Was tun für Igel im Herbst?

Dieter  / pixelio.de
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Die stachligen Gartenfreunde entzücken jeden Tierfreund und verführen jedoch oft zu falschem Handeln.
 
Wie kann, soll und darf man Igeln helfen?
 

Naturnahe Gartengestaltung und abendliche Zufütterung in der nahrungsarmen Jahreszeit ab Herbst dient der Igelhilfe draußen – und greift am wenigsten in ihr Leben ein.

 

Im Herbst lässt man Nistmaterial wie Laub und Baumschnitt unter Hecken, Gebüsch oder als Haufen liegen, anstatt es zu entsorgen. Mit wenig Mühe sind auf diese Weise  Unterschlüpfe geschaffen, in denen Igel überwintern können. 

 
Auch ein Igelhaus im Garten, mit Stroh gefüllt an geschützter Stelle platziert, wird gern angenommen.
 
Vor dem Winterschlaf muss der stachlige Gartenfreund sich ein gutes Fettpolster anfuttern, von dem er mehrere Monate zehren wird. Im Herbst gibt es nicht mehr viele Insekten, pflanzliche Kost fressen Igel entgegen landläufiger Meinung nicht! An Fallobst interessieren sie nur die krabbelnden Insekten und Würmer.
 
Ein abendliches Schälchen Katzenfutter, mit Haferflocken oder Igeltrockenfutter als Ballaststoff angereichert, verhilft gesunden Igeln zu einem ausreichenden Winterschlafgewicht.
 
Im Haus überwintern

 
Die Experten von Pro Igel e.V. weisen eindringlich darauf hin: Nicht jeder Igel braucht Hilfe – und jede Hilfe muss richtig sein!

 

Nur verletzte, kranke und hilflose Igel dürfen im Einklang mit dem Gesetz ins Haus genommen werden. Dazu zählen auch Jungtiere, die im November noch deutlich unter 500 Gramm wiegen. Soviel sollte ein in diesem Jahr geborener Igel wenigstens auf die Waage bringen, um den ersten Winterschlaf aus eigener Kraft zu überstehen. 
 
Es gilt also, nur Igel in Obhut zu nehmen und sachgemäß zu pflegen, die tatsächlich hilfsbedürftig sind, und sie so bald wie möglich wieder in die Natur zu entlassen.

 

Jeder mitleidige Tierfreund muss sich aber sachkundig machen, was in der Zeit der Igelpflege von der ersten Unterbringung im Warmen, der richtigen Ernährung mit Rührei, Hackfleisch und Katzenfutter etc. bis hin zum Winterschlaf im Kalten alles zu tun ist. Oft muss der Pflegling auch durch einen igelkundigen Tierarzt oder eine Igelstation medizinisch versorgt werden.
 
Die Fachleute des Vereins Pro Igel e.V. bieten Unterstützung:
 
Unter www.pro-igel.de kann man sich umfassend informieren, zum Beispiel unter der Rubrik „Igel gefunden -was nun?“
  
Rat suchende Igelfinder erhalten gern auch kostenlos ausführliches gedrucktes Informationsmaterial.
 
Ansagedienst Igel-Hotline: 01805-555-9551
 
Quelle: Pro Igel e.V.  / Ulli Seewald
 
 
Foto: Dieter  / pixelio.de  
 
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