Dort ist alles für die Ewigkeit, was ich als Blogbeitrag eingestellt habe. Das ist praktisch, weil man mit den Jahren einfach vergesslicher wird. Beim Aufrufen hatte ich festgestellt, dass der Rote Bete Beitrag besser geklickt wird, als der Dauerbrenner Bärlauch oder Trends wie Gemüsechips und Smoothies.

Aktuelle Ernährungstrends haben zu deren Bekanntheit beigetragen. Rote Bete lässt sich entsaften oder mixen und zu gesunden, vitamin- und mineralstoffreichen Drinks und Smoothies verarbeiten. Zum Ausbalancieren des erdigen Geschmacks fügt man Äpfel oder Apfelsaft dazu. Ansonsten gibt es kaum ein Gemüse, das so deutlich zeigt, mit welchen Partnern es gerne kooperieren möchte. Es sind neben den Äpfeln, Meerrettich, Zitrone, Dill und Pfeffer. Diese Zutaten sind in meiner Cremesuppe und in der Tarte enthalten. Beide Gerichte haben das Zeug dazu, bei einem Weihnachtsmenü zu glänzen. Die Suppe ist allein durch die Farbe eine Knaller. Mit Roten Beten lassen sich aber auch Brotaufstriche, Pesto und Soßen kreieren, Risotto, Bratlinge, Südtiroler Knödel und Ravioli-Füllungen – ja sogar Kuchen und Eis.

Rote Bete in alle Farben

Vor ein paar Jahren noch haben wir bei Roter Bete nur rot gesehen – vor allem dann, wenn ein Spritzer davon auf die Bluse geraten ist. Die wenigsten Hobbyköch/innen wussten, dass es unzählige alte Landsorten von dem Gemüse gibt – in den Farben weiß, weiß-lila und weiß-gelb geringelt, gelb, orange, rot und violett. Die rot-violette Knolle ist keineswegs das Original, denn die ersten Beten waren weiß. Noch weiter zurück hat man die Blätter geerntet und zubereitet, noch bevor sich die Knollen ausbildeten. Dieses Küchenwissen ist fast vergessen, aber Hobbygärtner besinnen sich darauf, die Blätter in Suppe, Salat und Eintopf zu nutzen.

Die rote Farbe der Beten kommt durch das Glykosid Betain zustande. Der wasserlösliche Stoff wird auch extrahiert und als Naturfarbstoff Lebensmitteln zugefügt. In der ökologischen Wurstküche ersetzt man Nitritpökelsalz durch Rote-Bete-Saft. Betaine wirken sich günstig auf unseren Stoffwechsel aus, vor allem auf Leber und Galle, außerdem auf die Serotonin-Produktion. Darüberhinaus strotzen die Knollen vor Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien (Carotinoide, Anthocyane), und immer mehr gesundheitsbewusste Menschen schwören auf das preisgünstige Wintergemüse.

Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachtstage, ob mit oder ohne Rote Bete …

Meine Rote-Bete-Rezepte


Rezept: Rote Bete Tarte

Zutaten für eine Springform:
Für den Teig: 125 g kalte Butter, 250 g Mehl (Vollkorn/oder gemischt mit Weißmehl), Salz, 50 ml Wasser, Trockenerbsen zum Blindbacken

Für den Belag: 1 Zwiebel, 500–600 g Rote Bete, 2–3 EL Olivenöl,
1–2 EL Meerrettich, 1–2 TL Honig (Ahornsirup, Agavendicksaft), Pfeffer, 1 Zitrone (Saft), 150–200 g Ziegenfeta oder Ziegenkäse-Frischkäse, 3 Eier, 150–200 ml Sauerrahm, einige Stängel Dill

• Butter, Mehl, Salz und Wasser verkneten, Teig zur Kugel formen, in Folie einpacken und 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
• Zwiebel fein hacken. Rote Bete waschen, schälen und grob raspeln, wie beim Apfelstrudel.
• Öl erhitzen, Zwiebel andünsten, Rote Bete, Honig, Meerrettich und 1–2 EL Wasser zufügen und 8–10 Minuten köcheln lassen. Mit Zitronensaft, Pfeffer und Salz abschmecken.
• Eier und Sauerrahm verquirlen und mit Salz würzen.
• Teig ausrollen und in eine gefettete Springform geben, einen kleinen Rand formen, mit der Gabel mehrmals einstechen.
• Backpapier auf den Teig legen, Trockenerbsen darüber füllen und den Teigboden bei 175 °C 15 Minuten blindbacken. Backpapier und Trockenerbsen entfernen.
• Rote Bete Mix auf dem Teigboden verteilen, Käse darüber bröckeln bzw. Frischkäse-Flocken darauf verteilen. Eier-Sauerrahm-Mischung darüber geben und die Tarte noch 30–35 Minuten backen. Mit gehacktem Dill bestreuen und warm oder kalt servieren.
• Dazu passt geschlagene Sahne mit geraspelten Äpfeln und Meerrettich, mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt.
• Tipp: Auch eine Handvoll gehackte Walnüsse macht sich im Rote Bete Belag gut.


Rezept: Rote Bete Suppe mit Topping

Zutaten für 4 Portionen:
600 g Rote Bete, 1 Zwiebel, 1 Kartoffel, 1 Stück Knollensellerie oder 1 Knolle Petersilienwurzel, 2–3 EL Öl, 900 ml Wasser, 1–2 TL gekörnte Gemüsebrühe,
100 g Sauerrahm, 3–4 TL Meerrettich, 1 Zitrone (2 EL Saft), Dill, Salz und Pfeffer
Topping: 1 Handvoll Granatapfelkerne, 50 g Feta

• Rote Bete in der Schale 40–50 Minuten kochen, abkühlen lassen und schälen. Dill waschen, hacken, Zitrone auspressen.
• Zwiebel und Knollensellerie fein würfeln, beides in Öl andünsten, gewürfelte Rote Beten hinzufügen, mit Wasser aufgießen, mit Brühe würzen und weitere 10 Minuten köcheln.
• Gemüse pürieren, Meerrettich, Zitronensaft und Sauerrahm zufügen, mit Salz, Pfeffer und evtl. etwas Zitronenabrieb abschmecken und nochmals aufkochen.
• Für das Topping Feta zerbröseln und mit Granatapfelkernen zur Suppe reichen oder über die mit Suppe gefüllten Teller streuen, mit gehacktem Dill garnieren.
• Als Topping passen ebenso Stücke von Räucherlachs oder –forelle sowie Brotwürfel in Knoblauch und Öl geröstet.


Rezept: Rote Bete mit Sesammus 

Eine ebenso köstliche wie schnelle Vorspeise: gekochte Rote Bete-Scheiben auf ein Backblech geben, Etliche Knoblauchzehen durchpressen, mit Tahin (Sesammus) vermengen, mit Zitronensaft glattrühren und mit Salz abschmecken. Jeweils 1 TL der Masse auf den Bete-Scheiben verteilen, noch mal kurz heiß werden lassen, fertig!


Rezept: Rote-Bete-Backofengemüse


Zutaten für 4 Portionen:
1 kg gemischte bunte Beten oder Rote Bete gemischt mit anderem Wurzelgemüse (Steckrüben, Knollensellerie, Karotten, Pastinaken) und Kürbis, 4–6 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer, Thymianblättchen oder Rosmarinnadeln, ½ Orange (Orangensaft, evtl. Orangenabrieb, etwas Honig 

• Backofen auf 200 °C vorheizen. Rote Bete schälen und (gemischt mit Steckrübe, Knollensellerie, Petersilienwurzel) in etwa gleichgroße Stücke, Spalten oder dicke Stifte schneiden.
• Möhren und Pastinaken schälen und der Länge nach halbieren oder vierteln. Kürbis in Scheiben schneiden.
• Gemüse in eine große Schüssel geben. Olivenöl mit Salz, Pfeffer, Kräutern und Orangensaft/zesten vermengen und das Gemüse damit 20 Minuten marinieren.
• Gemüse gleichmäßig auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen.
• 30 Minuten im Ofen backen, bis das Gemüse goldbraun und gar ist, nach der Hälfte der Zeit wenden.
• Nach Belieben das Gemüse mit wenig Honig beträufeln. Auf einer vorgewärmten Servierplatte anrichten und servieren.
• Das Backofengemüse ist nicht nur eine Beilage zu einem Braten. 
Mit zerbröseltem Feta- oder Ziegenfrischkäse-Klecksen 10 Minuten überbacken, glänzt es als Hauptgericht. Dazu schmeckt eine Meerrettichsoße:


Rezept: Meerrettichsoße

Aus je 1 EL Mehl und Butter eine helle Mehleinbrenne herstellen, mit 1/4 l Gemüsebrühe ablöschen, mit 1–2 EL Sahne und Meerrettich aus dem Glas (2–3 EL) oder frisch geriebenem Meerrettich abschmecken, mit Dill würzen.

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