Soßen machen glücklich!

05.03.2014, 10.18 Uhr

Soßen machen glücklich

Machen Nudeln glücklich? Manche Menschen sagen es. Bei mir sind es eher die Soßen, die mich zum Abheben bringen. Bis heute weiß ich nicht so recht, welche Sorte Spaghetti die Beste ist, ob man Öl ins Kochwasser geben, die Nudeln kalt abschrecken oder besser mit der Soße vermischen soll. Das ist mir alles zu unübersichtlich, und deshalb gibt es in meinem Vorratsschrank meist nur eine Sorte Nudeln: Penne. Die sind unkompliziert und vertragen sich mit allem, was einer Soße ähnelt.

Ob zu Nudeln, Fleisch oder im Schmorgericht – Soßen sind für mich Trumpf, und die Herzdame unter allen ist die ‚Puttanesca’. Diese Komposition aus Tomaten, Kapern, schwarzen Oliven, Sardellen und Chili ist ein Meisterstück italienischer Kochkunst. Vorausgesetzt man mag Sardellen. Viele hassen sie. Ich gehöre zur Fraktion der Sardellen-Liebhaber. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur an Sardellen denke und erst recht, wenn ich Sardellen-Gläser im Regal stehen sehe. Ganz schlimm ist es, wenn sich die Fischchen auf der Pizza eines Tisch-Nachbarn aalen. Aber Pizza ist nicht mein Fall, und ‚Spaghetti alla Puttanesca’ gibt es im Restaurant selten. Ob es an dem schlüpfrigen italienischen Namen liegt? Spaghetti nach Hurenart!

Egal, die Puttanesca ist ein Scharfmacher, und das Geheimnis liegt darin, sie lange auf kleiner Flamme zu köcheln, bis man sie vernascht. Auch das Aufwärmen bekommt ihr bestens. Wenn wir mit Freunden sonntags zum Bergwandern gehen, dann habe ich die Soße schon am Vorabend zubereitet. Und nach der Rückkehr gibt es für ein hungriges Rudel ‚Penne alla Puttanesca’.

Um alle, die Sardellen verabscheuen, nicht von den Töpfen auszuschließen, serviere ich noch eine weitere Lieblingssoße, die ganz schnell gemacht ist: mit Räucherlachs, Rucola und Ricotta. Zwei besondere Soßen, wie ich finde, die prima zum Aschermittwoch und in die beginnende Fastenzeit passen – als Pasta-Teller für das Fischmenü oder zusammen mit einem gemischten Salat als alleiniger Magenfüller.

Guten Hunger!

Pasta alla Puttanesca 

Zutaten für 4 Portionen:
3 EL Olivenöl, 3 Knoblauchzehen, 1 kleine scharfe rote Peperoni,
500–600 g Tomaten (oder geschälte Tomaten aus der Dose), 1–2 EL Tomatenmark, 100 g schwarze Oliven ohne Stein, 3–4 EL Kapern, 5–6 Sardellenfilets, viel Petersilie, Salz, Pfeffer aus der Mühle, 500 g Pasta

• Sardellenfilets abspülen, eine Weile wässern, damit sie nicht ganz so salzig sind, klein hacken.
• Tomaten klein schneiden, Oliven und Kapern kleinwürfeln, Knoblauch fein hacken.
• Peperoni aufschlitzen, säubern und in kleine Ringe schneiden.
• Öl erhitzen, Knoblauch und Peperoni andünsten, Tomaten und Tomatenmark einrühren, kurz durchschmoren, eventuell etwas Wasser zugießen.
• Kapern, Sardellen und Oliven zufügen und 30–60 Minuten auf niedriger Flamme köcheln lassen. Mehr schadet nicht sondern macht die Soße noch aromatischer.
• Gehackte Petersilie unterheben und nach Belieben mit geriebenem Parmesan zu Spaghetti oder Penne servieren.

Ricotta-Rucola-Räucherlachs-Soße

Zutaten für 4 Portionen:
1 Becher Ricotta (250 ml), 1 Becher Sahne (200 ml), 1 Orange, 150 g Rucola,
200–300 g Räucherlachs, Salz, Pfeffer, Muskat

• Rucola putzen, waschen, mehr als die Hälfte davon fein hacken, den Rest in mundgerechte Stücke zupfen.
• Orange auspressen. Den Lachs in 1 cm breite Streifen schneiden und mit Orangensaft beträufeln.
• Ricotta bei milder Hitze in der Sahne schmelzen. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Orangensaft würzen.
• Gehackten Rucola und Lachs untermischen, erwärmen.
• Ganze Rucola-Blätter unterziehen und zur Deko verwenden. Soße mit Nudeln (Farfalle, Penne, Spaghetti) servieren.

Teilen