Stevia – zuckersüß und doch keine Sünde

Foto: istockphoto.com / KatharinaRau

Stevia sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Wer sich die Pflanze selber anpflanzt, kann sich natürlichen Süßstoff daraus herstellen.

Mit getrockneter Stevia, auch Süßkraut oder Honigblatt genannt, verfeinern die Indianer Südamerikas ihren Matetee. Die frischen Blätter sind 10 bis 20-mal süßer als Zucker, enthalten aber kaum Kohlenhydrate. Je nach Pflanze und Wetter ist der Gehalt an Süßstoffen unterschiedlich hoch. Die Pflanzen blühen ab Ende September, dann schmecken ihre Blätter am süßesten.

Aus der Stevia lässt sich ein kalorienfreier Süßstoff herstellen, indem man die Blätter trocknet und mahlt. Das Pulver ist so intensiv, dass oft schon eine Prise zum Süßen reicht. Wer flüssigen Stevia-Extrakt bevorzugt, lässt frische Blätter 10 Minuten auf kleiner Flamme köcheln und dann 30 Minuten lang ziehen. Die Süße hält Hitze bis 200 °C und Säuren aus, Stevia kann daher auch zum Backen und zum süß-sauren Einlegen benutzt werden.

Steckbrief
Stevia (Stevia rebaudiana)
Herkunft: Südamerika
Wuchsform: kurzlebige Staude, bruchempfindliche, bis 80 cm hohe Stängel mit länglich-ovalen Blättern
Blüte: ab Oktober kleine weiße Blüten
Vermehrung: Stecklinge oder Aussaat
Standort: sonnig und warm
Boden: warm, durchlässig, humos, nährstoffreich, leicht sauer, gleichmäßig feucht
Winterhart: nein; frostfreier, heller Platz
Kübelpflanze: ja; in durchlässiger, nährstoffreicher Blumenerde
Probleme: Pilzkrankheiten der Wurzeln durch zu kalten Boden
Ernte: Blätter und Triebspitzen bis zum Herbst, zum Trocknen bei Blühbeginn
Aroma: sehr süß, je nach Pflanze mehr oder weniger Beigeschmack nach Lakritze
Verwendung: frisch, als Extrakt oder getrocknet zum Süßen
Heilwirkung: Zuckerersatz für Diabetiker

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