Steckbrief: Mispel

LianeM / fotolia.com
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Die Mispel ist die vergessene Schwester von Weissdorn und Quitte. Ab Ende Oktober reifen die Früchte.
 
Mispel-Liebhaber verarbeiten die Früchte zu Mus, Marmelade oder Saft.
 
Die Echte Mispel (Mespilus germanica) gehört wie Apfel, Birne, Kirsche und viele andere Obstarten zur großen Familie der Rosengewächse (Rosaceae).
 
Sie ist nur entfernt verwandt mit der Japanischen Mispel (Eriobotrya japonica), deren Früchte im Handel als Loquat oder Mespile angeboten werden.
 
Wuchs: Der Strauch oder kleine Baum (3 – 6 m) wächst häufig breiter als hoch, mit krummem Stamm und ausladender Krone.
 
Standort: Die Mispel ist sehr anspruchslos und wächst sogar auf magerem, kiesigen Untergrund. Am besten gedeiht sie jedoch auf nährstoffreichen, warmen und etwas kalkhaltigen Böden, die nicht zu trocken, aber keinesfalls nass sind. Sie bevorzugt sonnige, verträgt aber auch halbschattige Plätze.
 
Pflanzung: Beim Planzen hält man am besten einen Abstand von 3,5 – 4 m zu umliegenden Gehölzen und Bauten ein.
 
Pflege: Mispeln müssen nicht regelmäßig geschnitten, nur gelegentlich aus gelichtet werden. Da sich die Blüten an den Kurztrieben bilden, ist von jährlichem Schnitt sogar abzuraten.
 
Pflanzenschutz: Über die Anfälligkeit für Feuerbrand herrschen unterschiedliche Meinungen. In Apfel- und Birnenanbauregionen sollte man die Mispeln zumindest im Auge behalten.
 
Ernte: Ab Ende Oktober reifen apfel- oder birnenförmige Scheinfrüchte mit bis zu 5 Kernen. Mit der Reife wechseln die Früchte von Grün nach Braun. Genussreif sind die Früchte erst nach Frosteinwirkung oder längerer Lagerung, wenn das Fruchtfleisch weich und teigig wird.
 
Sorten: ‘Großfrüchtige von Nottingham’, ‘Süße Mispel’, ‘Royal’, ‘Kernlose’, ‘Evreinoffs Montröse’, ‘Frühe Englische’, ‘Holländische Großfrüchtige’, ‘Krim’
 
Inhaltsstoffe: Mispeln enthalten viel Vitamin C, Stärke, Zucker und Gerbstoffe; wegen der Gerbstoffe sind die Früchte ein bewährtes Hausmittel bei Verdauungsstörungen.
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