Der Meister des Waldes

Die Heilkraft des Waldmeisters ist heute ein wenig in Vergessenheit geraten.
 
Früher gehörte das Frühlingskraut mit dem herrlich süßen, eben dem typischen Waldmeisterduft zu den Kräutern, die „Mariae Bettstroh“ genannt wurden.
 
Dazu zählten mehrere süß duftende Kräuter, die man der Wöchnerin ins Kissen oder in die Matratze stopfte, um ihr die Geburt zu erleichtern.
 
Waldmeister gilt in der Volksheilkunde als beruhigendes, krampflösendes Mittel, das Angstzustände und Migräne lindert und „das Herz froh macht“. Außerdem vertreibt der Duft des Waldmeisters Motten aus Kleiderschränken, wenn man einen frischen Strauß hineinhängt.
 
Wer im Mai ein Zweiglein mit den vierkantigen Stängeln und den in Quirlen stehenden hellgrünen Blättern abpflückt und erwartungsfroh zur Nase führt, ist erst einmal enttäuscht. Es duftet kaum.
 
Das Aroma des Waldmeisters entwickelt sich erst, wenn die Blätter welken, dann werden die Duftstoffe, und zwar Cumarine, frei.
 
Waldmeister-Bowle
 
Die bekannteste Anwendung des Waldmeisters ist immer noch die Bowle. Pflücken Sie dafür, am besten morgens, ein Sträußlein des blühenden Waldmeisters. In lichten Laubwäldern, besonders unter Buchen finden Sie das niedrige Kraut häufig. Lassen Sie die Triebe ein wenig anwelken und hängen Sie das Sträußchen an einem Faden in ein Bowlegefäß. Dann wird eine Flasche Weißwein hinein gegossen. Nach etwa zwei Stunden holen Sie den Waldmeister heraus und würzen den Wein eventuell mit zwei Esslöffeln Zucker. Mit Sekt oder mit Sekt plus Mineralwasser wird aus der Bowle ein erfrischendes Maigetränk.
 
Aber Vorsicht, der Waldmeister macht schnell beschwipst und wer zuviel davon trinkt, bekommt am nächsten Tag einen fürchterlichen Kater.
 
Genuss ohne Alkohol
 
Für Kinder empfiehlt sich daher die gesunde Variante: Bei dieser wird der Waldmeister in Apfelsaft eingelegt, man würzt mit etwas Vanille oder Zimt und füllt mit Mineralwasser auf.
 

Teilen