Was tun bei Ameisen rund ums Haus?

Wie Ameisen schonend aus Garten und Haus entfernt werden können. 
 
Vielerorts breiten sich Ameisen scheinbar nutzlos in Gärten und rund ums Haus aus. Manchmal kommen sie sogar als ungebetene Gäste in die Wohnung. Da kommt man kaum auf die Idee, dass die Krabbeltiere sehr nützlich und viele von ihnen in ihrem Bestand bedroht sind. 
 
Der Bund Naturschutz München (BN) stellt dar, was die teils so unbeliebten Ameisen im Naturhaushalt leisten und wie sie rund ums Haus ökologisch verträglich im Zaum und aus der Wohnung gehalten werden können. 
 
Ameisen haben wichtige Funktionen
Flink entfernen sie tote Insekten, und beim Nestbau bringen sie große Mengen Biomasse in den Boden ein. In ihrer Gesamtheit setzen sie sogar mehr Bodenmaterial um als Regenwürmer.
 
Als Räuber halten sie die Populationen zahlreicher Spinnen- und Insektenarten klein.
 
Als Hirten hegen sie Blatt- und Rindenläuse. Deren süße Ausscheidung – der Honigtau – ist nicht nur bei Ameisen sehr beliebt, sondern dient auch Bienen zur Produktion von Waldhonig.
 
Ameisen sorgen als Sammler für die Verbreitung vieler Wildpflanzen, wie z.B. der Weißen Taubnessel und des Schöllkrauts.
 
Einen Ameisenbau und das rege Treiben zu beobachten, kann ein sehr spannendes Schauspiel sein.
 
Krabbler im Zaum halten
 
Sind erste Ameisen im Haus, soll man sie sofort aufkehren und ins Freie bringen. 
 
Zur Vorbeugung sollten auf Terrassen und in Wohnungen keinerlei Essensreste liegen gelassen werden, die die Ameisen als Futterquelle nutzen könnten.
 
Die meisten Ameisenarten meiden Lorbeer-, Lavendel-, Eukalyptus- und Zedernduft. Für einige Arten ist Lavendel-, Eukalyptus- oder Grüne Tomaten-Öl sogar giftig.
 
Versuchen kann man es auch mit Farnkraut, Wacholderblättern, Kerbel, Majoran, Gewürznelken, Zimt, Essig, Zitronensaft oder Zitronenschalen, die entlang der Ameisenstrassen ausgelegt werden.
 
Ameisenstrassen lassen sich mit Schulkreide, Kalk oder zerkleinerten Eierschalen unterbrechen oder umleiten. Kreist man beispielsweise Schwellen und Terassenplatten mit Schulkreide ein, so werden die Ameisen dort nur ungern darüber krabbeln.
 
Nester umziehen
 
Haben Ameisen ihr Nest an einer ungünstigen Stelle im Garten angelegt, kann auch die ganze Kolonie schonend umgesiedelt werden. Dazu füllt man einen Blumentopf mit feuchtem Stroh oder feuchter Holzwolle und stellt ihn umgedreht über die Ameisenkolonie. Nach einigen Tagen zieht das Volk mit Brut und Königin in den Topf um. Jetzt kann die Kolonie im Topf an einen anderen Ort gebracht werden.
 
Ameisen haben auch natürliche Feinde, die wiederum auf Ameisen als Nahrung angewiesen sind. So benötigt beispielsweise der Grünspecht Ameisen als Brutnahrung. Deshalb ist z.B. der Erhalt von Höhlenbäumen und Totholz für Spechte sinnvoll. „Wir fordern die Stadt München auf, mehr dicke alte Bäume und Totholz stehen zu lassen. Dies schafft Lebensraum für Spechte und hilft so auch bei der Reduzierung von Ameisen, falls die tatsächlich mal zur Plage werden“, so Christian Hierneis, Vorsitzender des BN in München.
 
Quelle: Bund Naturschutz, BN-Kreisgruppe München
 
Foto:  M. Großmann / pixelio.de

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