Sonne oder Schatten – auf den Standort kommt es an

„Für jede Grablage gibt es die geeigneten Pflanzen“, erläutert Georg Hilligardt.
 
Er ist Friedhofsgärtner in Pforzheim und betreut über 2000 Pflegegräber.
 
 „Oft wird der Fehler gemacht, dass die Standort- bedingungen der Pflanzen nicht berücksichtigt werden und das Pflanzen- wachstum deshalb hinter den Erwar- tungen zurück bleibt“, weiß Hilligardt.
 
In schattigen Lagen bietet sich die Gestaltung als Waldgrab an. Passende Elemente für solch ein landschaftliches Grab sind Wurzeln, Steine und Pflanzen. Gräser wie die Segge (Carex ornithopoda) als Symbol für Vergänglichkeit, die Waldsteinie (Waldsteinia) und der kleinwüchsige Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) sind an diesen Standorten zu empfehlen. Auch der Schildfarn (Polystichum) eignet sich gut. Er bleibt sehr kompakt, ist wintergrün und hat eine filigrane Blattstruktur.
 
Sonnige Standorte können ebenfalls sehr vielfältig gestaltet werden. Dort kommen sonnen- und trockenheitsverträgliche Pflanzen wie Stachelnüsschen (Acaena), Dachwurz (Sempervivum) oder Thymian (Thymus) dort zum Einsatz. Akzente können mit Kiefern (Pinus) gesetzt werden.
 
Ein besonders trockenheitsverträglicher Bodendecker ist der Gamander (Teucrium chamaedrys `Nana‘). Er lässt sich sehr gut als Buchsersatz verwenden und sollte regelmäßig geschnitten werden, damit er nicht kahl wird.
 
„Generell ist bei der Grabgestaltung darauf achten, dass vor allem kleinwüchsige Sorten ausgewählt werden, um die Schnittarbeiten zu minimieren“, erklärt Hilligardt. Wichtig sei auch der Eindruck der Pflanzen im Herbst. Allerheiligen oder Totensonntag – am Ende des Jahres sind unterschiedliche Gedenktage. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Pflanzen noch attraktiv sein.
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