Weniger Rasen mähen und Mut zur Unordnung

Weniger Rasen mähen und Mut zur Unordnung
Einfach mal einen Blühstreifen stehen lassen! – Foto: Christian Schwier / stock.adobe.com

Forscher plädieren für ein wenig Unordnung im Garten – und für weniger Rasen mähen, damit Lebensräume für Insekten entstehen können. Tipps, wie jeder für mehr Nistplätze und Futterquellen für Wildbienen beitragen kann.

Immer weniger Wildbienen

Die solitär lebenden Wildbienen sind für unser Ökosystem von großer Bedeutung. Doch zunehmend verschwinden Wildbienen, nicht zuletzt, weil ihnen Nahrung und Lebensräume fehlen.

Überregulierung des Menschen bedroht die Wildbienen

„Anders als Honigbienen, die ein breites Spektrum an Pflanzen als Futterquellen nutzen können, sind die meisten Wildbienen-Arten auf wenige Pflanzen spezialisiert und benötigen komplexe Lebensräume“, erklärt der Biologe Prof. Dr. Hasselmann von der Universität Hohenheim. Es sind die Veränderungen in der Landschaft, durch die wir Menschen den Wildbienen und anderen Insekten ihre Lebensräume nehmen.“

Gesucht: Futter und Nistplätze

Wildbienen sind sehr sensibel, erklärt der Experte der Universität Hohenheim.  „Sie benötigen eine optimale Mischung aus Futterquellen, Baumaterial und Nistplätzen. Für Wildbienen muss das alles passen, sonst vermehren sie sich nicht.“

Beliebte Nistplätze für Wildbienen

Besonders beliebt sind tote Bäume und Äste, sandig-lehmhaltige Böden oder auch natürliche Steilwände. Doch gerade hier greift der Mensch mit seiner Ordnungsliebe viel zu oft ein.

„Alte und tote Bäume von beispielsweise Streuobstwiesen sind ein beliebter Nistplatz, nicht nur für Wildbienen. Diese Bäume werden leider oft entfernt und mit ihnen auch potentielle Nistmöglichkeiten von Wildbienen – weil wir Menschen dazu neigen, häufig alles regulieren und aufräumen zu wollen.

Erdbienen Weibchen in ihrem Loch am Boden - Foto: stgrafix / stock.adobe.com
Erdbienen Weibchen in ihrem Loch am Boden – Foto: stgrafix / stock.adobe.com

Wie jeder den Wildbienen helfen kann

Wildbienen bevorzugen alte, abgestorbene Hölzer, lehmhaltige Böden, Sand oder Löcher in Steilhängen. Vor allem das poröse Holz bietet ihnen dabei gleichzeitig auch noch das Material, kleine Kammern für ihre Larven zu bauen. „Eine Möglichkeit wäre es, den alten, toten Baumstumpf im Garten einfach mal stehen zu lassen“. Nistplätze entstehen zum Beispiel auch mit einem Blumenkübel mit Sand an der Hauswand.

>> Tipps zum Bau geeigneter Nisthilfen

Fehler beim Bau von Nisthilfen vermeiden

Was man bei Nisthilfen für Insekten alles falsch machen kann, erfahren Sie hier:
>> Nisthiflen, die nicht geeignet sind

Futterquellen für Wildbienen

Da Wildbienen sich meist auf wenige Pflanzen spezialisieren, brauchen sie bunte, blumenartreiche Wiesen. Hier ist dann für jeden etwas dabei. Vor allem Wiesen mit vielen Kräutern sind sehr beliebt, dafür gibt es auch spezielles Saatgut zu kaufen.
siehe auch: Video: Wildblumenwiese anlegen

Weniger Rasen mähen!

„Durch das viele Rasenmähen zerstören wir die Vielfalt“. So würde es helfen, einen Streifen von zwei Metern im Garten bewusst mal nicht regelmäßig zu mähen. Welche Vielfalt auf diesem Streifen dann wächst, wird sicherlich jeden erfreuen.“

k&r / Universität Hohenheim

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