Bienenstich: leckere Variationen zu Ostern

Selbstgemachter Bienenstich
Ein selbstgemachter Bienenstich schmeckt nicht nur zu Ostern. Foto: Doris Heinrichs/stock.adobe.com

Traditionen gehören zu Ostern wie der Osterhase, der die bunten Eier bringt. In meiner fränkischen Heimat sind es die Osterbrunnen und in meinem Elternhaus war es der Bienenstich. Auf den konnten wir an Ostern immer zählen.

Direkt zu den Rezepten:
Karins Bienenstich
Lisas Mandelzopf
Apfelkuchen mit Bienenstich

Tradition zu Ostern: Verrückt nach Bienenstich!

In meinem Heimatdorf gab es einen Bäcker, Gareis-Bäck genannt, der den besten Bienenstich der Welt gebacken hat. So habe ich das jedenfalls als Kind empfunden, und an Festtagen wie Ostern gab es neben Mutters Selbstgebackenen immer auch eine Runde Bienenstich. Das stammt wohl noch aus jener Zeit, als ein Gebäck mit Mandeln, ‚guter‘ Butter und viel Zucker oder Honig zum Ende der Fastenzeit als etwas Besonderes galt. Der Kuchen von unserem Bäcker war ohne die übliche Cremefülle, aber die mag ich ohnehin nicht. Stattdessen hatte er einen extra dicken Belag aus einer Mandelmasse, die mir in der Erinnerung bis heute den Mund wässrig macht. Dann hörte der alte Bäckermeister auf, und die Trauer war groß.

Ein Mandelzopf, der dem Bienenstich Konkurrenz macht

Jahre später aß ich den Mandelzopf meiner Freundin Lisa und war verzückt.
Er erinnerte mich an den geliebten Bienenstich. Zum nächsten Heimatbesuch backte ich ein Blech Hefekuchen mit der Mandelmasse aus dem Hefezopf-Rezept obendrauf und wartete beim Kaffee ungeduldig auf die Begeisterungs-Stürme meines Vaters. Schließlich hatte auch er den Bienenstich vom Gareis-Bäck geliebt. Doch nichts dergleichen geschah. Bis ich es nicht mehr aushielt. „Du sagst ja gar nichts zu meinem Bienenstich!“, platzte ich heraus. „Was, des soll a Bienenstich sei“, spöttelte mein Vater und lachte lauthals los. Damit war der Tag für mich gelaufen.

Es ist doch immer wieder verblüffend, welche kleinen Nadelstiche enorme seelische Dammbrüche auslösen. Immerhin hat mich das Bienenstich-Fiasko daran erinnert, dass es noch einiges in unserer Vater-Tochter-Beziehung zu klären galt. Und das habe ich dann in Angriff genommen. Auch an meinen Erwartungen habe ich ein bisschen geschraubt, und am Ende seiner Tage war mein Vater der dankbarste Mensch, den ich mir nur vorstellen kann.

Bienenstich: Lecker in verschiedenen Varianten

In Sachen Bienenstich war ich jedoch so weit wie zuvor. Erst vor einigen Jahren wurde ich fündig – bei einer Geburtstagsfeier in Sachsen. Das Objekt der Begierde heißt ebenfalls Bienenstich, und es präsentierte sich ohne Fülle. Ich mochte meinen Geschmackspapillen kaum trauen und machte einen inneren Luftsprung. Oh Mann, da war er wieder, der Geschmack aus meiner Kindheit. Mein Vater hätte diesen Bienenstich ebenfalls gemocht, da bin ich mir sicher. Schon weil das Rezept von seiner Adoptivtochter Karin stammt. Die hat er direkt nach der Wende beim Bananenkauf im Hofer Aldi kennengelernt und aus dem Stand ins Herz geschlossen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Ich wünsche Ihnen ein ebenso kulinarisches wie frohes Osterfest

Meine Bienenstich-Rezepte

Karins Bienenstich 

Zutaten für ein Blech oder zwei Springformen:
Quark-Ölteig: 100 g Quark, 75 g Zucker, 7 EL Öl,
300 g Mehl, 1 Päckchen Backpulver, eventuell einige EL Milch,
Belag: 300 g Butter, 3 Eier, 300 g Zucker, 300 g gemahlene Mandeln,
6–8 Tropfen Bittermandel-Aroma, 
Butter

• Alle Zutaten für den Quark-Ölteig miteinander verquirlen und zu einem elastischen Teig verkneten.
• Auf ein gefettetes Blech oder in zwei Springformen geben.
• Für den Belag Eier, Zucker und weiche Butter schaumig rühren.
• Geriebene Mandeln sowie das Bittermandelöl zufügen und unterrühren.
• Die Masse auf den Kuchenboden streichen.
• Den Bienenstich 35 Minuten bei 180 °C (Umluft 160°) backen.
• Statt Quark-Ölteig kann man auch Hefeteig nehmen. Wenn man den Kuchen sofort isst, schmeckt der Hefeteig aromatischer. Quark-Ölteig ist dafür weniger zeitaufwändig und wird nicht so schnell trocken wie Hefeteig.

Lisas Mandelzopf

½ Würfel Hefe, 1 TL Zucker, 1/8 l lauwarme Milch, 80 g Butter, 375 g Mehl,
75 g Zucker, 1 Ei, 1 Prise Salz
Fülle: 250 g Mandeln, 100 g Zucker, 1 Ei, einige Tropfen Bittermandelöl, 1 Apfel, Sahne nach Bedarf (max. 1/8 l)

• Hefeteig herstellen.
• Für die Fülle, die Hälfte der Mandeln fein reiben, die andere Hälfte etwas gröber. Apfel raspeln und beides mit Zucker und Ei vermengen, mit einigen Tropfen Bittermandelöl abschmecken, evtl. etwas Sahne zufügen.
• Teig als Rechteck ausrollen (40×50 cm), Füllung daraufstreichen, aufrollen und der Länge nach halbieren und die beiden Stränge zu Kordeln schlingen.
• 1 EL Aprikosenmarmelade mit etwas Wasser anrühren, den Zopf damit bestreichen.
• Den Mandelzopf bei 175–200 °C 25–30 Minuten backen.

Apfelkuchen mit Bienenstich

Zutaten für eine Springform:
250 g Mehl, 150 g Zucker plus 4 EL, 1 Prise Salz, 1 Ei, 200 g Butter, 1 EL Honig,
150 g Mandelblättchen, 3 EL Milch, 1 kg säuerliche Äpfel , 300 ml Apfelsaft,
1 Päckchen Vanillepudding zum Kochen, Zimt, Fett für die Form

• Mehl, 75 g Zucker, Ei, Salz, 1 EL kaltes Wasser und 125 g Butter erst mit den Knethaken des Handrührgeräts, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten.
• Teig ausrollen, Springform (26/28 cm) damit auslegen, Rand formen und andrücken.
30 Minuten kalt stellen.
• 75 g Butter, 75 g Zucker, Honig und Mandeln aufkochen, bis die Masse goldbraun wird. Vom Herd ziehen und die Milch unterrühren.
• Äpfel schälen, vierteln, entkernen und grob würfeln.
• 250 ml Apfelsaft aufkochen. Puddingpulver, 4 EL Zucker, 1 Prise Zimt und 50 ml Apfelsaft glattrühren. Apfelsaft damit binden, Apfelstücke unterrühren.
• Apfelmasse auf dem Boden verteilen. Im Backofen bei 175 °C 40 Minuten backen.
• Guss auf dem Kuchen verteilen, Bienenstich fertig backen – evtl. gegen Ende mit Alufolie abdecken, wenn er sonst zu dunkel wird – und auf einem Gitter auskühlen lassen.

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