Schnittgut verwenden – Ideen für den Garten

Ideen für den Garten mit Schnittgut
Selbst gebauter Zaun aus Gehölzschnitt - Foto: Repina Valeriya / stock.adobe.com

Zweige und Äste vom Gehölzschnitt sind zum Wegwerfen viel zu schade. Wir zeigen Beispiele und Ideen, wie Sie Schnittgut im Garten sinnvoll verwenden.

Tolle Ideen: Schnittgut verwenden

Für manche Gärtner gibt es nichts Schöneres als sich mit der Schere Luft zu verschaffen, Sträucher auszulichten und Obstbäume für die nächste Saison vorzubereiten. Wer es richtig macht, schneidet lange Ruten ab, indem er sie knapp über dem Boden kürzt oder Zweige nah am nächsten dicken Ast abnimmt. Da dauert es nicht lange, bis sich sperrige Haufen in den Gärten türmen.

Schnittgut häckseln und damit mulchen

Häcksler-Fans schwören auf Schnitzel, Chips und Scheibchen. Sie lieben es, alle Gartenabfälle selbst zu verwerten anstatt das wertvolle Naturmaterial in die Schredder der Wertstoffhöfe zu werfen. Im Nu schrumpfen die Haufen im eigenen Reißwolf zu überschaubaren Häufchen. Diese ergeben mit Grünabfällen gemischt nicht nur einen prima Kompost, sondern lassen sich pur als Wegbelag verwenden oder als Mulch-Schicht unter Bäumen und Sträuchern ausbreiten.

Im Garten kann das Schnittgut aber auch verbleiben, wenn man andere Sachen damit anstellt. Knospige, kahle Zweige sind mit ihrer hübschen Rinde eigentlich viel zu schade, um als Kleinholz zu enden. Zumindest vorerst.

Reisig dekorativ platzieren

Haben Sie schon mal einen Arm voll Reiser mit einer Schnur gebündelt und an den Zaun, in ein Garteneck oder zur Winter-Deko neben die Eingangstür gestellt? Ob Apfelzweige, Haselruten oder Hartriegel-Schnitt, sie alle mausern sich mit wenigen Handgriffen zu Hinguckern mit natürlichem Charme. Manche Gartenbesitzer stellen sie in Bodenvasen, Töpfe oder Kübel, schmücken sie ein wenig oder hängen für die Vögel Winterfutter dran.

Holzstecken vielseitig einsetzbar

Schöne, gerade Stecken, darunter solche, die man vorher von Seitentrieben befreit hat, sind die liebsten Helfer vieler Gärtner. Sie verleihen Hochstämmchen oder Tomaten den nötigen Stand und halten beim Heckenschnitt die Richtschnur gespannt.

An die Ränder von Blumenbeeten gesteckt, vor allem an die Ecken, verweisen sie den Gartenschlauch in seine Grenzen, bevor er unter Zug-Zwang Blätter und Blüten niederdrückt.

Mit dem Fäustel in die Erde geschlagen eignen sich dickere Zweigstücke dazu, Bretter hochkant zu stellen. Für den Bau niedriger Hochbeete oder für hölzerne Wegbegrenzungen braucht man so keine Pflöcke zu kaufen.

Auch kleine Böschungen lassen sich abstützen, wenn man Bretter hinter selbst zugespitzte Holzstücke klemmt.

Besonders hübsch sehen geflochtene Rahmen für Beete und Komposthaufen aus. Die Höhe lässt sich über die Länge der Pfosten bestimmen. Dafür treibt man getrocknete, dicke Ruten mit mehr oder weniger großem Abstand in die Erde. Zwischen diese Streben schlingt und windet man die Schnitt-Abfälle. Je kürzer die Flecht-Zweige sind, desto näher zueinander sollten die hölzernen Pfeiler im Boden stecken. Für die kleinen Kunstwerke verwendet man vor allem frische, elastische Ruten.

Geflochtene Verstecke aus Schnittgut

Hinter Flechtwänden dieser Art lassen sich auch große Pflanzkübel aus Kunststoff, Regentonnen und andere unschöne Gartenutensilien verstecken. Hohe Wände haben das Zeug zum Zaun, zur Rankhilfe oder gar zur stattlichen Sichtschutzwand – da ist dem Tatendrang keine Grenze gesetzt.

Mit lockerem Flechtwerk aus geschmeidigen Ruten kann man nicht nur einjährigen Blumenranken dezenten Halt geben. Man steckt es in Pflanzkübel oder windet es zwischen grobe Zaunlatten. Mal peppt es öden Maschendraht, mal den vergrauten Jägerzaun auf. Und haken sich dann die jungen Triebe bei ihm unter, macht sich das Naturmaterial unter den Blütenwolken fast unsichtbar.

Hölzer für Hecken

Aus dicken und knorrigen Aststücken können sich Gärtner ohne großen Aufwand niedrige Begrenzungen bauen. Dazu rammt man fortlaufend immer 2 robuste Pfähle mit einem Abstand von etwa 50–100 cm in den Boden. In den Spalt zwischen die Pfähle legt man längs verschieden lange Hölzer, Äste oder auch Wurzeln.

Diese Art einer Totholzhecke sieht nicht nur aufgeräumt aus, sondern ist einfacher aufzubauen als wenn man das Schnittgut bunt durcheinander in eine Gartenecke wirft. Während des Gartenjahres wandert ständig neues Naturmaterial nach, ohne die Ordnung zu sprengen. Alles kann in Ruhe zu Humus verrotten und bietet dabei genügend Unterschlupf für Igel, Kröte, Zaunkönig und andere scheue Gartenbewohner.

Aber Achtung: Wer einmal unter die Stöckchen-Sammler gegangen ist, läuft Gefahr, süchtig zu werden. Manche beginnen, schlichte Stapel in Hingucker zu verwandeln, mit Ästchen kleine Skulpturen zu formen oder Kugeln aus Ranken zu winden.

Gestecke und Kränze aus Ruten

Man kann das Schnittgut für so viele Dinge gebrauchen! Hobby-Floristen verwenden die weichen Ruten als Grundgerüste für Gestecke aller Art. Dazu biegt man sie zu Ringen und Ovalen, fixiert sie mit dünnem Draht.

Auch Kränze lassen sich prima mithilfe der getrockneten Formen binden. Hierfür befestigt man Buchs-Büschel, Tannengrün oder Zweige mit Beeren dicht an dicht auf den praktischen Reifen. Da kann man getrost auch Lücken lassen.

Und wenn die holzigen Helfer ihren Dienst erfüllt haben und frischer Nachschub ansteht, wandern sie in den Häcksler, in den Kompost, zurück in den Garten. Einfacher kann sich der natürliche Kreislauf nicht schließen.

Staudenhalter – auf Biegen und ohne Brechen

Aus frisch geschnittenen, fingerdicken Ruten kann man ruck, zuck Blumenstützen basteln. Vor allem die Blütenstiele von Rittersporn, Sonnenbraut oder Herbstastern wollen sich im Laufe des Sommers anlehnen. Wind, Regen oder das Gewicht der Blüten lassen die Stauden ohne Halt schnell auseinanderfallen.

Am leichtesten ist es, ein solches Gerüst bereits im Frühling anzubringen. Die Triebe wachsen dann locker und natürlich in die Stütze hinein, ohne später im Jahr unschön mit einer Schnur zusammengezurrt zu werden.

Biegen Sie Bögen aus Haselnuss-, Forsythien-, Apfel- oder Fliedertrieben und stecken Sie die Enden in die Erde. Drei Bögen reichen, über die man einen Ruten-Ring zieht und diesen mit Draht oder Schnur an den einzelnen Streben befestigt. Fertig ist das stabile Stecksystem!

Den gleichen Effekt erzielen Sie mit Tipis, für die sich auch starres, verholztes Schnittgut eignet. Je nach Länge der Stecken kann man stattliche Zelte fertigen, die kleinen Kletterpflanzen und niedrigen Rosen Halt schenken.

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