Tomaten und Gurken

Ihre Bedürfnisse sind unterschiedlich, doch das Gewächshaus müssen sich Tomaten und Gurken häufig teilen. Kann das gelingen?
Gemeinsam unter einem Dach

Die meisten Gärtner besitzen, wenn überhaupt, ein kleines Gewächshaus. Darin sollen natürlich im Sommer alle feinen Gemüse und Kräuter gedeihen, die im Freiland nichts werden. Das sind in den meisten Fällen Tomaten und Schlangengurken. Wenn man es aber genau nimmt, vertragen sich diese beiden Kulturen nicht, weil sie grundverschiedene Ansprüche an das Klima stellen.
 
Tomaten mögen es trocken, Gurken eher feucht
 
Tomaten brauchen eine sehr luftige Umgebung, mit trockener, bewegter Luft. Auch sollten ihre Blätter beim Gießen nicht benetzt werden. Auf diese Weise dämmt man die gefürchtete Kraut- und Braunfäule und andere Tomatenkrankheiten ein, außerdem unterstützt etwas Wind die Bestäubung der Blüten.
 
Schlangengurken dagegen lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit, die Wege sollten deswegen häufig bespritzt werden und feuchte Blätter schaden ihnen nicht. Im Gegenteil, bei trockener Luft haben Gurken erheblich mehr Probleme mit Weißer Fliege und echtem Mehltau (besonders wenn kühle Nächte mit heißen Tagen abwechseln, wie es im Spätsommer häufig der Fall ist).
 
Was kann man tun?
 
Behelfen kann man sich mit einer Wand, zum Beispiel aus etwas festerer Folie, die vom Boden bis zum Dach zwischen den Kulturen eingehängt wird.
 
Ohne Wand versucht man irgendwie einen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen zu finden:
 
Gemeinsam ist beiden Kulturen ihr Wunsch nach nährstoffreichem, humosen Boden. Von beiden Gattungen setzt man in einem Gewächshaus, in dem der Boden nicht regelmäßig ausgetauscht wird, besser veredelte Pflanzen, weil diese widerstandsfähig gegen viele Bodenkrankheiten sind.
 
Während Gurken eher im geschützten Bereich gedeihen, setzt man Tomaten am besten an Öffnungen, an denen Luft zirkuliert. Auch bei kühleren Temperaturen sollte dort das Gewächshaus nie ganz dicht gemacht werden. 
 
Tomaten vertragen sich übrigens hervorragend mit Basilikum oder Zitronentagetes, Gurken mit Zitronengras und anderen Tropenkräutern wie Rau Om (Limnophila aromatica) oder Blattkoriander.
 
 
 
Foto: Th. Reinhardt  / pixelio.de
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