Spalierobst kaufen, pflanzen, formieren

Spalierobst kaufen, pflanzen, formieren
Der Birnbaum am Holzspalier trägt reichlich Früchte - Foto: fottoo / stock.adobe.com

Mit einem Wandspalier schafft man selbst in einem kleinen Garten Platz für einen großen Obstbaum, der reichlich Früchte trägt. Was gibt es beim Kauf und beim Pflanzen zu beachten?

Ein Spalierbaum lohnt sich: Das Obstgehölz ist eine Augenweide und bietet Früchte in Reichweite. Er dient als Nahrungsquelle, Nisthillfe und Zuhause für Vögel und Insekten.

Vorteile Spalierbaum:

  • An der schützenden Wand (vor allem an einer unverputzten Mauerwand) sinkt die Spätfrostgefahr,
  • die Blüten erfrieren so gut wie nie,
  • die Blüten werden besser befruchtet,
  • selbst in kühlen Gegenden gedeihen empfindliche Arten wie Pfirsich und Aprikose,
  • das dichte Blätterkleid bietet Unterschlupf für Insekten
  • und es lädt Vögel ein, ihre Nester zu bauen,
  • die Obstblüten nähren Bienen, Hummeln und Fliegen.

Den richtigen Baum kaufen

Der Spalierbaum braucht regelmäßigen Schnitt und Formierung. Damit Sie ihn von Beginn an richtig erziehen, also in die gewünschte Form bringen können, pflanzen Sie am besten einjährige, höchstens zweijährige Bäumchen.

Für kleine Spaliere wählen Sie Sorten, die auf schwachwachsenden Unterlagen veredelt sind, sie werden als „Spindelbaum“ oder „Schlanke Spindel“ angeboten.

Für die Begrünung großer Flächen kaufen Sie Obstbäume auf mittelstark wachsenden Unterlagen, „Fußstamm“ oder „Busch“ genannt. Wählen Sie Exemplare, die Seitentriebe in Kniehöhe haben. In großen Baumschulen bekommen Sie Bäume, die bereits in Form eines Kordons oder einer Palmette erzogen sind.

Der richtige Standort

Birnen, Pfirsiche und Aprikosen können gar nicht genug Sonne und Wärme abbekommen, deshalb lieben sie Süd- und Südwestwände, vor allem in rauen Lagen. Selbst Feigen können am Spalier vor einer Südwand gedeihen. Äpfeln ist es vor knallsonnigen Mauern dagegen zu heiß, Ihre Früchte verlieren dort an Aroma und ihre Blätter leiden unter Mehltau. Süßkirschen würden den Platz an der Südwand zwar schätzen, aber sie wachsen zu stark. Man müsste sie ständig schneiden, und das vertragen sie nicht. Außer in Höhenlagen sind sie vor einer Westwand oder am besten frei stehend als Obsthecke besser aufgehoben.

In Gebieten ohne starke Fröste gedeihen Äpfel auch vor einer Südost- oder Ostwand. Sauerkirschen nehmen mit dem Westen vorlieb und vertragen in milden Klimaten auch Ostlagen. Im Winter sind Ostwände allerdings problematisch, insbesondere bei gedämmten Mauern, denn eisige Winde blasen meist aus dieser Richtung. Der Platz vor der Ostwand ist außerdem trocken, weil er im Regenschatten des Hauses liegt.

Spalierbäume pflanzen

Spalierobst pflanzt man im Herbst oder Frühjahr. Ist der Boden am Haus verdichtet, steinig, sandig oder tonig, sollten Sie eine sehr große Grube ausheben, die 80–100 cm breit und 60–80 cm tief ist. Bäume mit nackten Wurzeln stellt man einen halben Tag ins Wasser und schneidet verletzte Wurzeln ab, auch Bäume im Container werden gewässert. Den ausgehobenen Boden verbessern Sie mit humoser Erde oder gekaufter Pflanzerde – je schlechter der Aushub ist, desto mehr gute Erde geben Sie dazu. Beim Pflanzen hält man den Baum so in die Grube, dass er so hoch steht wie vorher im Topf oder im Boden der Baumschule. Ein Helfer schaufelt die feinkrümelige Erdmischung um die Wurzeln herum ein. Wurzelnackte Gehölze werden dabei leicht geschüttelt. Ist die Grube voll, wird die Erde vorsichtig angetreten und der junge Baum mit sehr viel Wasser eingeschlämmt.

Spalierbaum selber ziehen

Ein Spalierbäumchen aus Apfel und Birne können Sie selbst heranziehen. Wichtig ist, dass der Baum auf einer schwach- wachsenden Unterlage veredelt ist, sonst kommen Sie mit dem Schneiden nicht mehr nach.

Zum Schnitt:

● Der Mitteltrieb bleibt stehen, alle anderen senkrecht erscheinenden, starken Triebe nehmen Sie heraus.
● Einige Seitentriebe biegen Sie vorsichtig waagrecht und binden sie am Gerüst fest.
● Kräftige Triebe, die aus den Seitentrieben entstehen, schneiden Sie ganz weg, schwache Triebe kürzen Sie auf 10 bis 15 cm ein.
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