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Was tun für Igel im Herbst?

Die stachligen Gartenfreunde entzücken jeden Tierfreund und verführen jedoch oft zu falschem Handeln. Was Sie jetzt für Igel tun können.

Ein Igel, leicht versteckt im Herbstlaub
Locker aufgeschichtete Laub- oder Reisighaufen dienen dem Igel als natürliches Winterquartier.

Eine Ecke für Igel im Garten

Naturnahe Gartengestaltung und abendliche Zufütterung in der nahrungsarmen Jahreszeit ab Herbst dient der Igelhilfe draußen - und greift am wenigsten in ihr Leben ein. Im Herbst lässt man Nistmaterial wie Laub und Baumschnitt unter Hecken, Gebüsch oder als Haufen liegen, anstatt es zu entsorgen. Mit wenig Mühe sind auf diese Weise Unterschlüpfe geschaffen, in denen Igel überwintern können. Auch ein Igelhaus im Garten, mit Stroh gefüllt an geschützter Stelle platziert, wird gern angenommen.

Wichtig: Nutzen Sie, wenn möglich, Modelle mit tunnel- oder labyrinthartigen Eingängen, da diesen neben Fressfeinden auch neugierige Hunde oder Katzen fernhalten. Wenn das Igelhaus diese Sicherung nicht bietet, können Sie mit ein paar dornigen Zweigen, z. B. von Weißdorn oder Schlehe Abhilfe schaffen. Schichten Sie diese einfach locker vor dem Durchschlupf auf – der Igel sucht sich seinen Weg und unerwünschte Besucher bleiben außen vor.

Hungriger Igel - was tun?

Vor dem Winterschlaf muss der stachlige Gartenfreund sich ein gutes Fettpolster anfuttern, von dem er mehrere Monate zehren wird. Im Herbst gibt es nicht mehr viele Insekten, pflanzliche Kost fressen Igel entgegen landläufiger Meinung nicht! An Fallobst interessieren sie nur die krabbelnden Insekten und Würmer. Ein abendliches Schälchen Katzennassfutter, mit Haferflocken oder Igeltrockenfutter als Ballaststoff angereichert, verhilft gesunden Igeln zu einem ausreichenden Winterschlafgewicht. Bitte keine Milch geben! Igel vertragen Milch nicht und bekommen Durchfall.

Im Haus überwintern?

Nicht jeder Igel braucht Hilfe und wenn Hilfe, dann richtig! Nur verletzte, kranke und hilflose Igel dürfen mit ins Haus genommen werden. Dazu zählen auch Jungtiere, die im November noch deutlich unter 500 Gramm wiegen. Soviel sollte ein in diesem Jahr geborener Igel wenigstens auf die Waage bringen, um den ersten Winterschlaf aus eigener Kraft zu überstehen. Es gilt also, nur Igel in Obhut zu nehmen und sachgemäß zu pflegen, die tatsächlich hilfsbedürftig sind, und sie so bald wie möglich wieder in die Natur zu entlassen. Jeder Tierfreund sollte sich sachkundig machen, was in der Zeit der Igelpflege von der ersten Unterbringung im Warmen, der richtigen Ernährung mit Rührei, Hackfleisch und Katzenfutter etc. bis hin zum Winterschlaf im Kalten alles zu tun ist. Oft muss der Pflegling auch durch einen igelkundigen Tierarzt oder eine Igelstation medizinisch versorgt werden.
 

Der kraut&rüben Tipp:

Die Fachleute des Vereins Pro Igel e.V. bieten Unterstützung

Unter www.pro-igel.de kann man sich umfassend informieren, zum Beispiel unter der Rubrik "Igel gefunden -was nun?" Rat suchende Igelfinder erhalten gern auch kostenlos ausführliches gedrucktes Informationsmaterial.

Ansagedienst Igel-Hotline: 01805-555-9551  

Zitat

Quelle: Pro Igel e.V. / Ulli Seewald

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