Stammanstrich der Obstbäume

Stammanstrich der Obstbäume
Das Weißen der Rinde schützt die Bäume im Winter - Foto: jelenaaloskina / stock.adobe.com

Ein Stammanstrich mit Kalk oder Lehm schützt den Baum vor Frost, Krankheiten und Schädlingen. Insbesondere Obstbäume benötigen einen Schutzanstrich. Hier gibt es Rezepte zum selber machen.

Was bewirkt ein Stammanstrich der Bäume?

Ein Stammanstrich verhindert Risse durch Frost und starke Sonneneinstrahlung.

In den frostigen Nächten sinken die Temperaturen im Winter oft weit unter den Nullpunkt. Ab Mitte Januar, spätestens im Februar bekommt die Sonne soviel Kraft, dass sich die Baumstämme auf ­ihrer Südseite an klaren Tagen sehr stark erwärmen, während die Nordseite noch tief gefroren ist. Dadurch entstehen Spannungen im Rindengewebe, die schließlich zu Frostrissen führen können.

Gegen diese Schäden werden die Stämme und die dicken Äste vorbeugend im Winter mit Lehmbrühe angestrichen. Die helle Farbe reflektiert das Sonnenlicht, dadurch heizt sich der Stamm nicht so stark auf, Spannungen werden vermieden. Lehm hält die Rinde elastisch, so kommt es nicht so rasch zu Rissen. Schachtelhalm stärkt das Gewebe und die vielen Mineralien im Algenkalk ernähren die Rinde.

Der Baumanstrich verhindert außerdem Schlupfmöglichkeiten für Schädlinge und beugt – je nach Zusätzen – Pilzbefall und Wildverbiss vor.

Kaufen oder selber machen

Es gibt im Handel fertige Mischungen, die Sie nur anrühren brauchen. Nach alten Rezepten können Sie den Anstrich auch selbst herstellen:

Rezept Lehmanstrich

5 kg Lehm (oder Lehmpulver)
5 kg Kuhmist
Ackerschachtelhalmbrühe (gekauft oder selbst angesetzt)

Rezept Kalkanstrich

2,5 kg gelöschten Kalk (niemals Branntkalk verwenden!) nach und nach mit 10 Liter Wasser anrühren.

Eventuell etwas Tapetenkleister oder 5 bis 10 g Wasserglas (Silicate) einrühren, um die Haftfähigkeit des Anstrichs zu verbessern.

Vom reinen Kalkanstrich ist man heute abgekommen, da der Kalk die Rinde austrocknet.

Pflegende und krankheitshemmende Zusätze:

Gesteinsmehl
Algenkalk
Wermut- oder Rainfarntee

So wird der Anstrich angerührt und aufgetragen

  • Rühren Sie den Stammanstrich mit oder ohne Zusätze in einem Eimer an. Der Anstrich soll zähflüssig sein.
  • Lassen Sie den Brei 24 Stunden lang quellen.
  • Mit einem dicken Pinsel, einem Handfeger oder einem Tapezierpinsel streichen Sie die Rinden an einem frostfreien, trockenen Tag großzügig ein.
  • Wenn Sie die Brühe versprühen wollen, wird sie stärker verdünnt. Sie brauchen spezielle Spritzdüsen dafür.

Der richtige Zeitpunkt für den Anstrich

Die beste Zeit dafür ist der Spätherbst oder frühe Winter. Weil im späten Winter der Anstrich meist verblasst oder verwittert, sollte er im Januar/Februar erneuert werden.

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