Eine muntere Truppe

Ergänzung zum Beitrag in kraut&rüben 3/2016

Etwa eine halbe Milliarde Hausspatzen leben auf unserem Globus, doch warum sind sie in China und Japan so rar?
 
In der aktuellen Ausgabe von kraut&rüben 3/2016 berichtet unser Autor, Michael Pfaff, über das Leben der Spatzen. Er erwähnt in dem Beitrag, dass es für ihn rätselhaft sei, dass Spatzen in China und Japan kaum vorkommen würden. Daraufhin haben uns Leser geschrieben und erklärt, warum dies so ist.
 
Der Spatz als Volksfeind
 
Im Jahr 1957 befahl Mao Zedong, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas (1943-1976), eine „große Spatzenkampagne“. Grund war die Behauptung, dass Spatzen den Chinesen das Getreide wegfuttern.
 
Über 600 Millionen Menschen mussten daraufhin gegen den gefiederten Volksfeind antreten: Mit Töpfen und Tröten veranstalteten sie einen derartigen Krach, dass die verängstigten Spatzen so lange in der Luft umherschwirrten, bis sie erschöpft oder tot vom Himmel fielen. Tiere, die am Boden liegend noch lebten, erschlug man. Spatzennester warf man mitsamt Eiern auf den Boden. Am Ende hatte man etwa zwei Milliarden Tiere umgebracht.
 
Doch der Vogelmord hatte unerwartete Folgen: Da die hungrigen Schnäbel fehlten, konnten sich schädliche Insekten ungehemmt vermehren. Nun machten sich diese über das Getreide her.
 
Es folgte eine der größten Hungersnöte in der Geschichte der Menschheit, der viele Millionen Chinesen zum Opfer fielen. China musste nun Spatzen importieren – ausgerechnet vom ungeliebten Nachbarn Russland. Bis heute kommen Spatzen in China nur selten vor.
 
 
 Foto: Jürgen Radzieja  / pixelio.de 
 
 
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