Badekur für Saatgut

Ein Kräuterbad stärkt Keimkraft und Wachstum, die Samen laufen schneller auf. 

Biogärtner bevorzugen ungebeiztes Saatgut, frei von chemischer Behandlung. Damit sie sich im Gemüsebeet gegen Bakterien und Pilze behaupten, werden sie in einem Bad fit gemacht.

Anfälligkeiten für Krankheiten verringern sich, und die jungen Pflänzchen wachsen den Schädlingen davon.

Gemischte Badekur

Viele Gemüse-Samen baden am liebsten in einer Kräuter-Mischung aus Schafgarbe, Baldrian-Blüten, Löwenzahn, Brennnessel, Kamille und Eichenrinde. Weil sie unterschiedlich groß und ihre Samenschalen unterschiedlich dick und durchlässig sind, dauert das Bad unterschiedlich lange.

Kohl, Meerrettich:    15 Minuten
Rettich, Radies:        15 bis 30 Minuten
Möhre, Sellerie:        90 Minuten

Petersilie, Fenchel, Dill, Salat, Endivie, Chicorée, Schwarzwurzel,

Spinat, Mangold, Rote Bete, Tomate, Paprika, Zwiebel, Porree,
Schnittlauch :            60 Minuten
 

Kamillen-Bad

Der Extrakt aus Kamillen-Blüten hat sich besonders für Schmetterlingsblütler bewährt.

Erbsen:                    120 Minuten
Bohnen:                   30 bis 60 Minuten
Puffbohnen :            60 Minuten

Kresse besprengen wir nach der Aussaat in der Saatkiste mit Kamillenextrakt, da die Samen sonst zusammenkleben und sich nicht aussäen lassen.

Ist die Bade-Kur beendet, werden die Samen über ein Leinentuch abgegossen und auf dem Tuch liegend an der Luft getrocknet. Danach bindet man den Stoff zu einem Beutel zusammen und hängt ihn zum Nachtrocknen an einen kühlen, schattigen Ort.

Zwei bis vier Stunden nach dem Saatbad kann man aussäen. Sollte schlechtes Wetter das verhindern, legt man den Beutel mitsamt den Samen in feuchte Erde, wo sie vorquellen. Bringt man sie einige Tage später unter die Erde, geht die Saat schnell auf. Selbst bereits gekeimte Samen (z.B. Erbsen, Bohnen, Kürbisse) lassen sich noch gut aussäen.

Die Samen eingebunden in einen Leinenbeutel in das Kräuterbad zu legen, ist nur bedingt ratsam. Man benötigt zum einen mehr Flüssigkeit. Außerdem besteht die Gefahr vor allem bei Möhren und Sellerie, dass die Samen zusammenkleben und Klümpchen bilden.

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