Sind Pastinaken winterhart und vertragen sie Frost?

Pastinaken - sind sie winterhart?
Pastinaken, frisch geerntet - Foto: TwilightArtPictures / stock.adobe.com

Wie viel Frost vertragen Pastinaken, und bis wann muss ich die letzten Reihen spätestens ernten? Werden sie im Winter matschig?

 

Leser fragen, kraut&rüben antwortet

„Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal Pastinaken angebaut. Sie sind viel besser mit der wechselhaften Witterung zurechtgekommen als unsere Gelben Rüben. Sie platzen nicht so schnell und schmecken auch nicht so streng, wenn sie mal ein bisschen trocken stehen.
Wie viel Frost vertragen die Rüben, und bis wann muss ich die letzten Reihen spätestens ernten? Werden sie im Winter matschig?“

Winterharte Pastinaken

Pastinaken erntet man entweder im Spätherbst oder holt sie im Frühjahr, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist vom Beet. Man sticht seitlich mit der Grabgabel in die Erde und hebelt die Rübe möglichst ohne dass sie abbricht, aus dem Boden. Grobe Erdschollen streift oder schüttelt man ab.

  • Am besten sind die Rüben im Boden aufgehoben, wo man sie bei frostfreiem Wetter nach Bedarf erntet.
  • In feuchtem Sand eingeschlagen bleiben sie bei kühlen Temperaturen (1–5 °C) einige Wochen lang frisch.
  • Bewahrt man sie zu trocken auf, werden die Wurzeln zäh und ähnlich pelzig wie Rettiche.
  • Sobald sie im Frühjahr austreiben, verlieren sie ebenfalls stark an Qualität und eignen sich nicht mehr für die Küche. Sie sind dann ledrig und fasrig.

Bei Mäusen beliebt

Pastinaken sind in unseren Breiten frosthart, sofern sie unter einer Schneedecke liegen. Drohen längere schneelose Frostperioden deckt man das Beet mit einer doppelten Lage Vlies ab.

Nicht die tiefen Temperaturen setzen ihnen zu, sondern Mäuse. Sie mögen die aromatischen, leicht süßlichen Wurzeln ebenfalls. Deshalb sollten Pastinaken-Gärtner ein wachsames Auge auf die Rüben haben und die Bestände regelmäßig kontrollieren.

Das heimische Gemüse sammelte man früher wild. Allerdings benötigte man gute Pflanzenkenntnisse, damit es nicht zu Verwechslungen mit dem hochgiftigen Schierling kam, der ebenfalls weiße, spindelförmige Wurzeln hat.

Später dann baute man Pastinaken feld- oder beetweise an, bis das Modegemüse Möhre Einzug in die Gärten hielt und die Hammelmöhre verdrängte.

Hoher Ertrag

  • Die weißen Wurzeln werden 5–8 cm dick und bis zu 30 cm lang.
  • Sie wiegen um die 300 g.
  • Je früher die Aussaat (ab Mitte März) erfolgt, desto höher ist der Ertrag, bis zu 5 kg/m2.
  • Späte Saaten bis Mai liefern kleinere, zartere und schmackhaftere Wurzeln.

Da Pastinaken eng mit Sellerie, Petersilie, Liebstöckl oder Möhren verwandt sind, sollten sie nicht gleichzeitig auf der selben Fläche und auch nicht aufeinanderfolgend angebaut werden. Gute Vorgänger auf dem Beet sind Puffbohnen, Erbsen oder Bohnen.

>> Rezept: Pastinaken-Rösti

Teilen