Vögel füttern im Winter

Vögel füttern im Winter
Blaumeise an der Futtersäule - Foto: Jonathan Stutz / stock.adobe.com

Welches Futter eignet sich für die Winterfütterung? Wer frisst was? Und worauf Sie achten sollten, wenn Sie Vögel in der kalten Jahreszeit füttern.

Das richtige Futter für die Winterfütterung

Vögel finden im Winter oft nicht ausreichend Nahrung. Mit dem richtigen Futter helfen wir Amsel, Meise, Fink und Star über karge Zeiten. Brot und gesalzene Speisen sind ungeeignet!

Weichfutterfresser

Rotkehlchen, Amsel, Drossel, Star, Zaunkönig, Heckenbraunelle suchen sich ihre Nahrung bevorzugt am Boden. Sie fressen Obst, tierische Kost oder nur sehr feine Sämereien, mit groben Körnern ist ihnen nicht geholfen.

Futter für Weichfutterfresser: Weizenkleie, Haferflocken, Mohn, Nüsse, Rosinen, getrocknete Wildbeeren (Holunder, Eberesche), Äpfel, Birnen.

Aufgeschnittene oder ganze aufgehängte Äpfel schmecken Amsel, Drossel und Seidenschwanz.

Obst immer frisch auslegen! Futter, das Feuchtigkeit enthält, kann leicht gefrieren und dann schädlich für die Tiere sein. Obst sollte daher immer frisch ausgelegt und rechtzeitig wieder entfernt werden.

Körnerfresser

Für Meisen, Dompfaffe, Kernbeißer, Finken, Sperlinge eignen sich Futterhäuschen, Futterglocken und Meisenringe.

Futter für Körnerfresser: Sie mögen Sonnenblumenkerne, Hafer, Hirse, Getreidekörner, gehackte Nüsse (Erd- und Haselnüsse), Hanfsamen.

Für alle Vogelarten geeignet sind Weizenkleie und Rindertalg (Rezepte s.u.).

Reichlich Weichfutter geben

Körnerfresser können auch Weichfutter aufnehmen, deshalb sollte das Weichfutter überwiegen. Es gibt aber auch ein paar flexible Weichfutterfresser, wie Meisen, Kleiber und Specht, die sich im Winter auf Körner umstellen können.

Eulen und Greifvögel

Bei einem langen und strengen Winter und bei hoher Schneelage kann die Fütterung von Eulen und Greifvögel einen Beitrag zum Überleben der Art leisten. Sie helfen ihnen, indem Sie in der freien Feldflur oder am Waldrand einige Quadratmeter Fläche frei schaufeln und darauf Druschabfälle oder Getreidekörner streuen. Die dadurch angelockten Mäuse dienen Eulen und Greifvögeln als Nahrung.

Wasservögel

Wasservögel, wie zum Beispiel Schwäne, Enten und Gänse finden in der Regel genügend Futter in der Natur. Sind Seen und Teiche zugefroren, hilft den Wasservögeln eine zusätzliche Fütterung.

Geeignetes Winterfutter ist Getreide, Kleie und Hühnerfutter. Auch weiche Kartoffeln, Rübenstückchen und Eicheln sind möglich.

Rezepte: Vogelfutter selber machen

Rindertalg mit Weizenkleie

Ungesalzenen Rindertalg beim Metzger durch den Fleischwolf drehen lassen. Den Rindertalg vorsichtig erhitzen und ausschmelzen, aber nicht zu heiß werden lassen. Rindertalg hat einen niedrigen Schmelzpunkt. Vorsicht: Beim Erhitzen von Fett niemals den Raum verlassen!

Die Weizenkleie dazumischen: Mischungsverhältnis: 1 bis 2 Gewichtsteile Rindertalg und 1 Teil Weizenkleie. Mit einem Schuss Pflanzenöl (z.B. Sonnenblumenöl) bleibt der Talg auch bei Frost geschmeidig. Es ist wichtig, dass das Fett aushärtet, zu weiches Fett kann die Vogelfedern verschmutzen.

Meisenknödel, Futterglocke oder Plätzchen

Rindertalg wie im Rezept oben ausschmelzen lassen. Im Mischungsverhältnis von etwa 1:1 mit einer Körnermischung (Nüsse, Saaten) sowie einem Schuss Sonnenblumenöl vermengen.

Die Masse leicht aushärten lassen und bevor sie ganz fest wird, Knödel daraus formen, in eine Futterglocke einfüllen oder auf einem Blech in Förmchen füllen.
> So basteln Sie Meisenknödel und Futterglocken

Haferflocken in Öl

Beliebt sind auch Haferflocken, die kurz in heißes Sonnenblumenöl getaucht werden.

Selbstgemachte Meisenknödel
Selbstgemachte Meisenknödel – Heike Rau / stock.adobe.com

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie Vögel im Winter füttern:

Regelmäßig füttern

Sobald Sie füttern, sollten Sie es regelmäßig tun! Eine Futterstelle spricht sich per Schnabel-Post herum und die hungrigen Gäste sind auf Kontinuität angewiesen. Wird die Fütterung unterbrochen, besteht die Gefahr, dass die an den Platz gewöhnten Tiere verhungern. Das kann manchmal schon nach einem Tag ohne Futter sein.

Vor dem Wintereinbruch füttern

Die karge Zeit beginnt etwa in der zweiten Hälfte des Winters, wenn niedrige Temperaturen an den Energievorräten der Vögel zehren und eine feste Schneedecke die Nahrungssuche erschweren. „Deshalb ist es wichtig, dass die Vögel sich bereits vorher einen Energiespeicher angefressen haben. Richten Sie die Futterstelle also schon vor Wintereinbruch ein.“

Vogelfutter kaufen

In Sachen Qualität gibt es Unterschiede beim Futter aus Drogerien, Supermärkten oder dem Fachhandel. Wer Futtermischungen, Futterringe und Meisenknödel kauft, sollte auf frische und gute Qualität achten. „Ein gutes Zeichen ist es meist, wenn nicht Weizenkörner überwiegen, sondern hochwertige Bestandteile, wie Sonnenblumenkerne und Erdnüsse. “ Fett und Talg halten die Körner zusammen und spenden viel Energie.

Für Insektenfresser wie Rotkehlchen und Zaunkönige gibt es im Fachhandel Futter mit getrockneten Mehlwürmern.

Der richtige Futterplatz

Damit sich Körner- und Weichfutterfresser nicht ins „Gehege“ kommen, ist es sinnvoll, mehrere kleine Futterstellen einzurichten, auch weil an großen Futterstellen Salmonellenkrankheiten auftreten können.

Das Futterhaus so anbringen, dass es bequem angeflogen werden kann. Es sollte hoch hängen, einen Rundumblick bieten und katzensicher angebracht sein. Idealerweise befinden sich im Umkreis – mit etwas Abstand zur Futterstelle – Büsche oder Bäume, in denen sich die Vögel aufhalten können und Deckung finden.

Hygiene ist wichtig

Das Futter muss sauber sein. Damit keine Krankheitserreger übertragen werden, sollten die Futterstellen am besten regelmäßig gesäubert werden. Ideal wäre es, wenn sie täglich trocken ausgefegt, von Kot und Schalenresten befreit und einmal wöchentlich mit kochend heißem Wasser geschrubbt werden.

Finden Sie tote Vögel, reinigen Sie das Futterhaus gründlich mit kochendem Wasser mit  1 % Indicin (Apotheke) und stellen es erst nach ein bis zwei Tagen wieder auf.

Futter trocken halten

Das Futter muss vor Feuchtigkeit geschützt sein, damit es nicht verdirbt und keine Seuchen ausbrechen. Bauen Sie das Häuschen so auf, dass das Futter auch bei Regen und Schnee nicht nass wird.

Kein Speck – kein Salz – kein Brot!

Küchenabfälle wie Kartoffelschalen, Fleischreste oder gewürzte Speisen gehören nicht ins Futterhaus! Grundsätzlich ungeeignet sind alle gewürzten und gesalzenen Speisen, wie z.B. auch Speck. Schon geringe Salzmengen führen zum Tod der Vögel. Auch Brot ist ungeeignet, da es im Magen der Vögel aufquillt.

Trinkschalen aufstellen

Da das ausgelegte Futter in der Regel sehr trocken ist, benötigen die Vögel viel Wasser, welches im Winter oft schwer erreichbar ist. Daher sollte man Schalen mit Trink- und Badewasser auch im Winter zur Verfügung stehen. Befürchtungen, dass das Gefieder durch ein Wasserbad vereisen könnte, sind unbegründet.

Nahrung im eigenen Garten

Die beste Hilfe für Vögel ist jedoch der naturnahe Garten: Hier finden Vögel auch im Winter Stängel, Blütenreste und Fruchtstände mit Samen sowie zahlreiche Insekten, die in abgestorbenen Pflanzenteilen oder Reisigstapeln überwintern.

Lesen Sie dazu auch die Tipps von Nabu und Tierschutzbund:

Pro und Kontra Vogelfütterung:
>> Deutscher Tierschutzbund

Tipps für die Fütterung:
>> Nabu

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