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Vögel füttern im Winter – das richtige Futter

Welches Futter eignet sich für die Winterfütterung? Wer frisst was? Und worauf Sie achten sollten, wenn Sie Vögel in der kalten Jahreszeit füttern.

Vögel füttern im Winter
Blaumeisen gehören zu den häufigsten Gästen an Futtersäulen.

Das richtige Futter für die Winterfütterung

Auch wenn die Winter bei uns immer häufiger recht milde sind, finden viele Vögel nicht mehr ausreichend Nahrung. Deshalb ist es ein wichtiger Vogelschutz, bereits im September mit der Winterfütterung von Vogel zu beginnen. So können die Vögel bereits die neue Futterstelle kennenlernen. Wenn man erst im Dezember die Fütterung beginnt, kann es sein, dass die Vögel die Futterstelle nicht finden und so fern bleiben. Mit dem richtigen Futter helfen wir den heimischen Gartenvögeln zu überleben und stabilisieren die Populationen.

Weichfutterfresser richtig füttern

Rotkehlchen, Amseln, Drosseln, Star, Zaunkönig, Heckenbraunelle suchen sich ihre Nahrung bevorzugt am Boden. Sie fressen Obst, tierische Kost oder nur sehr feine Sämereien, mit groben Körnern ist ihnen nicht geholfen.

  • Futter für Weichfutterfresser: Weizenkleie, Haferflocken, Mohn, Nüsse, Rosinen, Äpfel, Birnen, lebende Mehlwürmer.
  • Aufgeschnittene oder ganze aufgehängte Äpfel schmecken Amsel, Drossel und Seidenschwanz. Obst sollten Sie immer frisch auslegen. Futter, das Feuchtigkeit enthält, kann leicht gefrieren und dann schädlich für die Tiere sein. Obst sollte daher immer frisch ausgelegt und rechtzeitig wieder entfernt werden.

Körnerfresser richtig füttern

Für Meisen, Dompfaffe, Kernbeißer, Finken, Sperlinge eignen sich Futterhäuschen, Futterglocken und Meisenringe.

  • Futter für Körnerfresser: Sie mögen Sonnenblumenkerne, Hafer, Hirse, Getreidekörner, gehackte Nüsse (Erd- und Haselnüsse), Hanfsamen.

Körnerfresser können auch Weichfutter aufnehmen, deshalb sollte das Weichfutter überwiegen. Es gibt aber auch ein paar flexible Weichfutterfresser, wie Meisen, Kleiber und Specht, die sich im Winter auf Körner umstellen können. Für alle Vogelarten geeignet sind Weizenkleie und Rindertalg. 

Futter für Eulen und Greifvögel

Bei einem langen und strengen Winter und bei hoher Schneelage kann die Fütterung von Eulen und Greifvögel einen Beitrag zum Überleben der Art leisten. Sie helfen ihnen, indem Sie in der freien Feldflur oder am Waldrand einige Quadratmeter Fläche frei schaufeln und darauf Druschabfälle oder Getreidekörner streuen. Die dadurch angelockten Mäuse dienen Eulen und Greifvögeln als Nahrung.

Wasservögel füttern

Wasservögel, wie zum Beispiel Schwäne, Enten und Gänse finden in der Regel genügend Futter in der Natur. Sind Seen und Teiche zugefroren, hilft den Wasservögeln eine zusätzliche Fütterung. Geeignetes Winterfutter ist Getreide, Kleie und Hühnerfutter. Auch weiche Kartoffeln, Rübenstückchen und Eicheln sind möglich.

Rezepte: Vogelfutter selber machen

Selbstgemachte Meisenknödel
Selbst gemachtes Fettfutter kann in Bäume und Hecken für die Vogel gehängt werden, die nicht so gerne freistehende Futterhäuser anfliegen.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Vogelfutter ganz einfach selber machen können.

Fettfutter mit Weizenkleie

Für Fettfutter ist die Grundlage ungesalzener Rindertalg oder Bio-Kokosfett. Rindertalk erhalten Sie günstig beim Metzger. Das Fett vorsichtig erhitzen und ausschmelzen, aber nicht zu heiß werden lassen. Etwas Speiseöl dazu, damit das Fettfutter nicht zu hart wird bei Frost.

Dann geben Sie Weizenkleie dazu: Das Mischungsverhältnis ist 2 Teile Rindertalg und 1 Teil Weizenkleie. Es ist wichtig, dass das Fett aushärtet, zu weiches Fett kann die Vogelfedern verschmutzen.

Meisenknödel, Futterglocke oder Plätzchen

Rindertalg wie im Rezept oben ausschmelzen lassen. Im Mischungsverhältnis von etwa 1:1 mit einer Körnermischung (Nüsse, Saaten) sowie einem Schuss Sonnenblumenöl vermengen. Die Masse leicht aushärten lassen und bevor sie ganz fest wird, Knödel daraus formen, in eine Futterglocke einfüllen oder auf einem Blech in Förmchen füllen.

Haferflocken in Öl

Beliebt sind auch bei vielen Vögeln Haferflocken, die kurz in heißes Sonnenblumenöl getaucht werden.Diese eigenen sich dann hervorragend, um auf Futtertischen oder am Boden gestreut zu werden und werden dankend von Rotkehlchen und Amseln angenommen.

Vögel finden im Winter oft nicht ausreichend Nahrung. Mit dem richtigen Futter helfen wir ihnen über karge Zeiten. So basteln Sie Vogelfutterplätzchen und eine Futterglocke. Wer überhaupt keine Lust aufs Basteln hat, für den haben wir noch einen ganz besonderen Tipp.

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie Vögel im Winter füttern:

1. Regelmäßig füttern

Sobald Sie füttern, sollten Sie es regelmäßig tun! Eine Futterstelle spricht sich per Schnabel-Post herum und die hungrigen Gäste sind auf Kontinuität angewiesen. Wird die Fütterung unterbrochen, besteht die Gefahr, dass die an den Platz gewöhnten Tiere verhungern. Das kann manchmal schon nach einem Tag ohne Futter sein.

2. Vor dem Wintereinbruch füttern

Die karge Zeit beginnt etwa in der zweiten Hälfte des Winters, wenn niedrige Temperaturen an den Energievorräten der Vögel zehren und eine feste Schneedecke die Nahrungssuche erschweren. Deshalb ist es wichtig, dass die Vögel sich bereits vorher einen Energiespeicher angefressen haben. Richten Sie die Futterstelle also schon vor Wintereinbruch ein.

3. Hochwertiges Vogelfutter kaufen

In Sachen Qualität gibt es Unterschiede beim Futter aus Drogerien, Supermärkten oder dem Fachhandel. Wer Futtermischungen, Futterringe und Meisenknödel kauft, sollte auf gute Qualität achten. Ein gutes Zeichen ist es meist, wenn nicht Weizenkörner überwiegen, sondern hochwertige Bestandteile, wie Sonnenblumenkerne und Erdnüsse. Fett und Talg halten die Körner zusammen und spenden viel Energie.
Für Insektenfresser wie Rotkehlchen und Zaunkönige gibt es im Fachhandel Futter mit getrockneten Mehlwürmern.

4. Der richtige Futterplatz

Damit sich Körner- und Weichfutterfresser nicht ins Gehege kommen, ist es sinnvoll, mehrere kleine Futterstellen einzurichten, auch weil an großen Futterstellen Salmonellenkrankheiten auftreten können.

Das Futterhaus sollten Sie so anbringen, dass es bequem angeflogen werden kann. Es sollte hoch hängen, einen Rundumblick bieten und katzensicher angebracht sein. Idealerweise befinden sich im Umkreis - mit etwas Abstand zur Futterstelle - Büsche oder Bäume, in denen sich die Vögel aufhalten können und Deckung finden.

5. Hygiene ist wichtig

Das Futter muss sauber sein. Damit keine Krankheitserreger übertragen werden, sollten die Futterstellen am besten regelmäßig gesäubert werden. Ideal wäre es, wenn sie täglich trocken ausgefegt, von Kot und Schalenresten befreit und einmal wöchentlich mit kochend heißem Wasser geschrubbt werden.

Finden Sie tote Vögel, reinigen Sie das Futterhaus gründlich mit kochendem Wasser mit  1 % Indicin (Apotheke) und stellen es erst nach ein bis zwei Tagen wieder auf.

Kleiber hängt am Meisenknödel im Winter
Kleiber sind sehr ortstreu und verstecken Sonnenblumenkerne mit Vorliebe in Rinden. Sie schauen aber auch immer gerne an Futterstellen vorbei.

6. Futter trocken halten

Das Futter muss vor Feuchtigkeit geschützt sein, damit es nicht verdirbt und keine Seuchen ausbrechen. Bauen Sie das Häuschen so auf, dass das Futter auch bei Regen und Schnee nicht nass wird.

7. Keine Küchenabfälle für Vögel! 

Küchenabfälle wie Kartoffelschalen, Fleischreste oder gewürzte Speisen gehören nicht ins Futterhaus! Grundsätzlich ungeeignet sind alle gewürzten und gesalzenen Speisen, wie z. B. auch Speck. Schon geringe Salzmengen führen zum Tod der Vögel. Auch Brot ist ungeeignet, da es im Magen der Vögel aufquillt.

8. Trinkschalen auch im Winter aufstellen

Da das ausgelegte Futter in der Regel sehr trocken ist, benötigen die Vögel viel Wasser, welches im Winter oft schwer erreichbar ist. Daher sollte man Schalen mit Trink- und Badewasser auch im Winter zur Verfügung stehen. Befürchtungen, dass das Gefieder durch ein Wasserbad vereisen könnte, sind unbegründet.

9. Vogelfreundlichen Garten einrichten

Die beste Hilfe für Vögel ist jedoch der naturnahe Garten: Hier finden Vögel auch im Winter Stängel, Blütenreste und Fruchtstände mit Samen sowie zahlreiche Insekten, die in abgestorbenen Pflanzenteilen oder Reisigstapeln überwintern.

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