Staudengarten für Insekten

Staudengarten für Insekten
Die Kugeldistel blüht im späten Sommer - Foto: Tina Gössl / pixelio.de

Stauden locken Insekten an: Sie bieten den geflügelten Besuchern nicht nur den Kraftstoff, den sie zum Leben brauchen, sondern dienen verschiedenen Arten auch als Schutz vor Feinden.

Wenn die Stauden jetzt im Frühjahr gepflanzt werden, ist eine Blüte in diesem Jahr noch garantiert.

Gartenbesitzer, die Stauden pflanzen, fördern Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere „Brummer“ und sorgen so dafür, dass Äpfel, Kirschen und andere Obstbäume viele Früchte bilden.

Der Grund: Etwa achtzig Prozent aller Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen.

Bereits im Frühjahr haben das Immergrün (Vinca) mit seinen blauen, weißen oder violett-roten Blüten oder die herrlich altmodisch wirkenden Akelei (Aquilegia) eine magnetische Wirkung auf Insekten.

Vom fast ganzjährigen Nahrungsangebot der Stauden an Nektar und Pollen profitieren außerdem die Vögel. Sie werden vom reichen Angebot an Futtertieren angelockt und sind für viele Pflanzenliebhaber gern gesehene Gäste.

„Amerikaner“ als Futterpflanzen im Herbst

In der zweiten Jahreshälfte sind viele Wiesen abgemäht und der Blütenreichtum der einheimischen Flora lässt nach. Dann werden sommer- und herbstblühende Stauden im Garten von Insekten gerne als Nahrungsquelle angenommen. Viele dieser herbstblühenden Stauden stammen aus den Prärien Amerikas und blühen ab Sommer bis weit in den Herbst hinein.

Ein Vertreter dieser „Amerikaner“ ist der Rote Sonnenhut (Echinacea), der besonders gerne von Bienen, Hummeln und Schwebfliegen besucht wird. Den Farbvorlieben der Insekten sind dabei keine Grenzen gesetzt. Es gibt die unempfindlichen und langblühenden Stauden in den Farben Rot, Rosa bis Cremeweiß.

Wenn Verblühtes immer wieder abgeschnitten wird, blüht die Pflanze zur Freude vieler Insekten sehr lange nach. Die Samenstände lässt man am besten über Winter stehen. Das ist nicht nur dekorativ, sondern dient auch als Unterschlupf für Insekten. Meisen bedienen sich ebenfalls gerne an den geschmackvollen Samenhüllen.

Wer zusätzlich wichtige Pollenspender wie den echten Salbei (Salvia), die Skabiose (Scabiosa) oder Thymian (Thymus) ansiedeln möchte, darf dabei nicht vergessen, dass eine einzelne Pflanze oft nicht ausreicht, um den Hunger von Wildbienen und Schmetterlingen zu stillen. Eine Gruppe von drei bis fünf Pflanzen sorgt da schon für eine bessere Nahrungsgrundlage.

Die Farbe Lila – Favorit der Insekten

Sehr beliebt ist bei Insekten die Farbe Lila, weil Blüten in diesem Farbton ein reiches Nektarangebot versprechen.

Bei Schmetterlingen ist die Verbene (Verbena bonariensis) sehr begehrt. Ihre nachtvioletten Blüten werden besonders von Schmetterlingen angesteuert. Sie tanken sich vor dem Winter an der Pflanze nochmals mit Nektar auf.
Ein ähnlich starker Insektenmagnet ist die in blau, violett und weiß erhältliche Skabiose (Scabiosa). Da sie sich gut als Schnittpflanze eignet, lässt sich diese Staude auch auf den Küchentisch holen und hält sich dort sehr lange in der Vase. In milden Jahren blüht die Skabiose bis November und hält damit bis in den Spätherbst Nektar und Pollen für Bienen und Hummeln bereit.

Quelle:

Christiane Bach, Bund deutscher Staudengärtner
Foto: Tina Gössl / pixelio.de
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